Dreifältige Flamme - zurück zum Artikel

Der Funke, der uns unsterblich macht
(Teil 1/2)


Die Zeit, da der Mensch zu Gott aufblickte als Jenem,
der unerreichbar fern über ihm stand, ist vergangen.
An der Schwelle des Neuen Zeitalters ist die Stunde gekommen,
Ihn da zu erkennen, wo Er uns am nächsten ist:
In der Dreifältigen Flamme im Herzen.


 

In der Gegenwart Gottes gibt es nichts Böses. Gott ist sowenig für das Übel, das wir anstellen, verantwortlich, wie die Mathematik an unseren Fehlern schuld wäre, oder die Musik daran, daß wir ein Instrument nicht richtig zu spielen verstehen. Gott nimmt keine Rücksicht auf Person, Rasse, Nationalität oder Religion. Was Gott angeht, so ist Er Eins! Und wenn wir uns fragen, weshalb die Welt nicht so schön und ideal ist, wie sie es sein könnte, muß die Antwort in uns selbst liegen, denn wir sind die Schöpfer der Zustände hier auf Erden. Niemals sind wir Opfer von irgend etwas außerhalb von uns selbst. Möchten wir die unvollkommenen irdischen Zustände verbessern, gibt es zwei Richtungen, in die wir aktiv werden können: Nach Außen oder nach Innen. Und zwei Qualitäten: Kampf mit Liebe oder ohne Liebe.
Kampf muß nicht schlecht sein. Kämpfen wir allerdings gegen etwas, haben wir bereits schon verloren. Dann führen wir dem, was wir bekämpfen, unsere Energie zu, und stärken es damit. Kämpfen wir um etwas, dann richten wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas Vollkommenes, und das ist schon ein guter Anfang. Und doch werden wir keine guten, reifen Früchte ernten können, wenn wir im Ringen um etwas die Liebe vergessen.

Dieser Artikel wurde der ZeitenSchrift Nr. 6 entnommen.
Die Dreifältige Flamme
Kampf ohne Liebe ist selbstgerecht, hart und trennend. Eine Kämpfernatur braucht vielleicht jenen gefahrvollen Weg auf der Rasierklinge, wo zu beiden Seiten die Niederlage lauert. Es gibt Menschen, die erst dann richtig ‚brennen', wenn sie sich der größten Herausforderung gegenüber sehen. Der kampflose Weg der Liebe ist sanfter. Mit etwas Disziplin kann er gefunden und beschritten werden, doch sollten wir uns auch hier über etwas im Klaren sein, wenn wir uns auf den Weg machen: Mit unserem Wissen wächst unsere Verantwortung. Jeder Leser, der diesen Artikel liest, hat danach eine gesteigerte Verantwortung dem Leben gegenüber, und es spielt keine Rolle, ob er dem Inhalt des Artikels Glauben schenkt oder nicht.
Wenn wir die wahre Liebe finden wollen, müssen wir erst an ihre Quelle gehen. Sie entspringt in jedem von uns, auch wenn sie im Herzen des Zynikers oder des Weltverdrossenen nur noch ein Rinnsal sein mag. Die großen, unwandelbaren Gebote, die in alle Ewigkeit das unendliche Reich gestalteten Lebens in Ordnung halten, gründen sich alle auf das eine große Prinzip der Schöpfung: LIEBE. Sie ist das Herz, der Quell des Alls, der wahre Mittelpunkt, aus dem die gesamte Formenwelt erst strömt.
Daher: Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst. Wenn du dich nicht erst in der Liebe deines eigenen Wesens badest, dann bemühst du dich vielleicht, zu anderen nett zu sein, und ihnen Gutes zu tun. Doch ist es nicht wirklich die Essenz der Liebe, die dann deine Taten durchdringt.
Vom Comte de Saint Germain wurde gesagt, er sei der einzige, der das ‚Geheimnis des Friedens' kenne. Frieden ist die See, die ruhig da liegt, weil alle Stürme sich gelegt haben. Frieden gründet also auf Harmonie, auf Einklang. Frieden ist Miteinander statt Gegeneinander, ist das Gegenteil vom Kampf gegen etwas. Wahren Frieden gibt es nicht ohne Liebe, und Frieden entspringt dem Wissen, daß wir alle eins sind. Ich kann niemandem weh tun, ohne mich selber auch zu treffen. Frieden entsteht aus dem Annehmen dessen, was da ist: Alles ist da, und alles ist gut. Sobald ich an etwas herumkritisiere, mit etwas unzufrieden bin, ist mein Friede gestört. Da immer wir es sind, die unsere Lebenslage herbeigeführt haben, ist es unsinnig, sich dagegen aufzulehnen. Entspricht sie nicht den vollkommenen Vorstellungen dessen, wie wir leben möchten, haben wir vermutlich irgend etwas noch ‚falsch' gemacht, und solange wir unseren Gedanken und Gefühlen erlauben, wie junge Hunde herumzutollen, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir uns nicht am Ort unserer Idealvorstellungen wiederfinden. Gedanken sind bewußte Schöpferkraft. „Am Anfang war das Wort" ­ nein, ein Gedanke, der zum Wort wurde!
Dieses Wissen sollte in uns jedes Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein verscheuchen: Meine Gedanken und Gefühle können die Waagschale alles Guten auf Erden tiefer senken, wenn ich es so will. Nehmen wir also unsere Gedanken und Gefühle an die Leine! Friedlich werde ich nur, indem ich harmlos bin: Danach trachte, keinem Teil des Lebens Harm zuzufügen.
Wie ich das tun kann? Indem ich nach Innen gehe. Ins Herz; dorthin, wo der Funke Gottes wohnt. Erst also nach Innen gehen, zum Quell der Liebe.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was unser Herz schlagen macht? Ist es nicht ein Wunder, das sich uns noch ganz verschließt, während wir nach dem Perpetuum mobile suchen? Noch im Mutterleib beginnt das neue Herz zu schlagen, rhythmisch, beständig, die ganze Lebensspanne lang. Kein Arzt kann die Antwort aus seinen Lehrbüchern geben. Vor wenigen Jahren stießen amerikanische Mediziner auf einen bleistiftgroßen Punkt im linken oberen Teil des Herzens, der sehr viel heißer war als der Rest des Herzens. Es ist jene Stelle, an der der Göttliche Funken im Herzen glimmt, und dieses Glimmen ist physisch feststellbar! Dieser Funke wird beständig genährt durch den Strom der göttlichen Elektronen, ­ des göttlichen Lichts ­ das vom Schöpfer ins Herz jedes Menschen fließt. Die Herzspezialisten wissen in der Regel um diesen geheimnisvollen Punkt im Herzen, doch sprechen sie meist nicht darüber, da sie keine Erklärung dafür haben. Uns ist ein Chirurgenteam eines Schweizer Spitals bekannt, das es ablehnt, Herzoperationen sehr nahe an diesem Punkt vorzunehmen. Es weiß, daß wenn man in der Nähe dieser Stelle operiert, der Patient mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit stirbt. Es ist also nicht einfach eine schöne Idee, daß wir und Gott eins sind, sondern eine physikalische Tatsache, daß wir ­ selbst wenn wir Gott leugnen ­ in jedem Augenblick unseres Lebens mit seiner Lebensenergie versorgt werden, die in den Funken in unserem Herzen einströmt. Dieser Funke stammt ursprünglich auch aus dem Wesen Gottes, und seine Bestimmung ist es, einst eine große, mächtige Flamme zu werden. An diesem Punkt besteht also eine solch hohe Elektronendichte, fließt soviel Energie ein, daß sich ein physisch erkennbarer Funke manifestiert.
Jedes Blutmolekül, das durch unser Herz fließt, wird mit dieser göttlichen Energie, die die Lebenskraft selbst ist, aufgeladen, und dieselbe Energie fließt auch ununterbrochen durch unser Nervensystem. Der Funke im Herzen hält unsere Körpertemperatur konstant. Fieber entsteht, indem sich dieser Funken vorübergehend leicht ausdehnt, und so die Körpertemperatur erhöht. In dieser erhöhten Temperatur werden Viren und Bakterien ‚verbrannt'. Allerdings kann der Körper nur eine Temperaturerhöhung von etwa fünf Grad verkraften. Wird es mehr, bricht unser physisches System zusammen. Bei einer Temperatur von 43 Grad Celsius werden die Eiweiße abgebaut ­ der physische Tod wäre die Folge. (Daher sollten Rohkostprodukte niemals über 42 Grad erwärmt werden, siehe ZS 3, Seite 53).
Indem das Blut durch das Herz und im speziellen durch diesen heißen Punkt gepulst wird, wird es immer wieder gereinigt und transformiert. Unser Herz ist also nicht einfach eine Pumpe, sondern ein Transformator und Reiniger unseres Blutes ­ und was dies bedeutet, können wir nur erahnen, wenn wir uns bewußt sind, daß das Blut auch ‚Träger der Seele' genannt wird. Ohnehin muß die Vorstellung des Herzens als ‚Schrittmacher' korrigiert werden. Nicht das Herz ist es, welches pumpt. Das Blut fließt von sich aus. Den Energieimpuls dazu erhält es von diesem Funken. Jede wahre Weiterentwicklung des Menschen geht einher mit einer Vergrößerung dieses Funkens. Jedes Verneinen von Gott, jedes sich Abwenden von ihm, jeder destruktive Gedanke, jedes destruktive Gefühl schwächt den Funken. Je kleiner der Funke, desto größer die Miß-Schöpfung in unserer Welt: Krankheit, Mühsal und Not. Sobald wir indes beginnen, unsere Gedanken und Gefühle zu harmonisieren und durch ein geistigeres, liebevolleres Leben unsere Ernsthaftigkeit beweisen, kann auch dieser Funke im Herzen sich ausdehnen. Alles, was wir von nun an tun, wird mit mehr Energie aufgeladen, hat größere Wirkkraft ­ und stärkere Konsequenzen, wenn wir leichtsinnigerweise mit den Energien Mißbrauch treiben.


© 2001 ZeitenSchrift