Kurze Zeit nach Antritt dieser Stelle vertiefte er sich in das Organon, das Hauptwerk Samuel Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie. Je mehr er darin las, desto mehr faszinierte es ihn, da er feststellte, daß es zwischen Hahnemanns und seinen eigenen Entdeckungen wesentliche Übereinstimmungen gab. Besonders beeindruckte ihn, daß Hahnemann nicht mit den von der Krankheit verursachten Keimen gearbeitet hatte, sondern mit Heilmitteln, die hauptsächlich der Natur entnommen waren – Pflanzen, Kräuter und Moose. Zwar hatte er auch Gifte und Metalle verwendet, aber in so winzigen Mengen und so aufbereitet, daß deren gefährliche Nebenwirkungen neutralisiert wurden. Außerdem hatte Hahnemann erkannt – wovon auch Edward Bach bereits seit langer Zeit überzeugt war –, daß es der Grundsatz echter Heilung ist, den Patienten und nicht die Krankheit zu behandeln. Nachdem er das Organon gelesen hatte, glaubte Bach, daß er, sofern es ihm gelänge, Hahnemanns und seine eigenen Entdeckungen miteinander zu kombinieren, beide Methoden fortentwickeln und verbessern könnte.
Zwar hatte er nicht die Absicht, Hahnemanns Leistung zu schmälern, beziehungsweise dessen Grunderkenntnisse in Frage zu stellen, doch er wußte, daß sich im Laufe der Zeit – Hahnemann hatte hundert Jahre vor Edward Bach gelebt und gewirkt – das Umfeld der Patienten wie auch die Krankheitsbilder verändert hatten. Einerseits hatte man in der Zwischenzeit eine Reihe neuer Krankheiten entdeckt, andererseits hatte sich noch kaum jemand mit der Gruppe jener Krankheiten befaßt, die allgemein als „unheilbar“ galten.
Nach den Regeln der homöopathischen Lehre entwickelte Bach nun in langer Forschungsarbeit, was heute noch bekannt ist als die sieben Bach-Nosoden. Parallel zu diesen Experimenten befaßte er sich mit der genauen Beschreibung der „Gemütssymptome“, das heißt der sieben Persönlichkeitstypen seiner Patienten, und ordnete sie den entsprechenden Bakteriengruppen (oder Nosoden) zu. Dabei stellte er fest, daß jede dieser Bakteriengruppen auf einen klar umrissenen Persönlichkeitstyp wirkt. Wenn er nun seine Patienten gemäß ihren Gemütssymptomen mit einer dieser sieben Nosoden behandelte, so erzielte er Resultate, die selbst seine kühnsten Erwartungen übertrafen.
In ärztlichen Kreisen wurden diese sieben oral einzunehmenden Vakzine mit großer Zustimmung aufgenommen. Sie fanden nicht nur in England, sondern in sogar noch größerem Umfang in Amerika, Deutschland und zahlreichen anderen Ländern Eingang in die allopathische wie die homöopathische Praxis.
Edward Bachs wachsender Ruhm führte so viele kranke Menschen in seine Praxis, daß er die Grenzen seiner physischen Belastbarkeit erreichte. Denn neben der eigenen Praxis und seiner andauernden Forschungstätigkeit arbeitete er ja auch noch im homöopathischen Krankenhaus, hielt Vorträge, schrieb Artikel für medizinische Fachzeitschriften, veröffentlichte 1926 ein Buch (Chronic Disease: A Working Hypothesis) und behandelte Arme kostenlos in den beengten Räumlichkeiten am Nottingham Place. Jeden Penny seines bedeutenden Einkommens gab Bach für die Anschaffung neuer Instrumente und medizinischer Apparate und für die Besoldung seiner Assistenten aus. Er behielt so wenig Geld für seinen Privatgebrauch, daß er, als er 1930 London verließ, um sein neues Forschungsvorhaben zu beginnen, kaum mehr als ein paar Pfund in der Tasche hatte. Denn trotz des Erfolges seiner Nosoden erkannte Bach, daß diese Heilmittel nur für die Behandlung eines bestimmten Krankheitstypus geeignet waren und nicht alle chronischen Erkrankungen heilen konnten. Zudem war es schon immer sein Wunsch gewesen, die von der Krankheit selbst erzeugten Substanzen (also die als Vakzine verwendeten Darmbakterien) durch reinere Arzneien zu ersetzen. Und so nahm er sich vor, die Pflanzen und Kräuter der Natur im Hinblick auf ihre Heilwirkung zu untersuchen.
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Insgesamt elf Magazinseiten haben wir dem Schwerpunktthema Bach-Blüten gewidmet. So erfahren Sie in der bewegenden Lebensgeschichte von Edward Bach, unter welch entbehrungsreichen Umständen dieser außergewöhnliche Mann die Bach-Blüten fand. Ein Leben, das wahrhaft Inspiration in sich birgt und aus dem wir viel für unser eigenes Leben lernen können. Zudem geben wir einfache praktische Tips zur Arbeit mit den Bach-Blüten und erklären, wie man auch Tiere einfach, erfolgreich und völlig nebenwirkungsfrei mit diesen Naturessenzen behandeln kann. Die Spiritualität von Dr. Edward Bach tritt besonders im Artikel „Heile dich selbst“ zum Vorschein, worin wir darlegen, wie Bach Krankheiten sah, und auf welche Weise er die seelischen Probleme seiner Mitmenschen neben den Bach-Blüten zu heilen trachtete.
Die vollständige Artikelserie über die Bach-Blüten und ihren „Erfinder“ können Sie in unserer Druckausgabe Nr. 58 lesen.
Wir bieten folgende Bücher zum Thema Bachblüten an:
• Blütenbilder Seelenbilder
• Die original Bach-Blütentherapie für Einsteiger
• Der original Bach-Blüthen Check Up
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