Geldmacht: Das absehbare Ende eines Despoten

Man folge der Spur des Geldes, dann hat man gute Chancen, den tatsächlichen Verlauf der Weltgeschichte zu entdecken. Lesen Sie hier, wie die Geldmacht in den letzten zwei Jahrhunderten des Fische-Zeitalters ihr bedrohliches Haupt emporreckte, um den Pfad in ein hoffnungsvolleres Zeitalter zu verdüstern mit Blut, Schweiß und Tränen. Auch wenn die Mächte des Geldes es noch nicht wahrhaben wollen: Ihre Tage sind gezählt und ihre Reichtümer auf Sand gebaut…

Wenn eine Regierung hinsichtlich des Geldes von den Banken abhängt, dann kontrollieren diese und nicht die Führer der Regierung die Situation, da die Hand, die gibt, immer über der Hand steht, die nimmt. Geld hat kein Mutterland; Finanziers verfügen weder über Patriotismus noch Anstand; ihr einziges Ziel ist der Gewinn.

Napoleon Bonaparte

„Ich bin der Überzeugung, dass Bankinstitute gefährlicher für unsere Freiheit sind als stehende Armeen“, schrieb Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA, einst nieder. Die heutige Zeit gibt ihm recht. „Man kann die Vereinigten Staaten mit dem Römischen Reich direkt vor dem Zusammenbruch vergleichen. Der finanzielle Zustand ist schlimmer als angekündigt. Das Modell des Staates ist zerstört“, meinte der Vorsitzende des US-Rechnungshofs, David Walker, als er bereits 2007 der Bilanz des amerikanischen Staatshaushalts wegen undurchsichtiger Daten (intransparent Data) kein Testat ausstellte. Jeder US-Bürger hat heutzutage um die 30‘000 Dollar Schulden, rechnet man die Staatsschuld auf die Bürger um. Stunde um Stunde steigt das US-Defizit um weitere 8 Millionen Dollar – die Schulden der einzelnen Bundesstaaten und Gemeinden, die Investitionen der Industrie und Privatschulden der Haushalte noch nicht einmal mit eingerechnet. Dabei gab es einen Zeitpunkt, in dem das junge Amerika vollkommen schuldenfrei war: Im Jahre 1836. Jenem Jahr, als es Präsident Andrew Jackson gelungen war, die Herrschaft der amerikanischen Zentralbank zu beenden. Bis 1913 sollte dieser Zustand anhalten. Dann wurden die USA das Opfer eines heimtückischen Coups der Finanz-Elite: Sie erhielten von neuem eine Zentralbank, die Federal Reserve. Sie ist die Wurzel der heutigen Finanzmisere.

Das Übel nahm seinen Anfang im Jahre 1694 in London, als die erste Zentralbank gegründet wurde. Man nannte sie „Bank of England“, was wirkte, als ob sie von der Regierung kontrolliert wurde. Doch das war weder damals, noch ist es heute so bei irgendeiner der Zentral- oder Notenbanken auf der Welt.

Wie es dazu kam, schildert Christopher Hollis in seinem 1943 erschienenen Buch The Breakdown of Money. „Im Jahre 1694 benötigte die Regierung von König William III. dringend Geld. Eine Gruppe reicher Männer unter der Führung von William Paterson bot dem König an, ihm 1,2 Millionen Pfund bei 8 Prozent Zinsen zu leihen. Jedoch nur unter der Bedingung, dass The Governor and Company of The Bank of England, wie sie sich selbst nannten, das Recht haben sollte, zusätzlich Banknoten zum vollen Ausmaß ihres Kapitals zu drucken. Das bedeutet, dass die Bank berechtigt wurde, 1,2 Millionen Pfund in Gold und Silber einzukassieren und diesen Betrag in 2,4 Millionen Pfund umzuwandeln (ihn also zu verdoppeln). Davon vergab sie 1,2 Millionen Pfund als Darlehen an die Regierung, die anderen 1,2 Millionen in Banknoten durfte sie jedoch selbst nutzen. Paterson sah völlig richtig, dass dieses der Bank gegebene Vorrecht das Privileg war, Geld zu erschaffen (…) In Wirklichkeit hielt sie nicht einmal einen realen, materiellen Geldvorrat von zwei- oder dreitausend Pfund. Im Jahre 1696 – also zwei Jahre später – zirkulierten die Banker bereits eine Summe von 1,75 Millionen Pfund an Banknoten gegen eine Bargeldreserve von lediglich 36‘000 Pfund.“

Paterson: „Die Bank hat den Nutzen der Zinsen auf alle Gelder, welche sie aus dem Nichts erschafft.“

Und wie erschuf die Bank Geld? Indem sie Kredite vergab, für welche sie Banknoten „aus dem Nichts“ druckte. Ein lohnendes Geschäft: Allein die britische Regierung schuldete der Bank innerhalb von vier Jahren nicht mehr bloß die anfänglichen 1,25 Millionen Pfund, sondern gigantische 16 Millionen – das ist eine Schuldenexplosion von 1‘280 Prozent.

Eine solche Überflutung des Marktes mit neuem Geld bedeutet natürlich Inflation – sprich, der Wert pro Einheit sinkt, während die Preise steigen. So werden die Sparrücklagen der Bürger eines Landes aufgefressen, die ja mit einer Inflation nicht automatisch anwachsen – sprich, wenn die Geldentwertung zehn Prozent beträgt, sind immer noch dieselben 10‘000 Euro auf der Bank, nur dass man dafür jetzt zehn Prozent weniger Güter bekommt. Was also muss der Bürger bei größeren Ausgaben tun? Wieder zur Bank gehen und um einen neuen Kredit bitten, der dann mit Zins und Zinseszins zurückzuzahlen ist. Die Bank „druckt“ einfach ein paar Banknoten mehr und gibt ihm den Betrag (heute geschieht dies natürlich rein virtuell, ohne den Druck von Münz- oder Notengeld).

In Friedenszeiten macht die Geldmacht Jagd auf die Nationen und in Zeiten der Feindschaft verschwört sie sich gegen sie. Die Geldmacht ist despotischer als die Monarchie, unverschämter als die Selbstherrschaft und eigennütziger als die Bürokratie.

Abraham Lincoln

Soweit die erste Phase eines perfiden und groß angelegten Plans. In der zweiten Phase dreht die Zentralbank dann den Geldhahn zu. Das ist notwendig, damit Phase 3 nach Plan aufgeht: Die verschuldeten Leute gehen langsam bankrott, da sie kein zusätzliches Geld für zusätzliches Wachstum erhalten. Nun kann die Bank die tatsächlichen, realen Werte wie Fabriken, Wohn- oder Landeigentum einkassieren, und das erst noch weit unter Wert, weil die entstandene Wirtschaftskrise die Preise gedrückt hat.

Frankfurter Anfänge

Die Eigentümerschaft der heutigen National- oder Zentralbanken ist nicht öffentlich bekannt. Allerdings gehören sie nicht dem Staat, obwohl ihr Name dies suggeriert. Kenner der Szene verlauten, dass es eine Dynastie gebe, welche besonders stark im „Zentralbankgeschäft“ engagiert sei. Sie nahm ihren Anfang in der Frankfurter Judengasse, als ein Mann namens Mayer Amschel Bauer beschloss, seinen Namen dem roten Schild über seiner Wechselstube anzupassen. Seither ist ihr Name Legende geworden: Rothschild.

Mayer Amschel Rothschild (1744-1812), der Stammvater der heute riesigen und über die ganze Erde verzweigten Dynastie, gewinnt die Sympathie des Prinzen Wilhelm IX. von Hessen-Hanau, damals eines der reichsten Häuser Europas, indem er ihm rare Münzen und Schmuck zu niedrigem Preis anbietet. Rothschild offeriert ihm zudem einen Bonus für jegliches weitere Geschäft, das der Prinz in seine Richtung lenken kann. Dabei entdeckt er die Vorteile des Geschäftszweiges, auf den sich die ganze Dynastie lange spezialisieren wird: die Darlehensvergabe an Königshäuser und Regierungen. Erstens sind die Summen größer – und damit die Schuldzinsen – und zweitens sind die Kredite sicherer, weil durch die Steuereinnahmen einer ganzen Nation gedeckt. Rothschild lebte in einer äußerst bewegten Epoche, die mitzugestalten er entschlossen war. Sein 1776 durch Adam Weishaupt gegründeter Illuminaten-Orden1 soll an der Anzettelung der französischen Revolution (1789-1799) maßgeblich beteiligt gewesen sein. Auch die Vorgänge in den amerikanischen Kolonien, die schließlich zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) führten, ließen ihn keineswegs kalt. Er wusste, dass Geld die Welt regiert – und dass derjenige, der das Geld besitzt, damit auch die Regierenden in der Tasche hat.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg

Benjamin Franklin, einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung, war mit der Art von Geschäften, welche die Bank of England betrieb, bei seinem England-Besuch im Jahre 1763 vertraut geworden. Schnell hatte er die Gefahren erkannt, die entstehen, wenn eine private Bank die Währung einer Nation kontrolliert. Bis zu seinem Tod im Jahre 1791 hatte er sich deshalb der Schaffung einer amerikanischen Zentralbank stets widersetzt. In den Kolonien war es damals üblich, eigene Banknoten zu drucken, die Colonial Scripts genannt wurden. Sie waren nicht in Gold oder Silber umtauschbar, dienten jedoch dem Zahlungsverkehr der wachsenden Staaten, der auf diese Weise wunderbar funktionierte. Es war Geld, das die Regierung kontrollierte, und für das niemand Zins bezahlen musste.

Das sollte jedoch nicht so bleiben. 1764 verabschiedete das britische Parlament den Currency Act. Dieser verbot es den amerikanischen Kolonien, ihr eigenes Geld zu drucken und zwang sie, all ihre künftigen Steuern an Großbritannien in hartem Gold oder Silber zu entrichten. Benjamin Franklin bemerkte später dazu: „Innerhalb eines Jahres hatten sich die Bedingungen so sehr verändert, dass die Ära der Prosperität endete, und eine Depression einsetzte – in solchem Maße, dass die Straßen der Kolonien voll mit Arbeitslosen waren.“ Sprich: Den neuen Ländern fehlte schlicht Geld, um ihre täglichen Geschäfte zu tätigen und Menschen für ihre Arbeit zu bezahlen. „Die Kolonien hätten gerne die kleinen Steuern auf Tee und andere Materialien bezahlt, wenn England ihnen nicht ihr eigenes Geld weggenommen hätte, was zu Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit führte. Die Unfähigkeit der Kolonisten, von König Georg III. und den internationalen Bankiers die Vollmacht zu erhalten, auch künftig ihr eigenes Geld herauszugeben, war der wichtigste Grund für den Unabhängigkeitskrieg.“

Auch bei diesem Krieg waren also Geld und die Macht der Banken ein wesentlicher Auslöser. Da verwundert es nicht, dass Mayer Amschel Rothschild seine guten Beziehungen zum Prinzen von Hessen-Hanau nutzte, um diesen zu überreden, der britischen Seite 16‘800 Soldaten zur Verfügung zu stellen. Die Unabhängigkeit Amerikas zu verhindern, lag auch in seinem Interesse.

Als dies nicht gelang, so war das nächste Ziel der Bank-Elite, das Geld der aufstrebenden Nation zu kontrollieren. Und dies ließ sich am besten mit einer Zentralbank machen. Noch im Todesjahr von Benjamin Franklin, also 1791, focht Alexander Hamilton (einer der drei „Väter“ der amerikanischen Verfassung) erfolgreich für die erste amerikanische Zentralbank, die First Bank of The United States. Und so erhielt diese im selben Jahr eine auf zwanzig Jahre befristete Geschäftsbewilligung.

Innerhalb der ersten fünf Jahre lieh sich die amerikanische Regierung von der US-Notenbank die für jene Zeit ungeheure Summe von 8,2 Millionen Dollar. Als Folge davon stiegen die Preise im Land um 72 Prozent an. Was Thomas Jefferson, damals Außenminister der Vereinigten Staaten, seufzen ließ: „Ich wünschte, es wäre möglich, eine einzige Änderung an unserer Verfassung vorzunehmen: Es sollte der Regierung die Möglichkeit genommen werden, Geld zu leihen.“

Im Jahre 1811 stimmte der US-Kongress gegen eine Lizenz-Erneuerung der amerikanischen Zentralbank. Als Folge davon verlor das Haus Rothschild Millionen, was Nathan Rothschild, der 1808 in London mit Geld vom Vater die Bank N. M. Rothschild & Sons eröffnete, zur Drohung verleitet haben soll: „Entweder wird die Lizenz verlängert, oder die Vereinigten Staaten werden sich in einem verheerenden Krieg wiederfinden.“

Nur ein Jahr später, 1812, befanden sich die USA und England tatsächlich im Krieg. Ein Krieg, für den die offiziellen Geschichtsbücher keinen wirklich triftigen Grund nennen können. Zwischen dem ehemaligen Mutterland und den einstigen Kolonien hatte es über Jahre hinweg viele kleine Händel gegeben – genannt werden die Übergriffe britischer Kriegsschiffe gegen US-Handelsschiffe, die britische Blockade amerikanischer Häfen, um den Handel mit dem von Napoleon besetzten Europa zu unterbinden und andere kleinere Querelen mehr. Manche Historiker bezeichnen diesen Krieg daher als überflüssig und unnötig: Politische Lösungen standen nämlich kurz bevor. Am Ende, nach vier Jahren, hatte auch keine der Parteien gewonnen, und man schloss einen Friedensvertrag. Von Nathans Mutter Rothschild (der geborenen Gutle Schnaper) ist das Zitat überliefert: „Wenn meine Söhne keinen Krieg wollten, würde es keinen geben.“

Die Rothschild-Hausregel

Am 19. September desselben Jahres (1812) starb der Stammvater der Rothschild-Dynastie. Er hinterließ fünf Töchter und fünf Söhne. Die beiden begabtesten Sprösslinge, Nathan und Jakob, hatten sich schon in jungen Jahren in den Metropolen Europas niedergelassen – Nathan in London, Jakob, der sich später James nannte, in Paris. Die Leitung des Frankfurter Geschäfts übernahm der Älteste, Amschel Mayer Jr., während Bruder Salomon in der Kaiserstadt Wien eine Dependance eröffnete. Der am wenigsten talentierte Bruder, Carl Mayer Rothschild, machte in Neapel eine Bank auf. Da die fünf Frankfurter alle Transaktionen gemeinsam planten und sich den Gewinn teilten, als seien ihre fünf Bankhäuser in einer Hand, nannte man sie die Fünf Finger.

Amschel Mayer hinterließ seinen Söhnen nicht nur ein beachtliches Vermögen – einige Quellen sprechen von 800’000 Gulden, andere von 12 Millionen Talern (wobei nichts über den heutigen Gegenwert dieser Summen bekannt ist) – sondern auch ein Testament, das zur Hausregel des aufstrebenden Clans wurde. Es bestimmte:

  1. Alle Schlüsselpositionen im Familiengeschäft sind mit Familienmitgliedern zu besetzen.
  2. Nur männlichen Mitgliedern der Familie ist es erlaubt, am Familiengeschäft teilzunehmen.
  3. Die Familienmitglieder sollen sich mit ihren Vettern und Kusinen ersten und zweiten Grades verheiraten, um das Familienerbe zu erhalten (laut der Jüdischen Enzyklopädie von 1905 waren von den zu jener Zeit 58 bestehenden Rothschild-Ehen 29 mit Vettern und Kusinen ersten Grades geschlossen worden).
  4. Es sollen weder juristische Bestandsaufnahmen noch Veröffentlichungen des Vermögens stattfinden (bis heute geben die Rothschild-Banken keine konkreten Informationen über den Geschäftsgang noch über das Familienvermögen bekannt).
  5. Der jeweils älteste Sohn des ältesten Sohnes soll das Familienoberhaupt werden (falls die Mehrheit der Familie nicht anders entscheidet) – was diese denn auch sofort tat und den drittgeborenen Nathan zum neuen Chef des Hauses Rothschild bestimmte.

Quellenangaben