Von Benjamin Seiler
Mal angenommen, Sie möchten von Ihrer Bank einen Kredit über
hunderttausend Euro. Die Bank wird natürlich Sicherheiten verlangen,
Immobilien, Schmuck, Gold, Wertpapiere etc. Denn der Kredit
soll möglichst gedeckt sein. Glauben Sie, daß man Ihnen den
Kredit auch geben würde, wenn Sie für die hunderttausend Euro
eintausend wunderschön am Küchentisch ausgemalte Mandalas als
Sicherheit anzubieten hätten? Oder wenn Sie bloß versprechen
würden, den Kredit "ganz bestimmt zurückzuzahlen" - notfalls
könne die Bank ja monatlich hundert Euro von Ihrem Lohn abziehen,
bis die Schuld beglichen sei?
Und dennoch basiert unser gesamtes globales Währungssystem auf
Spielregeln, die ebenso widersinnig anmuten - weil die Landeswährungen
nämlich längst nicht mehr gedeckt sind. In früheren Jahrhunderten
bezahlte man in Gold- und Silbermünzen. Das Geld erhielt seinen
Wert durch das Edelmetall selbst. Später ging man dazu über,
Papiergeld zu verwenden, dessen aufgedruckter Betrag einen Gegenwert
- meist in Gold - repräsentierte, der an einem sicheren Ort
verwahrt wurde. So war beispielsweise der amerikanische Dollar
bis 1934 noch vollständig durch Gold gedeckt.
Die Währungsgeschichte ist voll von Beispielen von Abwertungen
und Münzverschlechterungen. Aber zu jeder Zeit war es möglich,
auf andere Währungen auszuweichen, die durch Gold abgesichert
waren. Mit dem 15. August 1971 ging diese Ära zu Ende. Damals
hob Präsident Nixon die Goldeinlösungspflicht der USA einseitig
auf. Mit anderen Worten: der Dollar als globale Leitwährung
mußte nicht einmal mehr ansatzweise durch Gold gedeckt sein.
Mittlerweile gibt es keine einzige Währung mehr, die Gold als
Sicherheit aufweist. Der Schweizer Privatbankier Ferdinand Lips
meint dazu: "Alle wirtschaftlichen, monetären und finanziellen
Katastrophen der letzten dreißig Jahre sind auf dieses eine
Ereignis zurückzuführen."
Lips war einer der Mitgründer der Rothschild-Bank in Zürich
und eröffnete 1987 seine eigene Privatbank. Heute ist er im
Ruhestand und gehört zu den gewichtigsten Stimmen, welche vor
einem bevorstehenden Kollaps des modernen Währungssystems warnen.
"Das heutige Papiergeldsystem ohne Deckung ist ein noch sehr
junges Experiment. Es hängt einzig und allein vom Glauben ab,
daß die Schulden, auf denen es aufgebaut ist, eines Tages beglichen
werden. Das Fundament dieses Finanzsystems würde erschüttert,
wenn der Goldpreis massiv anstiege", erklärt Lips. Und doppelt
nach: "Unser gegenwärtiges Währungssystem ohne Golddeckung ist
ein Betrug, der keine gesunde Politik erlaubt. Diejenigen, die
am meisten darunter leiden, sind die arbeitende Bevölkerung
und die Pensionierten" - weil sich nämlich das von Generationen
erarbeitete Volksvermögen in Luft auflöst.
Beispiel Schweiz: Von 2000 bis 2001 verkaufte die Schweizer
Nationalbank über 600 Tonnen Gold. Mit dem Erlös kaufte sie
vor allem langfristige Anleihen in Dollar, die zunehmend an
Wert einbüssen. Ferdinand Lips schrieb im Oktober 2002: "Die
Nationalbank hat dabei, konservativ geschätzt, etwa 500 Millionen
Dollar verloren, weil der Goldpreis in dieser Zeit etwa um 20
Prozent gestiegen ist. Sie hat zusätzlich schwer Volksvermögen
verloren, weil diese Dollars in ihrer Truhe dieses Jahr von
rund CHF 1.80 auf jetzt etwa CHF 1.45 abgesackt sind."
Warum verkauft dann die Schweizer Nationalbank weiterhin Gold?
Die Hintergründe zu dieser Frage füllen ein ganzes Buch, das
der Schweizer Bankier im Jahr 2002 in New York veröffentlichte.
Der englische Titel lautet ‚Gold Wars' - Goldkriege. In Deutsch
erschien das Buch unter dem vielsagenden Titel ‚Die Goldverschwörung'.
"Glauben Sie denn nicht, daß etwas nicht stimmen kann, wenn
von 50 Tagen, an denen der Goldpreis in Europa steigt, er in
Amerika 48 Male zusammengehauen wird?", fragte Lips vor zwei
Jahren während eines Vortrags.
Den Goldpreis drücken
Gold als Referenz für den Wert einer Währung mußte unter allen
Umständen schlecht gemacht werden. Ein hoher Goldpreis würde
nämlich das instabile Kartenhaus offenbaren, auf welches sich
nicht nur der amerikanische Dollar stützt. Deshalb verkündeten
die Massenmedien jahrelang, die Zeiten für Gold als Geldanlage
seien endgültig vorbei. Und clevere Wall Street-Finanzjongleure
redeten den Nationalbanken ein, ihren brachliegenden Goldschatz,
der keine Zinsen bringt, doch an Geschäftsbanken zu verleihen.
Diese Zentralbankausleihungen und die effektiven Goldverkäufe
der Zentralbanken waren und sind ein wichtiger Grund für den
noch immer viel zu tiefen Goldpreis.
Bereits nach dem Börsencrash von 1987 zwangen die Amerikaner
den Internationalen Währungsfond IWF, soviel Gold zu verkaufen,
daß der Goldpreis an einem Tag um 100 Dollar pro Feinunze einbrach
- das Finanzbarometer Gold wurde einmal mehr erfolgreich sabotiert.
Alan Greenspan, Vorsitzender der Federal Reserve und somit Chef
der in privaten Händen liegenden US-Notenbank, sagte öffentlich:
Sollte der Goldpreis steigen, dann werden die Zentralbanken
Gold in steigenden Mengen auf den Markt werfen, um den Preisanstieg
zu stoppen.
Kopfjagd auf den Schweizer
Franken
Langfristig, so überlegte man, kann der Goldpreis nur gedrückt
werden, wenn die Staaten mit dem größten Goldbesitz dazu gebracht
werden, ihre Schätze zu veräußern. Dies machte die Schweiz zum
Hauptziel der Goldverschwörer. Das kleine Land galt nicht nur
als sicherster Bankenplatz der Welt, sondern besaß auch den
höchsten Pro-Kopf-Anteil in Gold. Zudem war der Schweizer Franken
zu mindestens 40 Prozent mit Gold gedeckt. So stand es in der
Verfassung. Damals, vor etwas mehr als zehn Jahren, konnte jedermann
sicher sein, daß für jeden Franken mindestens 40 Rappen in purem
Gold sicher verwahrt wurden. Da die Nationalbank ihre Goldbestände
bis 1998 weit unter dem Marktwert bilanzierte, war der Schweizer
Franken faktisch sogar vollumfänglich durch Goldreserven gedeckt.
Dies machte ihn zur sichersten Währung der Welt.
Doch dann überredete die Schweizer Regierung das Volk, dem Internationalen
Währungsfond IWF beizutreten. Im Abstimmungskampf stellte man
diesen Beitritt als eine Art Entwicklungshilfe dar, bei welcher
man nicht abseits stehen dürfe. Ganz im Geiste von Henry Dunant,
dem Schweizer Gründer des Internationalen Roten Kreuzes, stimmte
das Volk für die bundesrätliche Vorlage. Und so kam es, daß
die Schweiz 1992 in den Bretton-Woods-Institutionen Einzug hielt.
Was die Schweizer nicht wußten - und ihnen von der Regierung
auch nicht gesagt wurde: Die Statuten des IWF verbieten es ausdrücklich,
daß eine Währung an Gold gebunden ist.
Trotzdem ließ ein Vorstandsmitglied der Schweizer Notenbank
noch am 20. Juni 1992 verlauten: "Die Schweizerische Nationalbank
hat keine Absicht, Gold zu verkaufen." Zwölf Jahre später hat
eben diese Zentralbank 1'300 Tonnen Gold veräußert - die Hälfte
des ursprünglichen Goldvermögens des Schweizer Volkes - weil
es angeblich nicht länger als Währungsreserve benötigt wird.
Mit dem Beitritt zum IWF wurde der Schweizer Franken als letzte
Währung von der Golddeckung gelöst. "Die Schäden für das Land
sind zwar noch nicht offensichtlich", schreibt Ferdinand Lips,
"aber der IWF hat in anderen Ländern eine Verwüstungsschneise
in die Volkswirtschaften gehauen, wie die B-52-Bomber auf den
Kriegsschauplätzen. Auf jeden Fall ist die Schweiz nicht frei,
ihre Währungs- und Finanzpolitik unter Gemeinwohlaspekten selbst
zu gestalten."
Die Bretton Woods-Institutionen brachten den Schweizer Finanzminister
in die Klemme, wurde er doch durch die IWF-Statuten zum Verfassungsbruch
gezwungen, da der Franken nicht mehr durch Gold gedeckt sein
durfte. Was also sollte man tun? Richtig - es mußte eine neue
Verfassung her! Mit einer beispiellosen Propaganda warb die
Regierung für eine überarbeitete Version, an der man jahrelang
gefeilt hatte. Während des Abstimmungskampfes wurde behauptet,
daß es sich bei der Neukodifizierung der Verfassung nicht um
materielle Änderungen handle, sondern lediglich um eine übersichtliche
und textliche Nachführung der gültigen Verfassung. Das Volk
hatte nur drei Wochen lang Zeit, dieses über hundert Artikel
umfassende Werk zu studieren, und stimmte der Vorlage schließlich
zu. So trat die neue Verfassung am 1. Januar 2000 in Kraft.
Und seit diesem Tag muß der Schweizer Franken nicht mehr durch
Gold gedeckt sein.
Soweit die Leseprobe. Der ganze Artikel beschäftigt sich des
weiteren mit der Frage, wieviel Gold unsere Länder eigentlich
noch besitzen - und wo es gelagert wird. Wir zeigen auf, weshalb
Goldexperten davon ausgehen, daß beispielsweise gerade Deutschland
durch seine in Amerika gelagerten Goldreserven erpressbar ist.
Ausserdem rekapitulieren wir die (wenig bekannten) Hintergründe,
die zum Machtkampf zwischen amerikanisch-jüdischen Organisationen
und den Schweizer Großbanken führten, was nicht nur den guten
Ruf des Schweizer Bankenplatzes beschädigte, sondern auch ‚Lösegeld-Zahlungen'
in Milliardenhöhe auslöste.
Sie erfahren auch, was der in Ungnade gefallene Ex-CDU-Abgeordnete
Martin Hohmann mit der brisanten Thematik rund ums Gold verbindet.