World Trade Center: Es knallte schon 1993
Am 26. Februar 1993 fand schon einmal ein Anschlag islamischer Terroristen auf das World Trade Center statt. Dabei wurden sechs Menschen getötet und über Tausend verletzt. Robert Friedman wies damals in The Village Voice, einem New Yorker Wochenmagazin, auf die Möglichkeit hin, daß der israelische Geheimdienst Mossad von jenem Anschlag gewußt haben könnte, ohne die Amerikaner zu warnen. In seinem Artikel vom 3. August 1993 lenkte Friedman die Aufmerksamkeit auf den Palästinenser Achmed Ajaj, der wenige Monate vor dem Anschlag in den USA verhaftet worden war, weil er mit einem gefälschten Paß hatte einreisen wollen. Begleitet wurde er von einem Iraker, der laut US-Behörden eine zentrale Rolle im Attentat von 1993 gespielt haben soll. Ajaj wurde später ebenfalls der Verschwörung für das Attentat auf das World Trade Center angeklagt. Offiziell galt der Palästinenser als hochrangiges Mitglied der Hamas-Bewegung und soll einer der führenden Intifada-Terroristen gewesen sein.
Robert Friedman zitierte indes israelische Geheimdienstquellen, die etwas ganz anderes behaupteten: Achmed Ajaj sei ein Kleinkrimineller gewesen, den die israelische Polizei verhaftet habe, weil er amerikanische Dollarnoten gefälscht hatte. Im Gefängnis sei er dann vom Mossad als sogenannter Maulwurf' oder Doppelagent angeworben worden; Insidern zufolge rekrutiert sich der israelische Geheimdienst nicht selten aus Kriminellen.
Ajaj wurde vorzeitig aus der israelischen Haft entlassen und gab sich plötzlich als strenger Moslem und glühender Verfechter der palästinensischen Sache aus. Israelische Sicherheitskräfte verhafteten ihn erneut, weil er angeblich Waffen für die PLO in die Westbank schmuggeln wollte. Zur Strafe wurde er deportiert.
Alles nur Schwindel, behaupten Quellen aus dem israelischen Geheimdienst. Man habe diese Verhaftung und Deportation nur vorgetäuscht, um Ajaj's Ruf als angeblicher PLO-Terrorist zu festigen. In Wahrheit habe er den Auftrag gehabt, radikale Palästinensergruppen im Ausland zu infiltrieren und deren Pläne an Israel zu verraten. So soll sich Achmed Ajaj unter anderem mit der New Yorker Islamistengruppe um Scheich Abdel-Rahman angefreundet haben, dem das erste Attentat auf das World Trade Center angelastet wird.
Robert Friedman schrieb deshalb in The Village Voice: "Es wäre gut möglich, daß Achmed Ajaj von dem geplanten Anschlag auf das World Trade Center wußte und diese Information an den Mossad weiterleitete - der dieses Wissen aus welchen Gründen auch immer für sich behielt."
Ein möglicher Grund liegt auf der Hand: Wann immer sich internationale Wut über den Palästinensern oder Arabern entlädt, ist das im Interesse Israels, des Todfeindes vieler arabischer Staaten.
Informationen zufolge, welche die New York Times am 28. Oktober 1993 publizierte, hatten sogar Beamte der amerikanischen Bundespolizei ihre Finger mit im Spiel gehabt: Der FBI-Agent John Anticev und weitere Bundespolizisten sollen die Terroristen mit Geldern, Ausrüstung und Training bei den Vorbereitungen zum Anschlag auf das World Trade Center von 1993 unterstützt haben.
Cui bono?
Wie so oft, stellen die Massenmedien auch bei der jüngsten Terrorkatastrophe die naheliegendsten Fragen nicht. Ein alter römischer Rechtsgrundsatz lautet: Cui bono? - Wer profitiert davon? Diese Frage wird bei jedem kleinen Verbrechen gestellt; man sollte sie auch bei schrecklichen Katastrophen nicht aus den Augen verlieren.
Wem also haben die Anschläge auf das World Trade Center genützt? Den Palästinensern sicher nicht; im Moment ist der Westen nämlich nicht gut auf Araber zu sprechen.
Innenpolitisch heißt der große Gewinner George W. Bush, 43. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er, der unrühmlich wie kein Präsident zuvor ins Weiße Haus gerutscht ist und nach wenigen Amtsmonaten gerade mal die Hälfte der Amerikaner hinter sich wußte, ist jetzt zur Integrationsfigur der Nation geworden. 85 Prozent Zustimmung im Volk - eine Traumquote. Medien und Politiker beider Lager verkünden lautstark, daß sie hinter ihrem Präsidenten stehen; und wer hat nicht die Bilder von George Bush gesehen, wie er auf den Trümmern des World Trade Centers steht, einen Feuerwehrmann umarmt und per Megaphon zu den Bergungseinheiten spricht. "USA! USA! USA!" skandieren antwortend die erschöpften Feuerwehrleute, während Bush grimmig in die Kameras blickt. Inzwischen melden sich Tausende von Freiwilligen bei Uncle Sam', um für Freiheit und Gerechtigkeit in den Krieg zu ziehen; der gedemütigte Adler wetzt seine Krallen.
Jedem Präsidenten seinen Krieg. Das ist gut für das Geschäft mit Waffen und mit Meinungen (vgl. ZS 21, Seite 12). Zynisch, aber wahr. Man kann sich irren, doch in den ersten Ansprachen nach dem Attentat schien George Bush weder sonderlich erschüttert noch überrascht zu sein. Und wo befand er sich, als er von der Tragödie erfuhr: In einer Grundschule in Florida, wo er über die Gefahren von Gewaltvideos sprach - weit weg von der Gefahrenzone. Ein Hollywood-Drehbuchautor hätte das nicht medienwirksamer arrangieren können. Zufall? Das könnte man durchaus glauben, wenn da nicht kurz vor dem Anschlag jener Telefonanruf von einem US-Flugzeugträger aus gewesen wäre.
Der Bush-Clan und das kolumbianische Drogenkartell
George Bush profitiert nicht nur als Präsident von diesem schrecklichen Anschlag, sondern soll ihm auch persönlich gelegen kommen. Dies behauptet zumindest Sherman Skolnick. Bereits eine Woche vor dem Terroranschlag berichtete er, daß ausländische Fernsehstationen eine ausführliche Dokumentation über die dunklen Machenschaften des Bush-Clans produzieren wollten. Angeblich soll die Bush-Familie in Florida führende Demokraten mit 40 Millionen Dollar bestochen haben, damit George W. Bush im Staat seines Bruders, Gouverneur Jeb Bush, als Wahlsieger hervorgehen konnte. Mehr noch: Dieses Geld soll von Carlos Lehder stammen, einem der großen Drogenbarone des Medellin-Kartells. Lehder soll ein Freund und Geschäftspartner der Familie sein.
Das wäre durchaus möglich, denn es gilt unter Insidern längst als bekannt und erwiesen, daß Bush sen., vorletzter Präsident der USA, maßgeblich am Aufbau der großen Drogenschmuggel-Routen von Kolumbien in die USA beteiligt war, als er dem amerikanischen Geheimdienst CIA vorstand (vgl. auch ZS 23, Seite 58). Zu diesem Netzwerk scheint auch US-Vizepräsident Dick Cheney zu gehören, einer der langjährigen Getreuen von Bush senior. Vor seiner Berufung zum Vizepräsidenten war Cheney Chef des weltumspannenden Konzerns Halliburton. Dies ist weltweit das größte im Ölgeschäft tätige Unternehmen, welches unzählige Niederlassungen in vielen Ländern besitzt, gerade auch in krisengeschüttelten Regionen und Drogenanbaugebieten. Seit Jahren wird Halliburton immer wieder von Insidern beschuldigt, als Fassade für den internationalen Drogenschmuggel zu dienen. Falls das stimmen sollte, wäre dies eine mögliche Erklärung, weshalb Dick Cheney als Gefolgsmann von Bush senior vor einigen Jahren an die Spitze von Halliburton gelangte.
Wären diese Anschuldigungen tatsächlich wie geplant durch TV-Berichte an eine breite Öffentlichkeit gelangt, hätte dies das politische Aus von Bush und seiner Administration bedeuten können. "Mit diesem drohenden Skandal im Nacken hatten diese Leute allen Grund, die geplanten Terroranschläge nicht zu verhindern", schreibt Skolnick. "Diese Attentate waren ein willkommenes Ablenkungsmanöver. Dem Weißen Haus lag es daran, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen und das amerikanische Volk hinter dem Präsidenten zu wissen. Wer wagt es jetzt noch im Angesicht dieser Katastrophe, mit dem Finger auf die Bush-Familie zu zeigen?"
Die Lüge von Pearl Harbor
Wer nun nicht glauben kann, daß in Amerika Tausende von Menschen kaltblütig politischen Zielen geopfert werden können, der sei an Pearl Harbor erinnert, auf das sich amerikanische Medien und Politiker in den letzten Tagen so häufig berufen haben:
Am 7. Dezember 1941 - vor fast genau 60 Jahren - überfielen japanische Kampfflugzeuge den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii und richteten ein Blutbad unter den völlig ahnungslosen Amerikanern an. 3'000 Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben und der Stolz der US-Pazifikflotte war zu einem Haufen geborstenen Stahls reduziert worden. - Das ist noch heute die offizielle Version.
Es läßt sich jedoch längst nicht mehr widerlegen, daß Präsident Roosevelt von dem geplanten Angriff auf Pearl Harbor wußte. Deshalb wurden die unersetzlichen Flugzeugträger vom Hafen aufs offene Meer hinaus beordert, wo sie dem japanischen Angriff entgingen. Sie sollten in den kommenden Seeschlachten entscheidend zum Sieg über die japanische Flotte beitragen.
Hätte Roosevelt den Marinestützpunkt von Pearl Harbor gewarnt, wäre der japanische Angriff fehlgeschlagen. Doch der Präsident entschied, die auf Hawaii stationierten Menschen zu opfern, weil er genau wußte, daß Amerika nur nach einem Schock und einer Demütigung wie Pearl Harbor es werden sollte, bereit war, in den Krieg einzutreten. - Einen Tag nach Pearl Harbor konnte Roosevelt denn auch tun, was gewisse Kreise zuvor jahrelang vergeblich gefordert hatten: Er verlas die Kriegserklärung und gab damit den Befehl zum Anlaufen der amerikanischen Kriegsmaschinerie.
Wenn amerikanische Politiker heute also die Terrorschläge von New York und Washington mit Pearl Harbor vergleichen, sollte uns das zu denken geben.
Präsident Roosevelt war aber beileibe nicht der erste, der diese Taktik anwandte. Hitler tat das gleiche, als seine Schergen den deutschen Reichstag in Brand steckten und Hitlers politische Gegner der Tat beschuldigten. Dies benutzten dann die Nazis, um ihre Diktatur zu errichten. Dies sind die infamen Spiele der Macht.
Ein Hoch auf den Polizeistaat!
Auch Big Brother' gehört zu den Profiteuren von solchen Katastrophen, wie man sie in New York hat geschehen lassen. Geheimdienste und Polizeiorganisationen haben Aufwind. Bereits drei Stunden nach den Terrorschlägen vom 11. September 2001 sind FBI-Beamte laut US-Magazin Wired.com bei Internet-Providern aufgetaucht, um das umstrittene und bisher verbotene Überwachungsprogramm Carnivore zu installieren. Damit kann das FBI sämtliche Emails abhören. Auch Telefone und Faxe dürfen jetzt völlig legal im großen Stil angezapft werden. Ein Großteil der vom US-Kongreß für die Terrorbekämpfung gesprochenen 40 Milliarden Dollar fließt in die Taschen der Geheimdienste, deren Machtbefugnisse nach solchen Katastrophen enorm zunehmen.
Wenig bekannt ist in diesem Zusammenhang auch die amerikanische Notstandsbehörde FEMA (Federal Emergency Management Administration). Sollte der US-Präsident wegen einer noch größeren Katastrophe im ganzen Land das Notrecht ausrufen, so wird damit die amerikanische Verfassung mit ihren Bürgerrechten außer Kraft gesetzt. Sämtliche Bundesbehörden werden dann der FEMA untergeordnet, welche faktisch diktatorische Befugnisse in einem Polizeistaat erhält.
Auch in Europa will man Big Brother' unter die Arme greifen. An einer EU-Konferenz von Sicherheitsberatern forderte ein deutscher Experte, nun müsse man puncto Überwachung noch über die orwellschen Dimensionen hinausgehen - selbstverständlich alles nur zum Schutz der Bevölkerung. Fehlt bloß noch, daß man uns allen künftig Mikrochips implantieren will, zwecks leichterem Aufspüren von Terroristen. Bei den Hunden sind wir ja bereits soweit. Bei den Hunden sind wir ja bereits soweit.
© 2001 ZeitenSchrift