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Judentum - der Talmud gewinnt wieder an Bedeutung
Judentum - Sprachanpassungen um Feindseligkeiten zu verhindern
Im Judentum ist der Taldmud die wichtigste Handlungsgrundlage für
gesellschaftliches Leben untereinander und zwischen Juden und Nichtjuden.
Nun mag der Eindruck entstehen, wir würden hier aus dem Talmud Dinge
zitieren, derer sich das gesamte Juden-tum längst völlig entledigt
habe. Professor Israel Schahak weist mit Vehemenz darauf hin, daß
dem nicht so ist; daß im Gegenteil der Talmud in Israel ständig
an Wichtigkeit gewinne - und zwar in seiner ursprünglichen Form und
nicht in den gemäßigten Ausgaben, die in den letzten Jahrhunderten
in Europa erschienen, um allfällige Feindseligkeiten von Nichtjuden
zu vermeiden.
Schahak: "Alle ,europäischen 'Talmud-Ausgaben ab dem 16. Jahrhundert
wurden entschärft, wenn es um Nichtjuden ging. Die Ausdrücke
,Gentile', ,Nichtjude' und ,Fremder' (goy, eino yehudi, nokhri) wurden
durch Wörter wie ,Götzenverehrer', ,Heide' oder sogar ,Kanaaniter'
oder ,Samariter' ersetzt.
Judentum: weitere Informationen
Alles geborene Lügner?
Die Aussage, unter keinen Umständen sollte man einem Araber
trauen', muß noch etwas näher erläutert werden. Der klassische
Judaismus geht davon aus, daß alle Nichtjuden geborene Lügner
sind. Sie dürfen daher auch vor keinem rabbinischen Gericht aussagen.
Schahak: "In dieser Beziehung ist die Stellung der Nichtjuden theoretisch
dieselbe wie die jüdischer Frauen, Sklaven und Minderer; doch in
der Praxis ist sie noch schlimmer. Eine jüdische Frau wird heutzutage
als Zeugin bei gewissen Sachlagen zugelassen, wenn der rabbinische Gerichtshof
ihr Glauben schenkt - einem Nichtjuden glaubt er niemals."
Genausowenig, wie rabbinische Gerichte Nichtjuden als Zeugen akzeptieren,
brauchen orthodoxe Juden nichtjüdische Gerichte oder die Eide, die
sie dort schwören, ernst zu nehmen. So sagte der Jude J. Burg einmal
vor einem weltlichen (also nichtjüdischen) Gericht aus, ein jüdischer
Zeuge fühle sich nur einem Schwur verpflichtet, den er nach jüdischem
Ritus leiste, bei dem er sein Käppchen trage, und bei dem ein Rabbiner
oder ein anderer gläubiger Jude anwesend sei. Professor Schahak bemerkt
zum Thema ,Schwur': "Was wird gemeinhin als den heiligsten und feierlichsten
Augenblick des jüdischen liturgischen Jahres angesehen, der selbst
von Juden besucht wird, die sonst nie in die Synagoge gehen? Es ist das
Kol Nidrey-Gebet am Vorabend von Yom Kippur: Es ist dies das Singen eines
ganz besonderen Dispenses, durch welchen alle privat zu Gott gemachten
Schwüre im kommenden Jahr zum Voraus als Null und Nichtig erklärt
werden."
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