Ein wenig verwunderte es mich immer, daß
Gott bei der Erschaffung der Frau geschludert haben soll. Daß
er Kopf, Oberkörper, Arme, Bauch und Po in Perfektion erschuf,
aber beim Modellieren der Oberschenkel einen Schwächeanfall
bekam und zum falschen Material griff. Zu solchem, das noch
vor der Lebensmitte wie ein Wellkarton aussieht und bei jedem
Schritt wabbelt.
Denn so stellen es all die gescheiten Artikel in Medizin- und
Frauenzeitschriften dar: Cellulite, auch Orangenhaut genannt,
ist eine gottgegebene Unvermeidlichkeit weiblichen Daseins.
Um ein Kind in sich wachsen zu lassen, muß das weibliche Bindegewebe
halt über eine extreme Dehnfähigkeit verfügen, wird da stets
analysiert - und die Folge dieser Fähigkeit ist später Cellulite.
Als ob die Gebärmutter in den Oberschenkeln angesiedelt wäre!
Doch Gott war gerecht in seiner Unvollkommenheit: Zwar werden
Männerbeine von Cellulite verschont, doch gibt es auch ein typisches
Männerleiden, das die Krone der Schöpfung obenrum licht werden
läßt: Die Kahlköpfigkeit, von der wir Frauen - bislang, gottlob!
- verschont geblieben sind.
Doch wie kommt es, daß Glatzen und Cellulite bei noch ursprünglich
lebenden Naturvölkern praktisch unbekannt sind? Daß man auch
auf alten Bildern selten Glatzköpfe sieht (was zugegebenermaßen
durch die Sitte des Perückentragens etwas verfälscht worden
sein mag)?
Die Antwort ist ganz einfach: Da die Männer keine Cellulite
bekommen können, kriegen sie Glatze. Die Ursache von beiden
unschönen Phänomenen liegen nämlich nicht in einer kurzfristigen
Verwirrtheit des Schöpfers, sondern in unserem Eßverhalten.
Beide sind ‚Zivilisationskrankheiten', wobei das Wort ‚Zivilisation'
hier für falsche Ernährung steht. Daher sind weder Haarwasser
noch Cellulitegels aus der Tube wirklich erfolgreich. Die Wiederherstellung
von Kopfbehaarung und dellenlosen Beinen kann nur von innen
kommen. Stellt man jedoch seine Ernährung auf die richtige Weise
um, kann man Glatze und Cellulite durchaus wieder loswerden
- genauso wie Krampfadern, Besenreiser oder Osteoporose. Alle
haben sie nämlich mit demselben Phänomen zu tun: Mit einer lang
andauernden Übersäuerung unseres Organismus.
Mehr als nur Müllhalde
Wenden wir uns zuerst einem Stiefkind unseres Körpers zu, das
wenig Beachtung erhält, jedoch immense Dienste leistet: dem
Bindegewebe. Eine kleine Werbebroschüre mit dem Titel ‚Ganzheitliche
Pharmazie' (erhältlich über TORRE Schweiz AG, Ganzheitliche
Pharmazie, Güterstr. 141, CH-4053 Basel) erklärt wunderbar einfach,
was wir uns darunter vorzustellen haben: "Das Bindegewebe ist
viel mehr als ein Stütz- oder Füllgewebe. Es ist ein Funktionsorgan,
welches den gesamten Körper durchzieht. Das Bindegewebe ist
erstens ein gigantisches Transportnetz. Alle Nährstoffe, Sauerstoff
aber auch z.B. Arzneimittel müssen ‚ohne Stau' transportiert
werden können.
Das Bindegewebe ist aber auch die Mülldeponie in Ihrem Körper,
denn was der Mensch aufnimmt (auch Umweltgifte, Genußgifte,
Nahrungsmittelzusatzstoffe) wird zunächst im Bindegewebe eingelagert.
Ist das Bindegewebe überladen, kommt es zu obigen Staus und
in der Folge zu Störungen im gesamten Gesundheitssystem des
Menschen. Zu Erkrankungen kommt es dann, wenn die Grundregulation
des Bindegewebes gestört ist und dem über längere Zeit keine
Beachtung beigemessen wird. Das Bindegewebe ist zudem ein Telefonnetz.
50 Billionen Zellen in Ihrem Körper versorgen sich gegenseitig
mit Informationen. Eine erkrankte Zelle muß einen ‚Reparaturtrupp'
anfordern können. Eine Krebszelle muß - übertragen geschildert
- den Rettungswagen rufen können. Der Informationsfluß in Ihrem
Körper ist aber nur dann möglich, wenn jenes gigantische Telekommunikationsnetz,
das Bindegewebe, in optimalem Zustand ist." Das weibliche Bindegewebe
ist etwas leistungsfähiger als das männliche, wenn es darum
geht, Stoffwechselschlacken aufzunehmen und wie eine Art Abfalldeponie
zu speichern. Muten wir ihm zuviele solche Stoffe, bzw. Säuren
zu, beginnt es zu versulzen, und die Körperzellen können nur
noch unzureichend oder gar nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoffen
versorgt werden. Dadurch reagieren sie mit vermehrter Bildung
saurer Stoffwechselschlacken - der Teufelskreis schließt sich.
Bin ich sauer?
Wir ‚westlich zivilisierten' Menschen muten unserem Bindegewebe
einiges zu. Mit unserer denaturierten ‚Zivilisationskost' führen
wir dem Körper nämlich zu 80 bis 90 Prozent säurebildende Nahrung
und Getränke zu!
Zuviel Säure kann jedoch tödlich enden. Falsch Nahrungsauswahl,
Streß- und Spannungszustände, Lärmbelästigung und Angstgefühle
können zu einer bedenklichen Übersäuerung des Körpers beitragen.
Diese auch ‚Azidose' genannte Zivilisationskrankheit führt zu
einer Ablagerung von kristallisierten Säuren in Blutgefäßen,
Muskeln, Gelenken, Bindegewebe und Lymphgefäßen. Typische Azidose-Beschwerden
sind
- abgeschwächte Regenerationsfähigkeit, Infektionsanfälligkeit
- chronische Antriebsschwäche, Ermüdung und Kältegefühl
- depressive und aggressive Stimmungen, Ruhelosigkeit
- Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
- Schmerzempfindlichkeit, besonders der Zähne, auf Kälte und
Säure
- Karies, Zahnfleischrückgang und Zahnzerfall
- glanzloses Haar, Haarergrauen und Haarausfall
- trockene, fahle Haut, Hautrisse, Hautunreinheiten, Ekzeme
- weiche, brüchige, gespaltene, gefurchte oder verdickte Nägel
- Muskelkrämpfe, Ischias- und Gelenkbeschwerden
- Rheumatische- und arterielle Beschwerden, Neuralgien
- Reizungen und Brennen beim Harnlassen, übersäuerter Urin
- Übersäuerter Magen, Schweiß-, Mundgeruch
- Darmprobleme: Verstopfung, Durchfall, Breistühle, Blähbauch
- Zunehmende Verschleimung der Atemwege und Nebenhöhlen
- Zu niedriger Blutdruck, Blutdruckschwankungen, Schilddrüsenstörungen.
Ein Mindestmaß an Säure braucht der Organismus jedoch, da diese
durch Verbrennung zur Energiegewinnung beitragen. Ein gesunder
Körper scheidet überschüssige Säuren über die Nieren, das Blut,
die Atmung, den Darm und die Haut aus. So wird ein Basen-Säuren-Gleichgewicht
mit einem schwach basenüberschüssigen pH-Wert 7,4 beibehalten.
Essen wir jedoch andauernd zu viele säuernde Nahrungsmittel,
kapituliert der Körper.
Unsere körpereigene ‚Müllabfuhr' ist das Lymphsystem. Dieses
wird aber nur durch Bewegung so richtig in Schwung gebracht.
Nur dann drückt der Muskel durch Kontraktion auf seine Umgebung.
"Dank dieser sogenannten Muskelpumpe und entsprechenden Klappen
in den Lymphbahnen wird der Gefäßinhalt richtungsorientiert
weitertransportiert. Durch Bewegung (Treppensteigen, zügiger
Spaziergang etc.) und Sport aktivieren Sie Ihr Lymphsystem",
schreibt Jacky Gehring in ihrem ausgezeichneten Buch Body
Reset - Schluß mit Cellulite, Übergewicht, Haarverlust
.
Etwas vom besten zur Aktivierung des Lymphsystems ist nach wie
vor das Trampolinspringen, bzw. -wippen. Lymphdrainagen helfen
dem Körper ebenfalls, Schlacken abzutransportieren. Sehr wichtig
dabei ist, daß man viel Wasser trinkt.
Die meisten Menschen trinken chronisch zuwenig. Dies trägt mit
dazu bei, daß der Körper sich seiner Schlacken nicht wirkungsvoll
entledigen kann: Noch mehr Gift wird in den Zellen und im Bindegewebe
abgelagert. Da der Mensch bereits ohne große sportliche Tätigkeit
über die Haut pro Tag einen bis eineinhalb Liter Wasser verliert,
muß er täglich mindestens zwei bis drei Liter stilles Wasser
trinken.
Sind wir übersäuert, ist der Organismus gezwungen, unsere Mineralstoffdepots
anzugreifen. Jacky Gehring: "Spurenelemente und Mineralstoffe
(Elektrolyte) halten uns gesund, schön und leistungsfähig. Sie
sind an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Sie verleihen
unserem Körper Festigkeit, sind u.a. wichtig für die Energiegewinnung,
die Nervenfunktionen, den Bau von Enzymen und für das Immunsystem."
Ist ein Körper dauernd übersäuert, verbraucht der Organismus
große Mengen an Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen, um diese
Säuren zu neutralisieren (denn würde unser Blut zu sauer, wäre
dies der sichere Tod). Wo holt der Körper diese Mineralien her?
Aus der Haut, den Haaren, den Nägeln, den Knochen, Knorpeln
etc.
Saure Haare' fallen aus
Haarausfall ist nicht nur hormonell bedingt; oder, anders gesagt:
der Hormonhaushalt hängt ebenfalls mit dem Säure-Basen-Gleichgewicht
zusammen. Beruflicher und privater Streß, Angst, Ärger - all
das bewirkt eine höhere Adrenalinproduktion und gleichzeitig
eine saure Stoffwechsellage. Ißt man dann auch noch ständig
zu sauer, liegt bald ein Basenmangel vor.
Der Stoffwechsel der Frau hat jenem des Mannes gegenüber einen
Vorteil: Sie kann Säureüberschüsse vorübergehend in Plazenta
und Bindegewebe ‚parkieren' und sie dann mit der nächsten Menstruation
ausscheiden. Dem permanent ‚sauren' Mann dagegen geht's an die
Haare. In seiner Notlage raubt der Körper die dringend benötigten
Mineralien zum Neutralisieren der ansonsten irgendwann lebensgefährlichen
Säuren aus dem größten und entbehrlichsten Speicher -dem Haarboden.
Die Haarwurzeln bekommen keine Nahrung mehr; die Haare fallen
aus. Jacky Gehring hält aber für verzweifelte Männer einen Trost
bereit: "Haarwurzeln (Papillen) sterben nicht einfach ab, wie
oft angenommen wird. Sie schrumpfen zwar und werden inaktiv
- aber sie leben!"
Den vollständigen Text mit Ratschlägen, was man konkret gegen
Übersäuerung unternehmen kann, sowie den besten Behandlungsmethoden
gegen Cellulite und Glatze können Sie in unserer Ausgabe Nr.
43 lesen.