Gore Vidal schrieb Vorwort zu ‚Jewish Religion'

Gore Vidal: Israel Schahak ist der jüngste, wenn nicht der letzte der großen Propheten.

Über Professor Israel Schahak. Gore Vidal, der größte lebende Literat Amerikas (Boston Globe) schrieb das Vorwort zu Israel Schahaks Buchdewish History, Jewish Religion', das 1994 in Großbritannien und den USA veröffentlicht wurde. Wir geben hier den Inhalt wieder.
In den späten 50er Jahren erzählte John F. Kennedy seinem Beinahe-Schwager Gore Vidal (seine und Jackies Mutter waren nacheinander mit demselben Mann, Hugh Auchincloss verheiratet), wie es Harry Salomon Truman 1948 doch noch geschafft hatte, als Präsident wiedergewählt zu werden, nachdem er so ziemlich von jedermann im Stich gelassen worden war. Ein amerikanischer Zionist habe ihm zwei Millionen Dollar in Cash in einem Köfferchen zu seinem Wahlkampf-Dampfzug gebracht. Dies sei der Grund gewesen, daß die Vereinigten Staaten Israel so schnell anerkannt hätten. Vidal: "Da weder Jack noch ich Antisemiten waren (anders als sein Vater und mein Großvater), sahen wir dies nur als eine weitere amüsante Geschichte über Truman und die gelassene Korruption der amerikanischen Politik an."
Leider, merkt Vidal an, sei die übereilte Anerkennung Israels als ein Staat in 45 Jahre der mörderischen Konfusion gemündet und in der Zerstörung dessen, von dem zionistische Mitläufer dachten, es würde ein pluralistischer Staat sein, nämlich ein Land für die dort heimische Bevölkerung der Moslems, Christen und Juden, ebenso wie das zukünftige Heimatland friedfertiger europäischer und amerikanischer Immigranten. Da viele der Immigranten in Europa gute Sozialisten gewesen waren, schreibt Vidal, "nahmen wir an, daß sie es nicht zulassen würden, daß dieser neue Staat zu einer Theokratie mutiert, und glaubten, daß die dort heimischen Palästinenser als Gleiche mit ihnen würden leben können."

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Israel ist ein Glaubens-Staat

Daß nicht nur Gore Vidal sich mit dieser Ansicht geirrt hat, wird jeden Tag offenkundiger. "Die hastige Erfindung von Israel hat das politische und intellektuelle Leben der USA vergiftet", schreibt er.
Keine andere Minderheit in der Geschichte habe es geschafft, so Vidal, den amerikanischen Steuerzahlern soviel Geld zu,rauben', um es in einem,Heimatland'zu investieren. Er fragt, was wohl geschehen würde, wenn die Amerikaner den Vatikanstaat mit Steuergeldern unterstützen müßten -einfach, weil ein Drittel der Amerikaner Römisch-Katholiken sind. Natürlich würde es einen Aufruhr im Kongreß gegeben, und dieser würde eine solches Ansinnen ablehnen. "Doch eine religiöse Minderheit von weniger als zwei Prozent hat siebzig Senatoren gekauft oder eingeschüchtert (die notwendigen zwei Drittel, um ein unwahrscheinliches Veto des Präsidenten zu verhindern), währenddem sie die Unterstützung der Medieri genoß."
In einer Weise bewundere er, wie es die israelische Lobby geschafft habe, daß jährlich Milliarden von Dollars aus US-Steuergeldern nach Israel flössen, um das Land zu einem 'Bollwerk gegen den Kommunismus' zu machen. Zwar sei weder die UdSSR noch der Kommunismus jemals in der Region besonders präsent gewesen. Doch habe Amerika damit erreicht, die ganze arabische Weit gegen sich aufzubringen. "in der Zwischenzeit ist die Falschinformation darüber, was im Mittleren Osten vor sich geht, nur gewachsen, und das Häuptopfer dieser schmacklosen Lügen - neben dem amerikanischen Steuerzahler - ist das amerikanische Judentum, da es andauernd eingeschüchtert wird von solch professionellen Terroristen wie Begin und Shamir."
Zum Glück, schreibt Gore Vidal, gebe es da vor Ort in Jerusalem Israel Schahak. Der Professorwerde nichtmüde, nicht nur die düstere israelische Politik von heute zu analysieren, sondern auch den Talmud und die Wirkungen, die von einem rechtsgerichteten Rabbinat ausgehen, das aus Israel einen Gottesstaat ausschließlich für Juden machen will-Ich lese Schahak seit Jahren. Er sieht mit dem Auge des Satirikers die Verwirrungen, die man in jeder Religion findet, welche das Irrationale zu rationalisieren versucht. Er hat das schade Auge des Gelehrten für textliche Widersprüche. Es ist eine Freude zu lesen, was er über den Nichtjuden-Haßenden Dr. Maimonides schreibt."

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Vom Kreuz mit der christlichen Kirche

1962 erschien in Jerusalem das Buch des Wissens aus den Schriften des jüdischen Weisen Maimonides. Es war in Hebräisch und Englisch abgefaßt. Die hebräische Version enthielt die alten, feindseligen Ausdrücke, während sie im Englischen stark abgeschwächt wiedergegeben wurden. So heißt es dazu, wie ungläubige Juden behandelt werden müßten, im hebräischen Teil: "Es ist eine Pflicht, sie mit eigenen Händen auszurotten." Auf Englisch steht daneben: "Es ist eine Pflicht, aktive Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu vernichten." Dann fährt der hebräische Text weiter, was man unter, Ungläubigen' zu verstehen habe: "Solche wie Jesus von Nazareth und seine Schüler, Zadok und Baitos und ihre Schüler, möge der Name der Bösen verfaulen." Professor Schahak, der dies schreibt, fährt weiter: "Nicht ein Wort davon erscheint im englischen Text auf der gegenüberliegenden Seite." Dies ist beileibe kein Einzelfall, doch fehlt uns hier der Platz, noch mehr Beispiele zu publizieren, und möchten wir mit diesem Artikel auch keinen Rassismus oder Judenhaß schüren. Wenn jedoch beim geringsten Wort, das man als antijüdisch auslegen kann, jüdische Kreise und mit ihnen die Medien augenblicklich ‚Antisemit' rufen, dann soll man wissen dürfen, daß der orthodoxe Judaismus Andersgläubige keineswegs mit besonderer Wertschätzung betrachtet. Rabbi Adin Steinsaltz, einer der bedeutendsten jüdisch-orthodoxen Gelehrten Israels, der gar als Modernist gilt, äußerte 1994 in einem Interview mit dem Spiegel': "Ich gebe aber zu, nicht nur die (christliche) Kirche hat ein Problem mit uns, auch wir haben eins mit der Kirche." Er sagte auch, "Die christliche Mission war den Juden ein häßliches Unternehmen", und äußerte Geringschätzung über christliche Glaubenswerte: "Wir Juden fühlen uns nun mal nicht dazu berufen, die zweite Wange hinzuhalten, wenn man uns auf die erste schlägt. (...) Mehr noch, wir betrachten es nicht als moralisch höherstehend zu sagen, man solle die zweite Wange hinhalten. (...) In der Regel erwidern die Menschen nun mal Haß nicht mit Liebe." Seit Kaiser Konstantin war das Kreuz zum Symbol der christlichen Kirche geworden, sagte Steinsaltz, und fügte an: "So wurde noch zu meiner Zeit in der Schule das Additionszeichen + nur mit dem oberen Teil geschrieben, so daß kein Kreuz entstand. Der Widerwillen gegen das Kreuz als Form war so groß, daß die Architekten Tel Avivs es tunlichst vermieden, Straßen im Zentrum sich rechtwinklig kreuzen zu lassen. Deshalb, unter anderem, ist der Verkehr in Tel Aviv heute so chaotisch."

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