Die Heiler aus der Tiefe: Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen die Behauptung antiker Sagen, daß der Delphin dem Menschen ebenbürtig ist – vielleicht sogar überlegen.
- Teil 2:

- Teil 3:


Die Heiler aus der Tiefe: vermögen wahre Wunder zu vollbringen, wenn es gilt, psychisch kranke Menschen zu heilen.
Die Heiler aus der Tiefe: Kein Wesen, das bisher erschaffen wurde, ist göttlicher als die Delphine ... (Oppian vor ca. 2000 Jahren)

Die Heiler aus der Tiefe (Teil 2/3)

Wenn Delphine solche Heilkräfte besitzen, spüren sie dann auch aus einer Gruppe von Menschen heraus, wer ihre Hilfe am meisten benötigt? "Einst nahm ich zwei zerebral gelähmte Kinder mit zum Delphinschwimmen. Der Delphin kümmerte sich rührend um die beiden und spielte mit ihnen, doch dann kam ein Boot mit einer schwer depressiven Frau an Bord. Augenblicklich verließ der Delphin die Kinder, mit denen er eben noch so schön herumgetollt hatte und wandte sich der Frau zu. Sie hatte ein Delphinerlebnis viel nötiger als die beiden Kids. Der Delphin hat auch diese Jungen viel gelehrt, denn ich glaube, sie kommen heute viel besser mit ihrer Krankheit zurecht."
Ein anderes Mal spielte der Delphin mit einem neunjährigen Mädchen, ließ es auf seine Schnauze sitzen und fuhr es so durch die Wellen. Oder er stupste es sanft in den Bauch und stieß es langsam vorwärts.
'Operation Sunflower' zieht immer größere Kreise und Horace Dobbs wird in der ganzen Welt bekannt. Prinz Philip und Prinz Charles schrieben das Vorwort zu einigen seiner Bücher, man wählte in zum Mitglied der 'Royal Society of Medicine' und die Universitäten von Cambridge und Oxford führen Studien nach seinen Anleitungen durch.
Doch Titel bedeuten ihm nichts. Den 'Dr.' unterschlägt er und am liebsten würde er auch das 'Mister' antiquieren. "Ich bin einfach nur Horace. Horace Dobbs." Daß ihn heute viele Menschen als den 'Delphin–Meister' verehren, kann er zwar verstehen, doch scheint diese Anrede den großen, etwas linkisch wirkenden Mann noch immer leicht zu befremden.
"Nach allem, was ich mit Delphinen erlebt hatte, war ich noch immer nicht bereit zu glauben, daß Delphine wirklich Heilkräfte besäßen. Ich konnte es mir mit meiner Ausbildung in der westlichen Medizin auch gar nicht erklären." Ein japanischer Heiler und in seinem Heimatland bekannter Lehrer hielt den Schlüssel für dieses Verständnis bereit. Masato Nakagawa führte den hochdekorierten Akademiker in die chinesische Lehre des 'Chi', der Universellen Lebensenergie, ein. "Wir haben den ganzen Planeten, die dreidimensionale Welt, erforscht. Es gibt aber noch die vierte Dimension der Zeit, die fünfte Dimension der Meditation und noch weitere sieben. Damit wir verstehen können, wie Delphine Menschen heilen können, müssen wir diese neuen Dimensionen erforschen. Wir können die Wirkung der Delphine nicht mehr technisch messen."
Aus diesem Grund hat Horace Dobbs mit anderen zusammen in Japan die 'New Explorer Society' ins Leben gerufen, ein Forum, wo Wissenschaftler und Mystiker zusammentreffen, um gemeinsam die höheren Dimensionen des Lebens zu ergründen.
Es mag sein, vermutet Dobbs, daß Delphine jene Lebensenergie Chi besonders intensiv ausstrahlen, oder zumindest in einer Art ausstrahlen, für die der Mensch besonders empfänglich ist. Daher vielleicht auch jenes prickelnde Gefühl der Freude, sobald ein Delphin herbeischwimmt.
"Die Delphine und die Wale sind für mich die weißen Blutkörperchen von unserer Erde. Ebenso, wie die weißen Blutzellen in unserem Körper Krankheiten, Viren und Bakterien abwehren, halten Wale und Delphine auf einer spirituellen Ebene die Ozeane rein. Ist der Hai der Gesundheitspolizist auf der physischen Ebene, so sind sie es auf einer geistigen Ebene. Wenn wir sie also jagen und ausrotten, töten wir den ganzen Planeten."
Hunderttausende von Delphinen – vielleicht sind es auch Millionen, wer weiß das schon? – lassen Jahr für Jahr ihr Leben, weil sie von Fischern als Konkurrenz betrachtet und von Thunfischhäschern grausam mitabgeschlachtet werden, weil sie sich in lose dahintreibenden Netzen verfangen und ertrinken oder weil sie im vergifteten Wasser ganz einfach langsam zugrunde gehen.
"Delphine sind ausgesprochen fröhliche und humorvolle Tiere." Horace Dobbs erinnert sich gerne an Donald, seinen ersten Delphin–Freund. "Donalds größter Spaß war es, eine Segelregatta durcheinander zu bringen. Ich habe mehr als nur einmal beobachtet, wie er bei einer solchen Gelegenheit wie ein Torpedo auf die Spitzenboote zuschwamm und sie vom Kurs drückte. Dafür schnitt plötzlich ein 'Schlußlicht' der Regatta pfeilschnell durch die Wellen und obwohl der Mann im Boot sein Segel nie ganz in den Griff bekam, überholte er doch alle anderen Skipper. Er hatte ja auch einen Delphin im Heck, der sein Boot kräftig voran schubste. Wenn dann das Chaos am größten war, streckte Donald seinen Kopf heraus und wedelte mit der Schwanzflosse."
Wenn man eine Begegnung mit Delphinen hat, darf man nie vergessen, daß man Gast in ihrer Welt ist. Ihre Aufmerksamkeit läßt sich nicht erzwingen. Horace Dobbs hat schon oft erlebt, wie Delphine einen Menschen kaum beachten, selbst wenn er mitten unter ihnen schwimmt. "Das ist ein Schock für unser Ego. Wir schwimmen auf sie zu mit dem Gefühl, ein toller, bewunderungswürdiger Mensch zu sein – und die Delphine lassen einen links liegen." Der Mensch lernt, demütig zu sein.
Einmal reiste eine schwerreiche Amerikanerin nach England, weil sie sich unbedingt ein Delphin–Erlebnis kaufen wollte. Sie ließ sich den Trip viel Geld kosten und erwartete dafür eine besonders intensive Begegnung mit einem Delphin. Und die Delphine kamen.
Die erfolgsverwöhnte Amerikanerin verbot nun allen anderen, ins Wasser zu steigen, weil sie alle Delphine für sich haben wollte. Doch kein Delphin schwamm in ihre Nähe.
Auf demselben Boot war aber eine Tramperin, die man gratis mitfahren ließ, weil sie kein Geld besaß. Sie hatte wenig später ein Delphin–Erlebnis, das sie in Tränen ausbrechen ließ.


Lebensfreude pur: 'Jojo' reitet auf den Wellen.


Delphine lassen sich nicht kaufen.
"Alle menschlichen Regungen lassen sich auf zwei Gefühlsextreme zurückführen: Liebe und Angst. Delphine jedoch kennen nur die Liebe. Da sie seit Jahrmillionen keine Feinde in ihrer Welt haben, haben sie nie ein Gefühl der Angst entwickelt." Das macht sie verletzlich. Wie sensibel diese Tiere wirklich sind, erkennt man daran, wie sanft sie miteinander umgehen.
"Männchen können ihren Penis willkürlich herauslassen, um einen anderen Delphin oder eben einen Menschen damit zu streicheln", weiß Dobbs. "Das ist ein Zeichen großer Zärtlichkeit und immensen Vertrauens. Doch wir mit unserer Sex–Obsession interpretieren sofort etwas Sexuelles hinein." In England wurde deswegen ein Mann vor Gericht gezogen: "Abartige sexuelle Handlungen mit einem Delphin, stand in der Anklage.
Plutarch schrieb um das Jahr 100 nach Christus: "Dem Delphin hat die Natur als einzigem die Gabe verliehen, nach der die größten Philosophen streben: – die uneigennützige Freundschaft. Er bedarf keines einzigen Menschen und ist dennoch der großmütigste Freund von allen und hat schon vielen von ihnen geholfen." Tatsächlich ist kein einziger Vorfall bekannt, wo ein Delphin einen Menschen angegriffen hat. Im Gegenteil. Viele antike Schriftsteller berichten von Delphinen, die Menschen vor dem Ertrinken gerettet haben. Der prominenteste der Geretteten war Arion, der erste große Gesangsstar der Antike. Sein Schiff wurde in der Ägäis von Piraten überfallen, die ihn ohne Umschweife über Bord werfen wollten. Doch Arion bat darum, ein letztes Mal singen zu dürfen. Der Sänger stellte sich auf die Ruderbank und sang eine "hohe Weise", wie Herodot berichtet. Dann stürzte er sich in die Fluten. Von seinem Gesang angelockt erschien ein Delphin, der ihn ans sichere Ufer brachte.
Als Dank spendete Arion ein ehernes Weihegeschenk, nämlich einen Mann, der auf einem Delphin reitet. Interessanterweise bezeichnet Herodot dieses Geschenk als "nicht eben groß". Anscheinend war diese Rettung also nicht etwas so Außergewöhnliches, als daß sich der Sänger deswegen in große Unkosten hätte stürzen müssen. Ist dies ein Hinweis, daß damals Rettungen durch Delphine ziemlich häufig waren?
Im Zweiten Weltkrieg trieben sechs abgeschossene amerikanische Flieger mit einem Schlauchboot im Pazifik. Ein Delphin schob das Boot zu einer kleinen Insel.
1949 badete die Gattin eines Rechtsanwaltes an einem Strand in Florida. Eine starke Strömung riß die Frau aufs offene Meer hinaus. Ein Delphin schubste die Ertrinkende ans Ufer zurück.
In einer kalten Februarnacht fiel 1960 eine 50jährige von Bord eines Schiffes, das den Bahamakanal befuhr. Sie schwamm um ihr Leben, ohne zu wissen, wohin sie sich wenden sollte. Plötzlich war ein Delphin neben ihr und wies ihr durch Anstoßen die Richtung. Er begleitete die Frau, bis sie das sichere Ufer erreicht hatte.
Delphine scheinen auch heute noch die Freunde und oft auch die Schutzengel des Menschen zu sein. Obwohl sie durchaus andere Tiere angreifen und sogar einen Hai ohne Zögern attackieren und töten, haben sie dem Menschen gegenüber eine Angriffs– und Beißhemmung.
Walforscher Pilleri: "Auch ich bin nie gebissen worden. Diese besondere Sympathie für den Menschen kann ich aber nicht erklären. Man kann es bei einem erwachsenen Mörderwal (Orca), der als der Killer der Meere gilt, sehr rasch haben, ihm mit dem Kopf ins Maul kriechen und ihm die Zähne putzen. Es ist tatsächlich ein Rätsel und hat, glaube ich, auch keine Parallele im Tierreich."
Es gibt Situationen, wo Delphin und Mensch richtige Partner werden, zu beider Vorteil. Mehr als zweitausend Jahre alte Berichte beschreiben, wie die Delphine den Menschen beim Fischen geholfen hätten: Herbeigerufen von hell leuchtenden Feuern, welche in den Schiffen brannten, hätten die Delphine große Fischschwärme wie Hirtenhunde zusammengetrieben. Die Fischer brauchten nur noch ihre Netze zu füllen. Danach erhielten die Delphine ihren redlichen Anteil an der Beute.
Fischfang mit Delphinen muß während vielen Jahrhunderten eine weit verbreitete Tradition gewesen sein, denn noch in unserem Jahrhundert ließen sich am Peloponnes Fischer finden, die noch die Delphine gerufen haben, und zwar mit dem Namen 'Wasili' (König). Der Ruf sei als leichter Singsang ausgestoßen worden und wenn die Delphine ihn hörten, verharrten sie unbeweglich und horchten mit erhobenen Köpfen, woher der Ruf kam. Erschallte er ein weiteres Mal, seien sie pfeilschnell herbeigeeilt, weiß ein griechischer Kapitän zu berichten. Dies erinnert an den Sänger Arion, der ebenfalls sang, bevor ihn ein Delphin vor dem Ertrinken rettete.
Delphine haben keine Ohren. Sie hören mit ihrem ganzen Körper und sind besonders empfindlich gegenüber hohen Tönen. Die Wissenschaft hat mittlerweile bewiesen, daß Delphine eine Sprache haben, die jener des Menschen an Komplexität um ein Vielfaches übertrifft. So umfaßt die menschliche Stimme nur gerade einen Zwanzigstel des Tonumfanges eines Delphins. Außerdem 'spricht' der Delphin für unseren Geschmack viel zu schnell. Läßt man die Tonbandaufnahme eines Delphin–Geschnatter jedoch sehr viel langsamer ablaufen, schälen sich aus den einfachen "Hihi"–Lauten ganze Melodieketten heraus. Delphine sprechen bis zu tausendmal schneller, als der wortgewandteste Italiener.
Da sich Delphine auf hohen Tonfrequenzen verständigen, kann es also durchaus sein, daß sie vom schrillen Singsang eines Menschen herbeigerufen werden können. Dies jedenfalls wollen die alten Überlieferungen gewußt haben.
Horace Dobbs glaubt nicht, daß sich Delphine immer so leicht herbeipfeifen lassen. "Sie kommen, wann sie es wollen." Wer sich also einfach ins Meer fallen läßt, um einem Delphin Hallo sagen zu können, muß wahrscheinlich selber an Land zurückschwimmen, wenn er nicht ertrinken will.

Fortsetzung des Artikels

 

© ZeitenSchrift, CH-6343 Rotkreuz