Von Michael Collins Piper
Fast 50 Jahre lang machten die US-Massenmedien den Amerikanern
- und Menschen auf der ganzen Welt - weis, die Uno sei "die
letzte Hoffnung für die Menschheit". Dieses Motto wurde in den
öffentlichen Schulen der USA zum rituellen Mantra erhoben. Jeder,
der es wagte, die Uno zu kritisieren, wurde an den Rand gedrängt
und als "Extremist" abgestempelt, als Feind der ganzen Menschheit.
In den 1970er Jahren änderte sich das drastisch: Aus den ehemaligen
Kolonien entstanden die Länder der Dritten Welt, und Israels
Unterdrückung der Christen und der muslimischen Palästinenser
führte zu einer weltweiten Besorgnis. In der Folge erhielt die
Uno einen neuen Charakter - zumindest soweit es das Meinungsmonopol
der amerikanischen Massenmedien betraf. Plötzlich wurde die
Uno nicht mehr als etwas ganz so Herrliches angesehen.
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Uno-Generalsekretär
Kofi Annan sieht sich und seine Organisation immer
mehr von den USA unter Druck gesetzt. |
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Als die Vereinten Nationen 1975 schließlich mit ihrer historischen
Resolution den Zionismus als eine Form des Rassismus verurteilten,
war die Kehrtwende vollzogen. Der Zionismus war das Fundament
für die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948, der damals
wie heute als das geistige Zentrum eines bevorstehenden weltweiten
zionistischen Imperiums angesehen wurde. Diese direkte Kampfansage
der Uno an den Zionismus ließen die amerikanischen Massenmedien,
welche zum großen Teil in den Händen von zionistischen Familien
und deren wirtschaftlichen Interessen sind, nicht unbeantwortet:
In der Presse stellte man die Uno als unbestrittene Schurkenorganisation
dar.
Jetzt war Kritik an der Uno plötzlich "salonfähig" geworden.
Die in den Vereinigten Staaten aufkommende "neo-konservative"
Bewegung machte die aufkeimende Attacke gegen die Uno zum Schwerpunkt
ihres politischen Programms. Diese Neo-Konservativen wurden
von einer eng zusammengewachsenen Clique jüdischer ex-trotzkistischer
Kommunisten angeführt. Die beiden wichtigsten Köpfe gehörten
Irving Kristol und seinem Gefolgsmann Norman Podhoretz, der
Herausgeber des sehr einflußreichen monatlich erscheinenden
Journals Commentary des American Jewish Committee
ist.
Aber erst seit im Januar 2001 Präsident George W. Bush und seine
Hintermänner an die Macht kamen, wurden die Bemühungen, "die
USA aus der Uno herauszulösen und die Uno aus den USA hinauszuwerfen"
(oder mögliche Varianten davon), zum Teil jenes Systems, mit
welchem im offiziellen Washington die Politik gemacht wird.
Da die nationalen Sicherheitsinstitutionen der USA von den Neokonservativen
übernommen wurden, die Bush ja ins Amt eingesetzt hatten, konnte
sichergestellt werden, daß der Feldzug gegen die Uno ein zentraler
Punkt in der Politik der Bush-Regierung sein würde. Jeder einzelne
dieser Neokonservativen, bis auf den letzten Mann, war ein Schützling
des oben erwähnten Irving Kristol und seines Sohns, William
Kristol, der selbst ein mächtiger Medienkommentator und politischer
Entscheidungsträger hinter den Kulissen ist.
Außerdem erhielt die Uno-feindliche Rhetorik in jüngster Zeit
natürlich zunehmende Unterstützung durch die amerikanischen
Massenmedien. In der Boulevardzeitung New York Post, bezeichnete
beispielsweise der Kolumnist Andrea Peyser die Vereinten Nationen
als "anti-amerikanische und antisemitische Ratten, die das Ufer
des East River verseuchen". Herausgeber der New York Post ist
Mortimer Zuckermann, der frühere Vorsitzende der Konferenz
der Präsidenten der wichtigsten amerikanischen jüdischen Organisationen
(die federführende Körperschaft der amerikanisch-zionistischen
Bewegung).
Wer noch immer daran zweifelt, daß die amerikanische Opposition
gegen die Uno von der Tatsache herrührt, daß die Weltorganisation
den israelischen Wünschen im Weg stand, der soll den enthüllenden
Kommentar von Cal Thomas lesen, einem langjährigen Mitarbeiter
des TV-Evangelisten Jerry Falwell, der seinerseits zu den lautstärksten
Befürwortern Israels in Amerika zählt.
In einer Kolumne, die am 12. Dezember 2004 in der Washington
Times erschien, billigte Thomas die langjährige Kritik an der
UNO, welche er früher nach eigenen Angaben als Propaganda von
"Randgruppen" betrachtet hatte: "Die Welt wäre ohne diese Organisation
besser dran." Weiter schrieb Thomas, daß viele Amerikaner immer
das Gefühl gehabt hätten, die Uno sei schlecht für Amerika,
und er geglaubt habe, man dürfe solche Leute nicht ernst nehmen.
"Als ich im College war, wußte ich über sie Bescheid. Sie gehörten
zu Randgruppen und schlimmerem. Leute wie sie glaubten, die
Anreicherung des Trinkwassers mit Fluor sei ein kommunistisches
Komplott, um uns zu vergiften; Dwight Eisenhower sei ein heimlicher
Kommunist; die Trilaterale Kommission und der Council on
Foreign Relations (Rat für auswärtige Beziehungen) wären
Teil des Bestrebens nach einer "Weltregierung"; jüdische Bankiers
stünden an der Spitze der Weltwirtschaft und die Vereinigten
Staaten sollten aus den Vereinten Nationen austreten."
Weiter erklärte Thomas: "Ohne der Paranoia und den Verschwörungstheorien
zu viel Glauben zu schenken, bin ich nun vom letztgenannten
Punkt überzeugt." Diese Behauptung von Thomas ist ein öffentliches
Bekenntnis der zionistischen Lobby gegen die Uno. Immerhin ist
die Weltorganisation klar den Händen der zionistischen Bewegung
entglitten und wird in deren Augen gewissermaßen als "nicht
lenkbar" oder "irreparabel" betrachtet.
Die Marschrichtung ist festgelegt
Es gibt überhaupt keine Zweifel mehr daran, daß die Zionisten
die USA tatsächlich als neues Mittel zum Zweck betrachten, um
damit ihre Ziele zu erreichen, und daß sie die Uno zur Seite
schieben wollen.
Im Sog der neuen "imperialistischen" Rolle der USA wurde die
politische Marschrichtung hin zu einer Neuen Weltordnung ziemlich
deutlich in einem zweiteiligen Strategiepapier beschrieben,
welches in den Ausgaben vom Sommer 2003 und Winter 2004 des
Journal of International Security Affairs erschien. Dieses
Magazin ist das Sprachrohr des sehr einflußreichen Jüdischen
Instituts für Nationale Sicherheits-Angelegenheiten (Jewish
Institute for National Security Affairs, JINSA).
Das JINSA war früher eine kaum bekannte Denkfabrik in Washington;
heute wird es oft öffentlich als die treibende Kraft hinter
der aktuellen Außenpolitik von Bush anerkannt. Ein Kritiker
des JINSA, Professor Edward Herman, ist sogar so weit gegangen,
das Institut als "faktische Agentur der israelischen Regierung"
zu bezeichnen.
Alexander H. Joffe, Autor des JINSA-Strategiepapiers, ist ein
glühender Israelfreund und Akademiker, der schon oft für das
Journal des JINSA schrieb. Dies zeigt die Wertschätzung, die
seine Ansichten bei der zionistischen Elite genießen. Seine
zweiteilige Abhandlung trug den Titel: Das Reich, das es
nicht wagt, seinen Namen zu nennen (The Empire That Dared
Not Speak Its Name). Darin wird erwähnt, daß "Amerika ein Reich"
ist, was in der Tat etwas sehr Gutes sei. Im neu zu errichtenden
globalen Regime solle Amerika "das Zentrum eines neuen internationalen
Systems" sein, in "einer Welt, die wie Amerika aussieht und
dadurch für alle zu einem sicheren Ort geworden ist." Dieses
amerikanische Gesicht ist allerdings so, wie es die Zionisten
gerne hätten, und nicht unbedingt, wie sich das amerikanische
Volk wahrnimmt.
Joffe erklärt kategorisch: "Das Ende der UN-Vollversammlung
als glaubwürdige Organisation kann genau auf die schändliche
Resolution von 1975 zurückgeführt werden, die den Zionismus
mit dem Rassismus gleichsetzt. (Diese Resolution wurde inzwischen
übrigens wieder aufgehoben.) Der JINSA-Autor behauptet weiter,
die Welt solle "dankbar" sein, daß die Uno "diskreditiert, zur
Farce gestempelt und schließlich zum Erliegen gebracht wurde."
Da die Uno als Werkzeug zur Errichtung einer Weltregierung auf
das Abstellgleis geschoben wurde, schreibt Joffe, "haben wir
jetzt die Gelegenheit und die Verpflichtung, von vorne zu beginnen."
Allerdings räumte er ein, daß sogar die aufkeimende Europäische
Union (EU) eine Bedrohung für den Traum eines globalen Imperiums
sei - offenbar zumindest in den Augen der zionistischen Bewegung.
(…)
Dies ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf den vollständigen
Artikel in unserer Druckausgabe Nr. 47, der viele weitere, höchst
interessante Fakten an den Tag bringt und klar aufzeigt, wer
nun an die Stelle einer abgehalfterten UNO treten soll.
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