Christentum im ‚Heiligen Land' nur geduldet

Christentum: Das Leben als Christ ist in Israel nicht einfach

Falls ein Christ einen Juden zum Christentum bekehren will, droht ihm im ‚Heiligen Land' eine Gefängnisstrafe. Jack Bernstein, der als amerikanischer Aschkenasim einige Jahre in Israel lebte: "Versuchen Sie einmal einem ansässigen Juden eine Bibel zu geben, und sie werden sehen, wieviel Religion und religiöse Freiheit es in Israel gibt. Falls Sie von der Polizei gesehen werden, werden Sie verhaftet." Die Gesetze seien streng in Israel, schreibt Bernstein. "Einem Christen ist es erlaubt, das Evangelium in einem Kirchengebäude zu predigen, aber für den Geistlichen oder jeden, der gar außerhalb des Kirchengebäudes jemandem etwas über die Lehren der Bibel erzählt, wird dies eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren einbringen. Einem Christen, der einem Juden eine Bibel oder einen anderen religiösen Artikel gibt, wird dies ebenso eine Strafe von fünf Jahren einbringen. Sogar eine Gefälligkeitshandlung eines Christen gegenüber einem Juden, wie das Überreichen einer Gabe Nahrungsmittel, kann als Versuch ausgelegt werden, den Juden zum Christentum zu bekehren, und kann ihm eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren einbringen."

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Rassismus und Apartheid im ‚Heiligen Land'

Es gibt Verordnungen, die festlegen, wann und wie auf Menschen geschossen werden darf; so wurden während der Besatzung insgesamt 254 Menschen erschossen, weil sie die palästinensische Fahne trugen. Für jede Gartenpflanzung von mehr als zehn Pflanzen muß eine Genehmigung eingeholt werden. Besonders unsinnig ist die Verordnung, die den Thymian betrifft: Die Behörden stellen den Thymian unter Naturschutz und belegen ihn mit einem Pflückverbot. Dabei ist diese Pflanze in den Hügeln des Westjordanlandes weit verbreitet und keineswegs vom Aussterben bedroht. (...) Zu den Militärverordnungen gehören auch Zensurmaßnahmen. Es gibt eine Liste mit mehreren hundert verbotenen Büchern und Zeitschriften, die laufend ergänzt wird. Sie nicht zu beachten, kann bei einer der üblichen Hausdurchsuchungen üble Folgen haben. Viele Studierende und Dozenten wurden verhaftet, nachdem bei ihnen verbotene Literatur gefunden worden war. (...) Selbstverständlich sind die bei uns verbotenen Bücher und Zeitschriften in Israel erlaubt und liegen möglicherweise zum Kauf aus. Mit den tausend Schikanen ( ... ) verfolgen die israelischen Behörden unausgesprochen zwei Ziele: Sie wollten die wirtschaftliche Entwicklung behindern und die Menschen, insbesondere die Intellektuellen, derart zermürben, daß sie auswandern.

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