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Aufsehen erregt hatte auch die Schlägerei, in die Steck Ende April 2013 im Himalaja geraten war: Sherpas, die am Mount Everest Fixseile montierten, hatten ihm und seinen Kollegen vorgeworfen, einen Eisschlag ausgelöst zu haben, der einen der Sherpas verletzte. „Das ist Quatsch“, sagte Steck danach dem Nachrichtenmagazin Spiegel, „wir haben keinen Zentimeter Eis losgetreten.“ Sein Kletterkollege Simone Moro hatte daraufhin den Chef der Sherpas einen ‘Motherfucker’ geschimpft. Zurück im Basislager, übten die Sherpas Vergeltung: „Als ich aus dem Zelt trat, kamen ungefähr hundert Sherpas auf mich zu. Einige hatten ihr Gesicht mit Schals vermummt, andere trugen Steine in den Händen“, erzählte Steck damals dem Spiegel. „Angeführt wurden sie von dem Sherpa, mit dem wir uns oben gestritten hatten. Bevor ich etwas sagen konnte, landete seine Faust mit voller Wucht auf meiner Nase. Ich ging zu Boden, dann bekam ich einen Stein ins Gesicht. Sie wollten mich töten, jedenfalls riefen sie das immer wieder.“ Der Spiegel schrieb dazu weiter: „Steck führt die Gewalt am Everest auf einen Machtkampf zwischen Einheimischen und Profikletterern zurück. ‘Viele Sherpas sehen in uns Parasiten, die an ihrem Berg sind, ohne den Profit zu steigern. Es wird in Zukunft noch mehr Bergsteiger geben, die eine Abreibung bekommen.’
In den vergangenen Jahren sei eine ‘neue, junge Generation von Sherpas’ an den Everest gekommen: ‘Die Jungs sind etwa 20 Jahre alt, sie verdienen in zwei Monaten rund 7'000 Dollar. Das ist in Nepal sehr viel Geld. Die Sherpas fühlen sich als Helden und wollen das Management am Everest übernehmen, das Business vorantreiben. Die Prügelei war auch eine Art Machtdemonstration.’
Futter fürs Ego
Bereits im vergangenen Jahr gab es Berichte, wonach mehrere der rund 500 US-Dollar teuren Flaschen mit lebenswichtiger Atemluft für erschöpfte Everest-Bezwinger auf mysteriöse Weise verschwanden. Während der vergangenen Wochen mussten gleich mehrere Gruppen beim Abstieg vom Mount Everest zu ihrem Schrecken feststellen, dass Unbekannte ihre Zelte geöffnet und für den Heimweg aufbewahrte Sauerstoffvorräte gestohlen hatten. In zumindest einem Fall überlebte ein westlicher Bergsteiger den Abstieg nur, weil sein Führer ihm seine eigene Flasche mit den letzten Resten Luft überließ.
WILL NOT BE SHOWN IN THE FINAL DESIGN
„Der Diebstahl kann fatale Folgen haben“, warnte der britische Bergführer Tim Mosedale, der mit einem Preis von rund 45'000 US-Dollar zu den teuersten Unternehmern am Everest zählt, „viele unserer Kunden sind so erschöpft vom Aufstieg, dass sie ohne diese Vorräte dem Untergang geweiht sind“. Laut einigen Bergsteigerberichten soll mittlerweile ein schwunghafter Handel mit Sauerstoff im Basislager am Mount Everest existieren, weil verschwundene Vorräte dringend aufgefüllt werden müssen. Angesichts einer Vielzahl von Firmen, die mit einem Ausflug in die Todeszone des Berggiganten Geschäfte machen, sind Experten wenig erstaunt. In Indien ist ein Trip auf den Mount Everest für ganze 18'000 Dollar zu haben. Westliche Firmen verlangen mit 40'000 bis 45'000 Dollar mittlerweile knapp die Hälfte des Preises, der vor Jahren üblich war. „Manche Expeditionsunternehmen sind völlig unzureichend ausgerüstet“, bemängelt ein Sherpa in Kathmandu.1
Moral und Sitten verrohen immer mehr am höchsten Berg der Welt, dessen Besteigung längst zum Big Business verkommen ist. Es gibt nur zwei Routen zum Gipfel und beide sind fest in der Hand kommerzieller Expeditionen, die All-inclusive-Pakete an reiche westliche Interessenten anbieten. Die Schweizer Bergsteigerin Natascha Knecht listete in der Schweizer Illustrierten auf, wie sich das Besteigerpublikum 2017 zusammensetzte: „… darunter ein 80-Jähriger, einer mit Beinprothese und etliche, die vorher noch nie mit Steigeisen und Eispickel am Berg waren. Denn berühmt ist der Everest auch für die Rekorde, die auf seinem Rücken ausgetragen werden: der Älteste, der es je bis oben geschafft hat, der Jüngste, der erste Blinde, der Erste ohne Arme, der Erste mit HIV-Infektion, die ersten Zwillinge, der erste Hells Angel, das erste ‘Playboy’-Covergirl. Einer zog sich auf dem Gipfel bei minus 10 Grad nackt aus. Einer wollte nur in Unterhosen hoch. Einer rühmt sich, in der Todeszone Sex gehabt zu haben.
Wir Daheimgebliebenen staunen: Ist das der Wahnwitz? Oder ist der Everest womöglich gar nicht so schwierig zu besteigen? Fakt ist: Wer heute auf den höchsten Berg will, kann die Expedition buchen wie Ferien auf den Malediven. Die Teilnahme kostet ab 70'000 Franken. Dafür gibt es professionell organisierte Betreuung rund um die Uhr – inklusive Sauerstoffflaschen, wenn die Luft dünn wird.
Sherpas, Köche, Träger und westliche Ärzte sorgen für das Wohlergehen der zahlenden Bergsteiger. Lokale Spezialisten, die ‘ice doctors’, präparieren ihnen eine ‘Piste’ mit Leitern und Seilen bis auf den Gipfel – Klettererfahrung ist nicht mehr nötig. Und auf dem Weg geben die gut ausgebildeten einheimischen Bergführer alles, damit ihre Schützlinge lebend zurückkehren.“ Das Schwierigste am Abstieg ist manchmal, wie es auch Ueli Steck berichtete, „wie ich auf dem Rückweg an den aufsteigenden Menschenmassen vorbeikomme.“
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Bericht in der Online-Ausgabe des General-Anzeiger Bonn, 29. Mai 2017
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