Zweiter Weltkrieg und seine Folgen
Zweiter Weltkrieg und die Holocaust Industrie
Während der ersten zwanzig Jahre nach dem zweiter Weltkrieg wurde
nämlich nicht viel Aufhebens um den Holocaust gemacht, denn die Alliierten
brauchten Deutschland als Bollwerk gegen die kommunistische Gefahr aus
dem Osten. Selbstverständlich litten Norman Finkelsteins Eltern unter
den Erinnerungen an den Holocaust. Dennoch wurden sie skeptisch, als ab
1967 dieses schreckliche Thema plötzlich propagandistisch ausgeschlachtet
wurde und immer mehr 'Überlebende' auftauchten.
Der Staat Israel wurde gegründet und mehrere Kriege gefochten. Doch
es war der arabisch- israelische Sechstage-Krieg im Juni 1967, der laut
Finkelstein (und anderen Holocaust-Experten) die Wende brachte und den
Holocaust (der auf einmal im Englischen mit einem großen H geschrieben
wurde) in den Mittelpunkt amerikanisch-jüdischen Lebens rückte:
Die militärische Macht der Israelis hatte die Araber besiegt, und
damit waren sie zu einem ernstzunehmenden Partner der USA gegen die arabische
Welt geworden. "Um diesen strategischen Vorteil zu schützen,
'erinnerte' sich die amerikanische jüdische Elite an den Holocaust,"
schreibt Finkelstein.
zweiter Weltkrieg: weitere Informationen
Juden: Die Einzigartigkeit ihres Leidens
Der Politologe widerspricht damit den Thesen von Peter Novick's neuem
Buch (The Holocaust in American Life, 1999), der das aufflammende Erinnern
an den Holocaust mit der durch die arabische Feindschaft befürchteten
Gefahr eines zweiten Holocaust erklärt. Für Finkelstein liegt
indes auf der Hand, daß die 'Holocaust-Industrie' erst aufkam, nachdem
die militärische Übermacht Israels bereits offensichtlich geworden
war.
Als 1973 die Rückgabe von Land an die Araber, das im Sechstage-Krieg
erobert worden war, unausweichlich schien, "hat die Holocaust-Industrie'
ihre Produktion erhöht", schreibt Finkelstein und zitiert den
israelischen Schriftsteller Boas Evron: "Holocaust-Bewußtsein
ist demnach eine offizielle, propagandistische Indoktrination, die Slogans
und eine falsche Sicht auf die Welt am laufenden Band produziert, deren
Ziel jedoch nicht ein Verständnis der Vergangenheit ist, sondern
eine Manipulation der Gegenwart."
Der Holocaust wurde zu einem einmaligen, mit nichts zu vergleichenden
Ereignis hoch-stilisiert, während Finkelstein meint, man müsse
ihn ja bereits mit anderen Verbrechen der Geschichte vergleichen, um die
Einmaligkeit überhaupt feststellen zu können. Die Argumente
für die Einzigartigkeit des jüdischen Leidens durch den Holocaust
würden ständig wechseln, so Finkelstein, da alle Argumente keineswegs
für sich selber stünden, sondern nur durch die Unantastbarkeit
aufrecht erhalten werden könnten. "Jene, die den normalen vergleichenden
Prozeß wissenschaftlicher Untersuchung praktizieren, müssen
erst unzählige Stolpersteine überwinden, um die Anschuldigung,
sie würden den Holocaust verharmlosen, abzuwehren," schreibt
Finkelstein weiter.
Juden: weitere Informationen
Heute noch tatsächlich so viele Holocaust-Überlebende?
Laut offiziellen Angaben von Israel sollen heute noch 960'000 Überlebende
des Holocaust unter uns weilen. Andererseits behaupten die jüdischen
Organisationen, in den letzten zehn Jahren würden jeden Monat 10'000
Überlebende wegsterben. Folglich muß es 1990 zwei Millionen
jüdische Holocaust-Überlebende gegeben haben. Finkelstein rechnet
weiter: "1990 konnten jedoch höchstens noch ein Viertel der
Überlebenden von 1945 am Leben sein. Also muß es im Mai 1945
acht Millionen jüdische Überlebende gegeben haben. Auf
der anderen Seite lebten im gesamten von Deutschland besetzten Europa
nur sieben Millionen Juden. Anders gesagt: Sollten diese Zahlen wirklich
stimmen, dann hätte der Holocaust ja gar nie stattgefunden haben
können." Deshalb pflegte die 1995 verstorbene Mutter von Norman
Finkelstein zu sagen: "Wenn tatsächlich jeder, der dies behauptet,
ein Überlebender ist, wen hat Hitler dann umgebracht?"
Selbst die Historikerin Deborah Lipstadt, eine renommierte Verfechterin
der Einzigartigkeit des Holocaust, wunderte sich, daß fast jeder
Holocaust-Überlebende behauptet, von Josef Mengele persönlich
untersucht worden zu sein. Und Holocaust-Experte Raoul Hilberg meint,
man könne vielen Erlebnisberichten nicht trauen, da sie zu ungenau
sind.
Außerdem bemängelt Finkelstein in seinem Buch, daß sich
beim Holocaust alles nur um jüdische Opfer drehe. Obwohl die Zigeuner
(bei uns durch Sinti und Roma repräsentiert) einen ebenso hohen Blutzoll
an die Nazis zu entrichten gehabt hätten, würden sie und andere
nicht-jüdische Opfer in den für teures Geld errichteten Holocaust-Museen
nur marginal erwähnt. "Den Völkermord an den Zigeunern
anzuerkennen, hätte einen Verlust der jüdischen Exklusivität
des Holocaust bedeutet, mit einer erheblichen Einbuße an jüdischem
'moralischem Kapital'" schreibt Finkelstein.
In den USA, wo gar keine Juden verfolgt wurden, stehen unzählige
Holocaust-Denkmäler und Museen. Dem Holocaust wird mittlerweile an
amerikanischen Schulen mehr Bedeutung beigemessen als dem amerikanischen
Unabhängigkeitskrieg, der doch das Fundament der USA bildet.
Auf dieses Paradoxon geht auch der bereits erwähnte Historiker Peter
Novick in seinem Buch ein: Obwohl man die Juden als möglicherweise
erfolgreichste Minorität in der jüngeren Geschichte der Vereinigten
Staaten bezeichnen könne, habe sie das nicht davon abgehalten, im
Wettbewerb um den größten Opferstatus mitzumachen. Die Neue
Zürcher Zeitung schrieb: "Novick blendet in diesem Zusammenhang
auf die Gründungsgeschichte des Holocaust- Museums in Washington
zurück. Dieses hätte gemäß dem ursprünglichen
Konzept auch dem Völkermord an den Armeniern gewidmet werden sollen,
doch wußte dies 'eine Koalition von israelischen Diplomaten und
wichtigen jüdisch-amerikanischen Aktivisten' zu verhindern. Und so
hätten es paradoxerweise 'der Reichtum und der Einfluß der
amerikanischen Juden' ermöglicht, daß in Washington ein exklusives
'Monument ihrer Verwundbarkeit und Verletzlichkeit entstehen konnte'."
Amerika sah indes durchaus eigene Geno- zide. So starben auf dem amerikanischen
Doppel-kontinent durch die Landnahme der Weißen über 60 Millionen
Indianer. Ihre Gedenkstätten lassen auf sich warten. Und was ist
mit den über 20 Millionen Schwarzen, die man aus ihrer afrikanischen
Heimat verschleppt hatte? Und mit jenen neun Millionen von ihnen, die
während der Überfahrt in die Neue Welt starben?
Die moralische Pflicht, sich seiner Vergangenheit zu stellen, welche
die 'Holocaust-Industrie' ständig einklagt, verblaßt zu nichts,
wenn man an Wiedergutmachungen für schwarze Sklavenarbeiter erinnert.
Finkelstein schreibt: "In den US-Südstaaten erlitten Schwarze
die gleichen legalen Nachteile und waren viel größerer spontaner
und sanktionierter öffent- licher Gewalt ausgesetzt als die Juden
im Vorkriegsdeutschland."
Laut Finkelstein existieren zur 'Endlösung' der Nazis über
10'000 wissenschaftliche Arbeiten. Die erste und bis jetzt einzige
Arbeit über den Genozid an 10 Millionen Schwarzen zwischen 1891 und
1911 im Belgisch-Kongo erschien 1998.
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