There is no business like war
business. Krieg ist gut fürs Geschäft. Diese Tatsache
ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt sind Politiker,
die direkt am ‚Kampf der Guten gegen das Böse' verdienen.
Zum Beispiel Donald Rumsfeld, der amerikanische Kriegsminister.
Er profitiert beispielsweise vom ‚Kampf gegen Aids'.
Vor seinem Regierungsposten war ‚Rummy' nämlich Vorsitzender
der Geschäftsleitung eines pharmazeutischen Unternehmens
mit Namen ‚Gilead Sciences Inc'. Seit George Bush
im Weißen Haus sitzt, ist der Reingewinn von ‚Gilead'
sprunghaft angestiegen. Verantwortlich dafür ist das
Aids-Medikament ‚Viread', welches 2001 - im Jahre
zwei nach der Bush-Wahl - von der US-Gesundheitsbehörde
zugelassen worden war und seither traumhafte Umsätze
erzielt. Dies vor allem dank der US-Regierung, die
im Frühling 2003 bekannt gab, daß man 15 Milliarden
Dollar Steuergelder für den weltweiten Kampf gegen
Aids einsetzen werde. In diesem Kampf spielt ‚Rummys'
alte Firma eine zentrale Rolle.
Den Bock zum Gärtner gemacht
Altgediente ‚Kämpen wider die Natur' besetzen unter
Bush auch die höchsten Posten im amerikanischen Innenministerium,
dem nicht zuletzt der gesamte Landschafts- und Tierschutz
untersteht. Innenministerin Gale Ann Norton war vor
ihrem Kabinettsamt eine Lobbyistin, die sich für die
Interessen der Öl-, Gas, Bergbau- und Holzfällerindustrie
stark machte. Als Anwältin verteidigte sie die Bleifarben-Industrie
in ihren Skandalprozessen und argumentierte an anderer
Stelle, das Artenschutzgesetz verstoße gegen die amerikanische
Verfassung.
Stephen Griles, stellvertretender Innenminister, war
zuvor Vizepräsident des Bergbaukonzerns ‚United Mining
Co'. und ein führender Lobbyist für 'Occidental Petroleum',
‚Shell Oil Co'. und die ‚National Mining Association'.
Der drittwichtigste Mann im amerikanischen Innenministerium,
James Cason, unterminierte während seiner vorgängigen
Tätigkeit für diese Behörde das Artenschutzgesetz
und vergab eine Vielzahl neuer Bergbaupatente. Der
Alaska-Beauftragte des Innenministeriums war zuvor
Präsident jener Lobbyorganisation, die sich für kommerzielle
Ölbohrungen in arktischen Naturschutzgebieten einsetzt.
Und der staatliche Wasserbeauftragte arbeitete früher
bei einer Lobbyorganisation, die gegen jegliche Wasserschutz-
und Tierschutzgesetze Front macht. - Und das ist erst
die Spitze des Eisbergs.
Dick Cheney, Idol
aller Kriegsgewinnler
Kein Kriegsprofiteur kann es allerdings mit der Dreistigkeit
von US-Vizepräsident Cheney aufnehmen. Unter Bush
senior war Cheney Verteidigungsminister gewesen. Danach
wechselte er in die Privatwirtschaft und wurde Chef
von ‚Halliburton, dem weltweit größten Dienstleistungsunternehmen
für die Förderung fossiler Brennstoffe und verdiente
als CEO Millionen. Als Cheney unter Bush junior Vizepräsident
wurde, verkaufte er seine ‚Halliburton'-Anteile für
weitere knapp 24 Millionen Dollar. Dennoch blieb Vizepräsident
Cheney seinem ehemaligen Arbeitgeber als ‚Berater'
verbunden. Noch heute verdient Cheney mehr durch ‚Halliburton'-Honorare
(150'000 Dollar pro Jahr) als mit dem Salär seines
hohen politischen Amtes.
Da ist es natürlich reiner Zufall, daß ‚Halliburton'
von der US-Regierung ohne öffentliche Ausschreibungen
millionenschwere Aufträge für den Wiederaufbau im
Irak zugespielt bekam. Im Sommer 2003 sollte der Konzern
per Vertrag 76,7 Millionen Dollar für die Wiederinbetriebnahme
irakischer Ölfelder erhalten. Doch nur einen Monat
später verlangte ‚Halliburton' vom amerikanischen
Steuerzahler plötzlich 184,7 Millionen Dollar - weil
die Kosten angeblich gestiegen waren. Die Bush-Administration
schien das nicht zu kümmern, denn sie spielte dem
gierigen Konzern Ende 2003 einen weiteren Auftrag
im Wert von 222 Millionen Dollar zu. Eine Rechnungsprüfung
deckte kurze Zeit später auf, wie ‚Halliburton' den
amerikanischen Staat allein beim Treibstofftransport
von Kuwait nach Irak um 61 Millionen Dollar geprellt
hatte: So berechnete ‚Halliburton' dem Pentagon Transportkosten
von 2,64 Dollar pro Gallone Benzin. Die Versorgungseinheiten
des Pentagon aber erbrachten die gleiche Dienstleistung
unter den gleichen Umständen für 1,20 Dollar. Und
der staatliche irakische Ölkonzern verrechnete sogar
weniger als einen Dollar.
ben
Lesen Sie weitere interessante Artikel in unserer
Ausgabe Nr. 42.