Von Benjamin Seiler
Ein Damoklesschwert hängt über uns Europäern, dessen sich
nur wenige bewußt sind. Über neue Gesetzgebungen will man
uns das Recht nehmen, frei darüber zu bestimmen, welche Nahrungsergänzungen
wir einnehmen möchten. Weil künftig alles, was nicht ausdrücklich
zugelassen ist, automatisch verboten sein wird - selbst wenn
es sich dabei um Hausmittel handelt, die man schon seit Jahrhunderten
kennt und anwendet. Und nun raten Sie mal, welcher Industriezweig
in erster Linie genügend Geld und politischen Einfluß besitzt,
um seine Produkte behördlich zertifizieren zu lassen? Man
formuliert neue Gesetze so, daß die industrielle Produktion
der pharmazeutischen Großkonzerne begünstigt wird, während
naturnahe Verarbeitungsmethoden kleiner Unternehmen faktisch
benachteiligt sind. Es geht schlicht darum, den Menschen möglichst
keine Alternative zu den pharmazeutischen Präparaten der Chemie-Multis
mehr zu lassen. Selbstverständlich formulieren die Pharmalobbyisten
und ihre politischen Handlanger diese Absicht nicht so klar.
Im Gegenteil. Offiziell geht es um "Verbraucherschutz" und
internationale "Sicherheitsstandards" - wogegen nichts einzuwenden
wäre, würde man allein diese Absicht verfolgen.
Der Codex Alimentarius
Eine Absicht übrigens, die nicht neu ist. Bereits 1963 wurde
die Codex-Alimentarius-Kommission unter dem starken Einfluß
der pharmazeutischen Industrie als internationales Organ für
die Festsetzungen weltweiter Lebensmittelstandards gegründet.
Sie soll im Namen der Weltgesundheitsorganisation WHO und
der Welternährungsorganisation FAO die Zulassungsverfahren
für Lebensmittel und Nahrungsergänzungen harmonisieren und
einen globalen Verbraucherschutz gewährleisten. Doch die eigentlichen
strategischen Ziele des Codex Alimentarius lauten wie folgt:
-
Die Verbreitung von Gesundheitsinformationen
über Vitamine, Aminosäuren, Mineralien und andere Naturstoffe
zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten soll weltweit
verboten werden.
-
Der Vertrieb von Vitaminen und anderen
Naturstoffen, welche die willkürlichen und viel zu niedrig
angesetzten Grenzwerte der Codex-Kommission überschreiten,
soll weltweit untersagt werden.
-
Staaten, die entsprechende Gesetzesvorlagen
nicht übernehmen und anwenden, sollen mit internationalen
Wirtschaftssanktionen bestraft werden.
Die wachsende Bedeutung von Vitaminen und anderen natürlichen
Nahrungsergänzungsmitteln ist zu einer ernsthaften, wenn nicht
gar existentiellen Bedrohung für die Milliardenmärkte der
weitgehend überflüssigen Pharmapräparate geworden. Hinzu kommt
die immer größer werdende Gefahr von Sammelklagen gegen die
Pharmaindustrie wegen den Nebenwirkungen vieler Medikamente
(Vioxx-Skandal etc.). So versucht die Pharmalobby über den
von ihr kontrollierten Codex Alimentarius, ihre davonschwimmenden
Felle auf gesetzlichem Weg zu sichern.
Von den dreißig Komitees, die unter dem Codex Alimentarius
zusammengefaßt sind, ist eines besonders wichtig: das Codex-Komitee
für Ernährung und diätetische Lebensmittel. Federführend in
diesem Komitee ist die deutsche Bundesregierung durch das
Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz. Deutschland
ist das größte Exportland pharmazeutischer Produkte. Über
die Hälfte aller Codex Alimentarius-Mitglieder stehen direkt
oder indirekt auf der Gehaltsliste der Pharmakonzerne. Gar
mehr als drei Viertel vertreten die Interessen dieser multinationalen
Unternehmen. Selbst einige der im Codex Alimentarius vertretenen
‚Verbraucherschutz'-Gruppen sind nichts weiter als von der
Industrie gegründete Tarnorganisationen - beispielsweise die
Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE.
Hans-Ulrich Grimm schreibt in seinem Buch Die Suppe lügt
(vgl. ZS 35, Seite 12), von den 2'578 Delegierten, die zwischen
1989 und1991 an den Codex-Konferenzen teilgenommen hatten,
seien gerade mal 26 von Umwelt- oder Verbraucherschutzorganisationen
entsandt oder zugelassen worden.
Doch damit nicht genug: Die Ansiedlung von Tochterunternehmen
multinationaler Pharmakonzerne in Drittwelt-Ländern wird grundsätzlich
vom Wohlwollen der dortigen Regierungen gegenüber den Codex-Plänen
abhängig gemacht. Industrienationen sind davon keineswegs
ausgenommen. Nur wenige Monate, nachdem der Schweizer Chemie-Multi
Novartis mit seinem Hauptquartier nach Norwegen umgezogen
war, unterstützte die norwegische Regierung plötzlich die
Forderungen des Codex Alimentarius.
Immer weniger Nährwert
Was geht mich das an, mag der eine oder andere sich fragen.
Sehr viel! Denn unsere Umwelt und wir selbst sind mittlerweile
alle so stark belastet, daß eine gesunde, ausgewogene Ernährung
allein uns längst nicht mehr mit allen benötigten Vitalstoffen
versorgen kann, wie das früher einst der Fall war. Sie glauben
das nicht? Daß unser Obst und Gemüse immer weniger Vitalstoffe
wie Mineralien und Vitamine enthalten, bewies eine Studie
aus dem Jahr 2004. Laut Andrea Strata, Nahrungsexperte und
Professor an der Universität Parma, sehen die Produkte zwar
besser aus als vor 20 Jahren, hätten jedoch nur noch die Hälfte
ihres Nährwerts. Schuld sind ausgelaugte Böden, Luftverschmutzung,
zu schnelles Wachstum (pharmazeutische Dünger), widernatürliche
Konservierungsprozesse und zu lange Lagerung/Transportwege.
Der Vergleich zwischen einer 1985 erstellten Studie des Pharmakonzerns
Geigy und den 2002 in einem Karlsruher Lebensmittellabor
(Sanatorium Oberthal) ermittelten Werten von Obst und Gemüse
bestätigt Stratas Aussagen. Die in Klammern angegebene Prozentzahl
bezeichnet jeweils die Differenz zwischen den 1985 und 2002
gemessenen Werten:
-
Brokkoli: Calcium (minus 73%); Folsäure
(minus 62%), Magnesium (minus 55%)
-
Bohnen: Calcium (-51%); Folsäure (-23%),
Magnesium (-31%), Vitamin B6 (-77%)
-
Kartoffeln: Calcium (-78%); Magnesium
(-48%)
-
Möhren: Calcium (-24%); Magnesium (-75%)
-
Spinat: Magnesium (-76%), Vitamin C
(-65%)
-
Apfel: Vitamin C (-60%)
-
Banane: Calcium (-12%); Folsäure (-79%),
Magnesium (-23%), Vitamin B6 (-95%)
-
Erdbeeren: Calcium (-43%); Vitamin C
(-87%).
Die wichtigsten Lebensmittel können uns
also je länger je weniger mit ausreichend Vitalstoffen versorgen.
Gleichzeitig benötigen wir aber immer mehr davon, weil unsere
Körper durch Umweltgifte, technische Strahlung und Streß immer
stärker belastet werden. Dieser sich öffnenden Schere der
Mangelversorgung kann man nur entgehen, wenn man zusätzlich
Nahrungsergänzungsmittel aus möglichst natürlichen Vitalstoffen
einnimmt - und zwar in ausreichenden Mengen. Doch genau
dies will die Pharmaindustrie mit den internationalen Richtlinien
des Codex Alimentarius verhindern.
Erschreckend unterversorgt?
Daß die Bevölkerung Mangel leidet, findet auch die Pharmalobby.
Allerdings denkt sie dabei nicht an Vitalstoffe. Der Verband
Forschender Arzneimittelhersteller VFA veröffentlichte
am 15. Oktober 2004 eine Studie, wonach in Deutschland 25
Prozent der Bevölkerung medizinisch unterversorgt sind. Aus
Sicht der Pharmaindustrie erhalten mindestens zwanzig Millionen
Patienten zuwenig pharmazeutische Medikamente. Allein zehn
Millionen Menschen mit Bluthochdruck oder Osteoporose würden
nicht ausreichend versorgt, dazu noch einmal sechs Millionen
Patienten mit chronischen Schmerzen. Der Verband spricht von
einem "erschreckenden Ausmaß der Unterversorgung". Schuld
an dieser Misere, so der Pharma-Verband, ist der Kostensenkungsdruck
in der gesetzlichen Krankenversicherung. VFA-Vorstandschef
Andreas Barner: "Wir wissen, daß es die Ärzte immer schwerer
haben, den Patienten innovative Arzneimittel zu verordnen."
Statt dessen kaufen immer mehr Leute Nahrungsergänzungen,
welche die Kassen nicht belasten - das muß den Pharma-Vorständen
sauer aufstoßen! Der Verein ProGesundheitSchweiz schätzt,
daß über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gelegentlich
zu irgendwelchen Vitaminpräparaten greift. Fast dreißig Prozent
von ihnen nehmen solche sogar regelmäßig ein.
Beliebte Alternativmedizin
Komplementärmedizin ist ‚in'. Man setzt die Hoffnung vermehrt
in Naturheilverfahren, Alternativ-Medizin und Nahrungsergänzungen.
Amerika kommt hier die Vorreiterrolle zu. Mehr als ein Drittel
aller Amerikaner wendet bei sich selbst die Komplementärmedizin
an - meist aus eigenem Antrieb und ohne Konsultation des Hausarztes.
Besonders beliebt sind die Nahrungsergänzungsstoffe, deren
Herstellung und Vertrieb allein in den Vereinigten Staaten
zu einem Industriezweig mit mehr als 18 Milliarden Dollar
Jahresumsatz gediehen. So fließt viel Geld an den Taschen
der Pharma-Multis vorbei. Geld, das vor allem gebildete Leute
ausgeben. Der Konsum von Ergänzungsstoffen zeigt nämlich eine
positive Korrelation mit der Schulbildung.
Aus diesem Grund versucht die Pharmalobby, die Position der
pharmazeutischen Arzneimittel in der Öffentlichkeit gegen
die Konkurrenz aus dem Schoß von Mutter Natur zu verteidigen.
Das geht am besten mit der Suggestion, natürliche Mittel würden
nicht einmal entfernt die Wirkkraft von pharmazeutischen Stoffen
aufweisen. So stand beispielsweise in der Neuen Zürcher
Zeitung vom 26. Januar 2005: "Doch auch ein hohes Bildungsniveau
schützt nicht vor wissenschaftlich fragwürdigen Erwartungen,
die oft in Bezug auf komplementäre Maßnahmen im Umlauf sind.
Bei einer Befragung [in den USA] drückten fast zwei Drittel
der Anwender von Nahrungsergänzungspräparaten die Überzeugung
aus, diese hülfen gegen Erkältungen, und mehr als die Hälfte
glaubten an einen Nutzen gegen Arthritis und Depressionen.
Daß solche meist in Pillenform eingenommenen Stoffe eine Krebstherapie
unterstützen können, glaubten 35 Prozent der Befragten, 16
Prozent hielten gar eine Linderung von Aids-Symptomen für
denkbar."
Ein weltbekannter deutscher Mediziner hat bewiesen, daß solcher
Glaube längst kein Aberglaube mehr ist. Vitalstoffe wie Vitamine
und Mineralien sind nicht nur Voraussetzung für eine intakte
Gesundheit, sondern sie können sogar die meisten schweren
Zivilisationskrankheiten heilen. Dr. Matthias Rath (www.drrath.com),
Schüler und Nachfolger des amerikanischen Vitaminpapstes Linus
Pauling, belegte dies mit einer Vielzahl von Studien und noch
mehr Erfahrungsberichten (vgl. ZS 19, Seite 3). In dieser
Erkenntnis wird die ganze schändliche Tragweite des von der
Pharmalobby geführten Kampfes gegen Nahrungsergänzungen offenbar
- er ist ein ‚Verbrechen gegen die Menschheit'.
‚Natürliche' und ‚künstliche'
Vitalstoffe
Warum aber will die Pharmaindustrie Nahrungsergänzungen aus
natürlichen Rohstoffen unbedingt vom Markt verdrängen? Weil
sie die meisten pharmazeutischen Medikamente überflüssig machen,
ist noch nicht die ganze Wahrheit. Schließlich könnten die
Chemie-Multis ja ebenfalls ins Geschäft mit den Nahrungsergänzungen
einsteigen - was sie übrigens auch tun. Nur gibt es dabei
leider ein Problem: Was bereits in der Natur vorhanden ist
- Vitamine, Spurenelemente, Mineralien, Enzyme etc. - kann
nicht patentiert werden. Ohne juristischen Patentschutz muß
sich ein Produkt der lästigen Konkurrenz im offenen Markt
stellen. Und das drückt auf die Gewinnmarge. Wer nicht alleiniger
Anbieter ist, kann nämlich auch keine Fantasiepreise verlangen,
wie das bei vielen patentrechtlich geschützten Pharmapräparaten
der Fall ist. Hinzu kommt, daß Vitalstoffe, die man mit oft
aufwendigen Verfahren aus natürlichen Rohstoffen gewinnt,
relativ teuer in der Herstellung sind. Ein synthetisch in
großen Mengen produziertes Vitamin beispielsweise, wie es
die Pharmariesen anbieten, kann viel billiger hergestellt
werden - verspricht ergo deutlich mehr finanziellen Gewinn.
Nur leider sind diese synthetisch hergestellten anorganischen
Vitamin-Präparate etc. für den Körper von minderwertiger Qualität,
weil sein Stoffwechsel sie gar nicht richtig verarbeiten kann.
Ein Vitalstoff entfaltet nämlich nur dann seine volle Wirkkraft,
wenn er in der richtigen synergetischen Kombination von Vitaminen,
Enzymen und Pflanzenextrakten eingenommen wird - nämlich in
möglichst natürlicher Form. Deshalb ist beispielsweise der
schonungsvoll zu einem Pulver verarbeitete Saft von ausgereiftem,
biologisch gezogenem Obst oder Gemüse jedem synthetisch hergestellten
Industrie-Vitamin vorzuziehen. Das gilt selbstverständlich
auch für Mineralien, Enzyme etc.
Manipulierte Medienschlachten
Dank Menschen wie Dr. Matthias Rath läßt sich die Heilkraft
guter Nahrungsergänzungen nicht länger verschweigen. Deshalb
versucht man immer wieder, die Exponenten der ‚Vitamin-Lehre'
in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. So fuhr das Pharmakartell
unter anderem mit der Bild-Zeitung schweres publizistisches
Geschütz gegen Dr. Rath auf. Ende Januar 2005 zitierte das
Schlachtschiff des Springer-Konzerns den CDU-Abgeordneten
Karl-Heinz Florenz mit den Worten: "Erklärtes Ziel ist es,
diesem skrupellosen Scharlatan das Handwerk zu legen."
Das ist durchaus verständlich. Schließlich stellte Matthias
Rath seine Gesundheits-Allianz und die von ihm entwickelte
Zellular-Medizin unter das Motto "Gesundheit für alle bis
2020". Würde dieses Ziel erreicht, stünde die pharmazeutische
Arzneimittelindustrie vor dem Bankrott - was auch für Karl-Heinz
Florenz Konsequenzen hätte. Der EU-Abgeordnete geht nämlich
laut der Koordination kritischer Bayer-Aktionäre bei
dem Chemieriesen ein und aus. Und in Fachblättern wie dem
Novartis-Magazin macht er sich für die Patentierung von genmanipulierter
Nahrung stark.
Die Massenmedien haben diesbezüglich sowieso eine Schere im
Kopf - man will ja keine guten Anzeigenkunden vergraulen.
Manchmal reicht der Filz bis in die höchsten Ebenen. So hat
der Springer -Verlag, dessen Blätter Bild und
Bild am Sonntag sich auf Rath eingeschossen haben,
zusätzliche Bande zur Pharmaindustrie:
Aufsichtsratvorsitzender Giuseppe Vita ist gleichzeitig Aufsichtsratvorsitzender
des Pharma-Multis Schering, der sich unter anderem
auf Hormonpillen und Chemotherapeutika spezialisiert hat.
Nebenwirkungen inklusive
Der Pharmalobby reicht es indes nicht aus, die Heilwirkung
von Naturpräparaten zu diskreditieren. Sie schürt zudem die
Angst vor ihren angeblichen Nebenwirkungen. In gewissen Fällen
existieren diese zwar, doch sind sie gering verglichen mit
dem Ausmaß der Nebenwirkungen pharmazeutischer Medikamente,
die jedes Jahr Hunderttausenden von Menschenleben kosten.
Es ist auch korrekt, daß Naturpräparate die Wirkung von pharmazeutischen
Mitteln verändern können, wenn man sie zusammen einnimmt.
Doch diese Gefahr besteht ebenso beim alltäglichen Chemie-Cocktail
an Pillen und Tabletten, der so vielen älteren Menschen bedenkenlos
zugemutet wird. Kein Arzt und kein Forscher kann alle potentiellen
Interaktion dieser Medikamente vorhersehen - was der Patient
unter Umständen mit dem Leben bezahlt.
In einem Offenen Brief an das amerikanische Volk, der in der
New York Times vom 23. Januar 2005 erschien, nennt
Dr. Rath Zahlen: "Ihre Gesundheit wird bedroht durch die Nebenwirkungen
von Pharma-Präparaten, die ein epidemieartiges Ausmaß angenommen
haben. Die tödlichen Nebenwirkungen von Vioxx, Celebrex,
Lipitor und Prozac sind keine Ausnahmen - sie sind
die Regel. Die meisten Pharma-Präparate sind synthetische
Produkte, die unser Körper als ‚Gift' einstuft, und die Organschäden
und andere schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen. Nach
Angaben der amerikanischen Ärztekammer (AMA) erleiden eine
Million Menschen allein in den USA durch die Einnahme von
Pharma-Präparaten schwere Gesundheitsschäden und mehr als
100'000 Amerikaner sterben als direkte Folge davon."
Verständlich, daß die Pharmaindustrie sich vor einer Flut
von Sammelklagen fürchtet. Dem will Präsident Bush einen Riegel
schieben: Er macht sich für eine ‚medizinische Schadenersatzreform'
stark, welche die Chemie-Multis vor Sammelklagen schützen
soll.
Vorbild USA
Gleichzeitig versucht die US-Regierung, das Gesetz zur Vitaminfreiheit
(Dietary Supplement Health and Education Act) auszuhebeln,
welches den Amerikanern seit 1994 den freien Zugang zu Nahrungsergänzungen
und Informationen über ihre gesunden Wirkungen garantiert.
Vor der Einführung dieses stark gelockerten Gesetzes mußten
neue Nahrungsergänzungen extrem teure und restriktive Prüfungsauflagen
erfüllen. In der Folge kamen kaum Produkte auf den Markt.
Und diese wenigen Präparate waren wegen den hohen Zulassungskosten
viel zu teuer.
Doch seit der Liberalisierung der Nahrungsergänzungen - welche
nicht als Arzneimittel eingestuft sind - boomt der amerikanische
Markt: Das Produktangebot ist viel größer, die Preise sind
massiv billiger und das Gesundheitsbewußtsein in der Bevölkerung
hat sich deutlich verbessert - und dies alles, ohne daß der
Konsumentenschutz darunter gelitten hätte. Unter dem Druck
der Pharmalobby wollen die europäischen Behörden nun nicht
etwa dem amerikanischen Vorbild nacheifern, sondern restriktive
Regelungen durchsetzen, die auf dem alten, gescheiterten US-System
basieren. Mittel zum Zweck sind die internationalen Harmonisierungsbestrebungen
im Rahmen des Codex Alimentarius, die mit der ‚EU-Direktive
für Nahrungsergänzungen' und dem neuen Schweizer Heilmittelgesetz
umgesetzt werden.
Verkaufte Gesundheit
Der Schachzug der Chemie-Multis ist ebenso einfach wie wirkungsvoll:
Frei erhältliche Nahrungsergänzungen sollen künftig nur noch
so lächerlich geringe Dosierungen an Vitalstoffen enthalten
dürfen, daß sie faktisch wirkungslos sind (und damit die pharmazeutischen
Pillen/Tabletten nicht konkurrenzieren).
Höher dosierte Präparate hingegen werden neu als Heilmittel
eingestuft und fallen damit unter die sehr strengen gesetzlichen
Bestimmungen für Medikamente. Hier stellen teure Zulassungsverfahren
eine Hürde dar, die praktisch nur von finanzstarken Chemie-Multis
genommen werden kann. Viele der kleineren Hersteller von natürlichen
Nahrungsergänzungen werden auf diese Weise aus dem Markt gedrängt.
Außerdem sind ‚Heilmittel' nicht frei verkäuflich, sondern
dürfen nur von Apotheken abgegeben werden - die mehrheitlich
den pharmazeutischen Unternehmen verpflichtet sind und ihre
Kunden entsprechend beraten. Diese Strategie des Pharmakartells
kommt dem Ausverkauf unser aller Gesundheit gleich. Dies offenbart
sogar - wenn auch indirekt -die Medieninformation des Davoser
World Economic Forum vom 21. Januar 2004 mit den Worten:
"Nur in Expertenkreisen ist man sich bewußt, was Vitamin-
und Mineralienmangel für die Menschen und Länder weltweit
bedeuten. (…) Vitamin- und Mineralienmangel schädigt das Immunsystem,
führt zu Geburtsschäden und verurteilt zwei Milliarden Menschen,
unter ihrem physischen und geistigen Potential zu leben."
PS.
Sie, lieber Leser, liebe Leserin, können etwas dagegen unternehmen.
Wie, erfahren Sie in den zwei nachfolgenden Artikeln!
Vitamin-Initiative Schweiz
Seit dem 1. Januar 2004 ist in der Schweiz das neue Heilmittelgesetz
in Kraft getreten, das die auf dem Codex Alimentarius basierenden
EU-Normen umsetzt. Die "hochdosierten Vitalstoffe" werden
bald nur noch als Arzneimittel in Apotheken erhältlich sein.
Die für die Zulassung nötigen teuren klinischen Studien werden
sich vor allem pharmazeutische Großkonzerne leisten können,
welche so faktisch die Kontrolle über den Markt hochdosierter
‚Nahrungsergänzungs-Medikamente' erhalten. Die neuen gesetzlichen
Höchstdosierungen für frei verkäufliche Nahrungsergänzungen
sind gleichzeitig viel zu niedrig angesetzt.
Deshalb verlangt eine Volksinitiative die Liberalisierung
des Vitamin- und Nahrungsergänzungsmarktes in der Schweiz.
Denn solche Präparate gehören zur Grundversorgung und müssen
der Bevölkerung ohne Einschränkung zur Verfügung stehen.
Wirksame (!) Nahrungsergänzungen fördern die Gesundheit und
steigern die Lebensqualität. Damit senken sie die Kranken-
und Pflegekosten und reduzieren teure medizinische Verfahren
- ein wichtiger Schritt in Richtung Prävention, weg vom symptomorientierten
Krankensystem. Die Schweiz gewährt ihren Bürgern als einziges
Land Grundrechte, die eine solche Volksinitiative überhaupt
möglich machen. Deshalb nütze sie, wer kann! Der Schweizer
Ausgabe der ZeitenSchrift
Nr. 46 liegt ein Unterschriftenbogen der Vitamin-Initiative
bei. Falls Sie die Initiative unterstützen möchten, senden
Sie den Bogen bitte möglichst weitgehend ausgefüllt an untenstehende
Adresse zurück.
Bis Oktober 2005 müssen 120'000 Unterschriften
gesammelt werden.
Weitere Bögen und zusätzliche Informationen erhalten Sie bei:
Vitamin-Initative Schweiz, Postfach 362, CH-3052 Zollikofen.
Tel. 031-919 13 78, Fax 031-91913 14.
www.vitamin-initiative.ch
EU-Direktive
zu Nahrungsergänzungen
Die Bürger der Europäischen Union laufen Gefahr, ihr Recht
auf wirksame Nahrungsergänzungen in den nächsten Monaten zu
verlieren. Basierend auf dem Codex Alimentarius schuf die
EU-Kommission eine ‚Direktive zu Nahrungsergänzungen', welche
bereits in die nationale Gesetzgebung der Mitgliedstaaten
Einzug gehalten hat (Juli 2003).
Sofern man sie juristisch nicht anfechten
kann, werden ab August 2005 mehr als 300 wirksame und in biologischer
Form erhältliche Zellnährstoffe verboten, die in über 5'000
unbedenklichen Vitamin- und Mineralprodukten enthalten sind!
Dies schließt eine Vielzahl der sichersten, hochgradig resorbierbaren
und wirksamsten aus natürlichen Nahrungsmitteln gewonnenen
Formen ein, unter anderem: Natürliche Vitamine wie Tocopherole/Tocotrienole
(natürliches Vitamin E), Carotinoide und Methylcobalamin,
alle Formen von Schwefel, Bor, Vanadium, Silizium und die
meisten Spurenelemente, die am leichtesten resorbierbaren
Formen von Kalzium, Magnesium, Zink, Selen, Chrom und Molybdän.
Die EU-Direktive wird die Dosierung von Vitaminen und anderen
Nährstoffen in Produkten drastisch beschränken und sämtliche
hochdosierten Präparate vom Markt nehmen. Sie sieht ebenfalls
zukünftige Beschränkungen bei anderen Nährstoffen als Vitaminen
und Mineralien vor, etwa bei Fettsäuren, Aminosäuren, Enzymen,
Probiotika, Phytonährstoffen etc.
Mit ihrer Direktive will die EU-Kommission einheitliche Zulassungsverfahren
zum ‚Schutz des Konsumenten' durchsetzen. Das bedeutet: Alle
Produkte, die von der EU nicht ausdrücklich zugelassen werden
und auf einer sogenannten ‚Positiv-Liste' erscheinen, sind
automatisch verboten. Die für die Zulassung erforderlichen
klinischen Studien sind indes so teuer, daß sich dies viele
kleinere Hersteller nicht werden leisten können und vom Markt
verschwinden. Übrig bleiben in erster Linie die multinationalen
Pharmakonzerne. - Außerdem sollen Gesundheitsaussagen bezüglich
Nahrungsergänzungen strafbar werden.
Viele Bürgergruppen wehren sich gegen die Entmündigung durch
die EU-Kommission, allen voran die internationale Alliance
for Natural Health. Diese in England ansässige Organisation
hat die besten Anwälte für EU-Recht verpflichtet (die einzige
Gruppe, der es je gelang, eine EU-Direktive aufzuheben), um
die ‚Direktive zu Nahrungsergänzungen' vor dem Europäischen
Gerichtshof anzufechten. Der juristische Weg ist die einzige
Möglichkeit, die Menschen Europas vor der rücksichtslosen
Politik der pharmazeutischen Industrie zu schützen - doch
das kostet Spendengeld. Der Fall wurde am 25. Januar 2005
vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg angehört und
errang einen wichtigen Etappensieg:
Am 5. April 2005 befand der Generalanwalt des Europäischen
Gerichtshofes die ‚EU-Direktive zu Nahrungsergänzungen' für
illegal, weil sie geltendes EU-Recht verletze.
Dieser Schlußantrag durch den wichtigsten Berater des höchsten
Gerichts Europas wiegt viel, weil die Richter in ihrem Urteilsspruch
häufig den Empfehlungen des Generalanwaltes folgen. Das Gericht
wird seinen Entscheid voraussichtlich im Juni 2005 verkünden.
Deshalb muß der Druck aus dem Volk jetzt erst recht spürbar
werden. Unter der Internetadresse www.laleva.cc/petizione/deutsch/petition_de.html
finden Sie eine Petition gegen die EU-Direktive.
Oder besuchen Sie die Homepage von Dr. Rath: www.drrath.com.
Wenn sie diesen für Europas Gesundheit so wichtigen Kampf
unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an folgenden Kontakt
in Großbritannien, wo Sie unter anderem auch Flugblätter in
Deutsch erhalten können:
Alliance for Natural Health (ANH), Tel. 0044 (1252) 371
275
E-mail: info@alliance-natural-health.org
www.alliance-natural-health.org
Weitere interessante Artikel finden Sie in unserer Ausgabe
Nr. 46 lesen.
© 2005 ZeitenSchrift
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