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Tierkommunikation - Was Tiere uns zu sagen haben

Tierkommunikatorinnen haben zunehmend Konjunktur. Der Mensch möchte wissen, was hinter der Stirn seines tierischen Gefährten vorgeht. Wir baten Barbara Fenner, mit uns in den Zürcher Zoo zu kommen, um einmal den Worten von Elefant, Wolf & Co. zu lauschen. Doch – geht das überhaupt?

Von Ursula Seiler

 



















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önnen Tiere denken? „Ja natürlich!“ sagt der Haustierbesitzer. „Nein, natürlich nicht!“, halten der Wissenschaftler und der Bauer dagegen. Was wie Denken wirke, sei nichts weiter als Instinkt. Dann ist es also Instinkt, wenn ein Wolf sagt, er verletze die Seele seines Beutetieres nicht? Wenn die Schildkröte die Menschen tadelt, „ihr lebt in Konkurrenz mit euch selbst, und das bewirkt, daß ihr neben euch steht und nicht verwurzelt seid.“ Oder der Löwe äußert, „ein guter Familienvater oder ein guter Führer vereint gleichzeitig Respekt – dieses Kraftvolle – und das Sanfte der Liebe.“

Die drei Aussagen stammen aus Interviews, die wir mit Tieren des Zürcher Zoos machten. Als Übermittlerin der tierischen Antworten diente die Zürcher Tierkommunikatorin und Buchautorin Barbara Fenner, die ihr Hand- oder vielmehr „Mund-Werk“ in den USA bei der renommierten Pionierin des Fachs, Penelope Smith erlernte. Seither hat sie Hunderten von Pferd-, Katze-, Hund-Besitzern weiterhelfen können, wenn deren Liebling der Schuh drückte – sprich, ein physisches oder psychisches Weh dafür sorgte, daß sich das Tier seltsam benahm. Die Hinweise waren oft so präzise, daß ausgeschlossen werden kann, es handle sich bei Tierkommunikatoren einfach nur um gerissene Fabulierer mit gutem Einfühlungsvermögen. Zwei kleine Beispiele dazu aus Barbara Fenners Erlebniskiste: Einmal rief jemand an und fragte sie, ob es der verstorbenen Katze wohl recht sei, wenn ihre Asche in einer Urne im Familiengarten vergraben werde. Die verstorbene Katze war sofort mit Fenner in Kontakt, sagte, sie habe nichts dagegen, stellte aber klar, daß es sich gar nicht um eine richtige Urne handle, sondern nur um eine simple Kartonschachtel. Etwas geniert gaben die Katzenbesitzer zu: Ja, man habe die Asche in einen Schuhkarton gepackt, diesen aber schön mit Bildchen der Verstorbenen dekoriert!

Das zweite Beispiel handelt von einer Katze, die tödlich erkrankt war. Frauchen erkundigte sich daher bei Barbara Fenner, was sie für ihren Liebling tun könnte. Gar nichts, war die dezidierte Antwort der Katze. Alles, was sie wolle, sei, eines natürlichen Todes sterben. Ihre „Mutti“ müsse das nun halt leider aushalten. Da das Leiden des Tieres zunahm, hielt es ihr Frauchen eines Tages nicht mehr aus und rief den Tierarzt an. Im selben Augenblick verschwand die Katze, und ward nicht wieder gesehen. Aufgewühlt rief die Frau schließlich erneut Barbara Fenner an. „Ich konnte das Risiko nicht eingehen, doch noch eingeschläfert zu werden. Also habe ich mich davongemacht. Ich habe meinen Körper jetzt bereits verlassen, und es geht mir gut“, empfing Fenner die Botschaft der Katze. Ihr Frauchen bat zu erfahren, wo denn der tote Katzenkörper liege. Sie würde ihn so gern beerdigen. Bereitwillig sagte ihr die Katze, wo: bei der Gärtnerei auf der linken Seite unter jenem Busch. – Und genau dort lag das tote Tier.
Womit wir bei der noch viel verwirrenderen Frage angelangt wären: Können tote Tiere denken – oder wer ist es, der da spricht?!
Wer immer der Tierwelt einen mehr als nur oberflächlichen Blick schenkt, kommt erst ins Staunen und dann ins Grübeln. Wie finden Lachse, die als Jungfische von ihrem Fluß zum Meer geschwommen sind, Jahre später den Weg zurück zu den ursprünglichen Laichplätzen? Woher weiß der Monarch-Schmetterling, der jeden Herbst in einem millionenfachen Schwarm von Kanada an die Pazifikküste bei San Francisco zieht – mit Flugpensen von bis zu hundert Kilometern täglich – auf welchem Baum er letztes Jahr saß? Denn tatsächlich setzt er sich wieder an den genau gleichen Ort! Auf den Baum, der schon seinen Eltern und Großeltern als Zuflucht diente.

Und was war es, das im Dezember 1967 Abertausende Hasen gleich einer Armee geschlossen durch die Straßen und Dörfer der sibirischen Halbinsel Kamtschatka marschieren ließ, mit „äußerster Furchtlosigkeit“ das wahnwitzige Gebell der Hunde ignorierend, bis zur Meeresküste, wo die Flut Massen von „Seekohl“ angeschwemmt hatte, den die Hasen heißhungrig verzehrten? Um dann genauso wohldiszipliniert wieder in die Tundra zurück zu marschieren…?!

Wie wissen die Vögel, daß es im Herbst Zeit ist zum Abflug gen Süden? Und wie wissen es scheinbar alle gleichzeitig – sonst könnten sie sich ja nicht zum Schwarm formieren? Der Storch sagte uns dazu im Zoo: „Das spüren wir an unserem ganzen Körper. Es äußert sich als eine Art von Kribbeln. Der Körper lädt sich auf mit einer unglaublichen Energie, und irgendwann ist es wie ein Vulkanausbruch. Dann muß man einfach losfliegen. Wir spüren es vorher. Das ist bei allen Zugvögeln so.“
Und wer oder was verursacht auf einmal bei allen Vögeln derselben Art dieses Kribbeln? Die Gruppenseele! Der Gruppengeist, die Kollektivseele, der einhüllende Deva, oder wie immer man es nennen mag. Schon der Rosenkreuzer Max Heindel schrieb, daß das Tier keinen persönlichen, ihm innewohnenden Geist besitzt, sondern einen Gruppengeist, der es von außen lenkt. „Der Tiger, der die Wildnis des indischen Dschungels durchstreift, und der Tiger, der im Käfig eines Tiergeheges eingesperrt ist, sie beide sind Ausdrucksformen desselben Gruppengeistes“, hält Heindel fest. „Er beeinflußt beide von der Empfindungswelt aus, wobei die Entfernung in den inneren Welten fast gar keine Rolle spielt.“ Genau das drückt das Emu aus, wenn es uns sagt, „wir sind in Verbindung mit unseren Vorfahren. Mit dem Wissen unserer Art. Egal, wo wir auf der Erde sind, haben wir diesen Zugang.“
Diese Gruppenseele ist die Quelle des sogenannten Instinkts der Tiere, der sich manchmal in einer übermenschlichen Präzision manifestiert – beispielsweise im Netz einer Spinne, dem genialen Bau eines Bibers oder den sechseckigen Waben der Bienen. Diese „Gruppenseele“ der Tiere wird von einem feinstofflichen Wesen verkörpert, das einer älteren Evolution entstammt als der Mensch auf diesem Planeten. Daher ist seine Intelligenz der unsrigen auch überlegen. Nur so ist erklärlich, daß manche der Zoo-Tiere, die wir interviewten, geradezu zeitlose Weisheiten von sich gaben, die dem Menschen Wegweiser sein können.
Zur Gruppenseele ein Beispiel: Ein Mann, dessen Frau es vor den vielen Spinnen graute, träumte von einem großen, wunderbaren, smaragdgrünen Spinnenwesen, das „über und über mit Gold, Silber und Edelsteinen geschmückt war.“ Eine wahre Märchenspinnenkönigin, der er drohte, jede Spinne gnadenlos zu töten, falls die Spinnenplage in seinem Haus nicht sofort aufhöre. Nach dem Erwachen fragte er sich, ob es nur ein Traumgesicht oder aber die Manifestation der Spinnen-Gruppenseele gewesen war? Tatsache war jedenfalls, daß bis auf eine einzige kleine Spinne diese Quälgeister auf einmal verschwunden waren!

Laut Charles W. Leadbeater zählen Quadrillionen Fliegen, Millionen Mäuse oder Ratten, Hunderttausende Kaninchen und Sperlinge zu einer Gruppenseele. Bei höher entwickelten Säugetieren wie zum Beispiel dem Löwen, Tiger, Wolf, Wildschwein, sind es nur mehr wenige Tausende und rapide sinkt die Zahl auf Hunderte und weniger bei unseren Haustieren. Die Gruppenseelen intelligenter Hunde, Katzen und Pferde sollen kaum mehr als zehn Tiere umfassen.
Hochentwickelte Tiere – die Säugetiere, vor allem Haustiere und einige Vogelarten – sollen bereits eine individuelle Seele im ersten Stadium der Entwicklung besitzen. Der hellsichtige Theosoph Franz Wenzel nahm in der Aura hochentwickelter Elefanten oder auch von Katzen manchmal einfache Formen individueller Gedanken wahr. Solche Tiere „werden also nicht nur gedacht“ durch die Gruppenseele, sondern sie sind schon in der Lage, aus sich heraus willkürliche Gedanken zu schöpfen. Gerade Haustiere, die sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Halter erfahren, können sich im Laufe eines Lebens immer stärker individualisieren, bis sie sich völlig von der Gruppenseele abzuspalten vermögen und zwar immer noch Hund oder Katze sind, doch nun schon mit einer eigenen Seele versehen. Dies bedeutet dann in der Regel auch das Ende der tierischen Verkörperungen eines solchen Wesens.
Die detaillierten Auskünfte, die Hunde, Katzen oder Pferde manchmal Tierkommunikatoren über versteckte Verletzungen oder Krankheiten geben können, müssen nicht immer eine Mitteilung des Tieres selbst sein. Denn jedes Tier hat – wie der Mensch auch – ein sogenanntes Körperelemental. Sprich, der Körper, in dem ein Tier wohnt, wird gebaut, beaufsichtigt und organisiert durch einen Elementargeist, der wiederum einer älteren Evolution entspringt als sein Bewohner. Und dieses „Körperelemental“ weiß natürlich ganz genau, wo die Ursache eines Übels sitzt und ist auch in der Lage, darüber Auskunft zu geben.

Doch zurück zur Gruppenseele. Im Jahre 1561 schrieb der neapolitanische Edelmann und Naturforscher Giambattista della Porta in Magia Naturalis: „Wenn man unter einen Hauffen Ziegen eine beym Bart ergreift und sie an sich ziehet, soll alsdann die ganze Herde stillstehen, aufhören zu weyden und sich entsetzen, so lange bis man sie gehen läst, wie bei Aristoteles zu lesen.“
Ein Zeugnis für die Realität der Gruppenseele erhielt einmal unbeabsichtigt ein Pferdezüchter. Überraschenderweise wurden nämlich die hypnotisch erteilten Befehle nicht bloß von dem suggerierten Tier ausgeführt; stets machten einige Pferde wahllos in der Herde verstreut die gleichen Bewegungen; selbst dann noch, wenn das telepathisch beeinflußte Versuchstier meilenweit entfernt war von seinen Artgenossen. Man stellte dabei eine merkwürdige Gesetzmäßigkeit fest: Bei Arbeitspferden betrug die Zahl der unbeabsichtigt beeinflußten Tiere acht bis zwölf und bei minderwertigen Rassen bis zu zwanzig; bei Rennpferden waren es nie mehr als drei bis vier. Bei Rindern ergaben sich Gruppen von fünfzig bis sechzig, die schlagartig auf die nur einem Tier erteilte Suggestion reagierten. Ergebnisse, die für eine Kollektivseele sprechen und für die Hypothese, daß die Zahl der zu einer Gruppenseele vereinten Tiere immer kleiner wird, je hochstehender diese sind.
Dasselbe Phänomen läßt sich auch bei Kleintieren beobachten. So beobachtete schon im 19. Jahrhundert der Zoologieprofessor Paul Deegner, daß, wenn er die Haare einer einzigen Raupe des Mondvogels berührte, fast augenblicklich alle übrigen ebenfalls zu fressen aufhörten. „Ein Mitglied der in Ruhe befindlichen Gesellschaft traf ein leichter Reiz: Das ganze Völkchen zuckte zusammen, wobei die wiederholte Bewegung wie eine Welle durch die dichtgedrängten Geschwister lief.“

Wie sagt es der Doktorfisch im Zoo-Aquarium über den synchron schwimmenden Fisch-Schwarm? „Sie sind alle eins. Sie atmen wie ein Wesen.“
Tatsächlich sind die Mitglieder einer Tierart wie die physischen Glieder des einen beseelenden Wesens, weshalb, so sagte es Rosenkreuzer Max Heindel, es die Gruppenseele wesentlich mehr schmerze, wenn ein Tier getötet werde, als das Tier selbst – genauso, wie es den Menschen schmerze, wenn man ihm einen Finger abschneide, und nicht so sehr der abgeschnittene Finger. Dazu paßt, was die Oryx-Antilope uns sagte: Ihr erscheint am brutalsten beim Abschuß eines Rehs im Wald, daß dieses arme Geschöpf höchstens zu Zweit oder zu Dritt unterwegs ist und von daher bereits in gewisser Weise „amputiert“. Ganz anders ist der Tod im Rudel, bescheinigt sie uns: „In der Herde bist du von deiner ganzen Familie umgeben. Dann bist du bereit, deinen Körper hinzugeben, damit die anderen überleben können.“ Der Tod des einzelnen Tieres ist so nicht viel schlimmer, als wenn wir uns in den Finger schneiden würden. Tiere klammern sich auch nicht ans Leben. Sie sind dadurch, daß sie kein selbständiges Denken entwickelt haben, noch so stark mit der Ur-Intelligenz der Natur eins, daß sie das Leben nicht als kurze Einwegfahrt von Geburt zu Tod sehen, sondern als eine von vielen Wellen, die ans Land klatschen und sich wieder zurückziehen, um von neuem an Land zu kommen. Hören wir der Antilope zu: „Ich weiß, daß ich mit dieser Gruppe hier in Verbindung bin und ich weiß, daß ich schon andere Leben hatte. Es ist ein Kommen und ein Gehen, wie der Wechsel der Jahreszeiten, ähnlich wie eine Blume, die wächst, knospt, blüht und verwelkt, und im nächsten Frühling kommt die Blume wieder von neuem. Es ist etwas völlig Emotionsloses.“ Daher haben die Tiere auch keine Angst vor dem Tod.

Lauschen wir also, was uns die Tiere zu sagen haben – und seien wir uns dessen bewußt, daß es nicht der „blinde Instinkt“ ist, der da spricht. Oder, um Max Heindel noch einmal das Wort zu geben: „So etwas Unbestimmtes wie einen blinden Instinkt gibt es nicht. Es ist nichts ‚Blindes’ in der Art, wie der Gruppengeist seine Glieder lenkt. Es ist WEISHEIT, mit großen Buchstaben geschrieben. Wenn der geschulte Hellseher in der Empfindungswelt tätig ist, kann er mit diesen Gruppengeistern der Tierarten kommunizieren und findet sie viel intelligenter, als es ein großer Prozentsatz der Menschen ist.“ Und warum entfaltet dann der Mensch nicht in viel höherem Maße Weisheit? Weil er sich auf die Reise der Selbst-Erkenntnis begeben hat und mit diesem Herniedersteigen in die materielle Welt jene Antennen betäubt, die ihn die Stimme der göttlichen Ebenen vernehmen ließen – genauso, wie es einem begnadeten Pianisten schwerfallen würde, seine Musik mit in dicke Fäustlinge verpackten Händen hervorzubringen! Die Aufgabe des Menschen ist es, in dieser ach so feststofflichen Welt seine Göttlichkeit im Innern zu finden, sie freizuschaufeln von den Schlacken des Menschlichen und immer stärker leuchten zu lassen – um so, auf seinem Rückgang nach „oben“, immer mehr der allzumenschlichen Verschmutzungen wegzuschmelzen und wieder empfänglich zu werden für die einfache, klare, wunderbare Wahrheit der göttlich vollkommenen Sphären.
Wie sagte es einmal ein ägyptischer Weiser? Tiere brauchen keine Religion. Sie sind sie.

Nachfolgend können Sie als Kostprobe einige kurze Ausschnitte aus den Interviews lesen, die wir mit den Tieren im Zoo von Zürich gehalten haben.


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