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Die Erde ist hohl

Geheimgehaltene NASA-Aufnahmen zeigen: An ihren Polen befinden sich riesige Öffnungen, die ins Innere des Planeten führen. Diese Fotos sind relativ neu, doch das Wissen um eine hohle Erde reicht Jahrtausende zurück.

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Ein US-Offizier als Kreuzritter der hohlen Erde

1818 trägt der amerikanische Ex-Oflizier John Cleves Symmes große Packen zur Post von St. Louis. Briefe sind's, die der Welt im allgemeinen und den Politikern, Gelehrtenvereinigungen, Staatsoberhäuptern und Zeitungen im besonderen verkünden, dass "die Erde hohl ist und im Inneren bewohnbar". Symmes wurde vom kosmischen Bumerang so stark getroffens dass er gelobte, "mein Leben der Bestätigung dieser Wahrheit zu weihen. Ich bin bereit, den Hohlraum zu erforschen, falls die Welt mir bei diesem Unterfangen Hilfe gewährt." Cleves, der die Reaktionen der Welt schon ahnte, legte seinem Schreiben ein Leumundszeugnis und ein ärztliches Attest über seine Zurechnungsfähigkeit bei. Allein, das Hohngelächter, das ihm entgegenschallte, nahm keine Notiz davon. Symmes gab nicht auf. Im ganzen Land betrieb er einen Propagandafeldzug, der immerhin dazu führte, dass Senator Richard M. Johnson im Kongreß den Antrag stellte, eine Expedition ins Innere der Welt zu finanzieren. Wie meist, wenn Politiker heiße Eisen anfassen sollen, scheuten sie davor zurück – und vertagten einen Entscheid. Ermüdet von seinem erfolglosen Kampf starb Symmes 1829, ohne seine Expedition ausgerüstet zu sehen.

Doch welche Kapriole des Schicksals: Genau in jenem Jahr 1829 sollten zum ersten Mal weiße Menschen genau jene Reise machen, die Symmes so verzweifelt angestrebt hatte. Jens und Olaf Jansen, zwei Skandinavier, folgten dem Ruf der Götter Odin und Thor und segelten mit einem lächerlich kleinen Fischerboot ins sagenhafte Land jenseits des Nordwinds. Ihre Geschichte können Sie in dieser ZeitenSchrift nachlesen (Eine Reise ins Innere der Welt). Zwei Jahre lebten sie im Innern unseres Planeten, bei einer Menschheit, die uns weit überlegen ist an Weisheit, Liebe und Macht. Zwei Jahre lebten sie dort, und nur einer der beiden überlebte die gefahrvolle Rückkehr an die Oberfläche der Erde. Die ganze Welt sollte wissen, welche Wunder er gefunden hatte! Doch als er es wagte, seine phantastischen Erlebnisse zu erzählen, wurde er für 28 Jahre in eine geschlossene Irrenanstalt verbannt.

Und während Olaf Jansen in einer Kerkerzelle saß und nicht reden durfte, verbreitete sich doch der Mythos dahin und dorthin. Jules Verne schrieb in Frankreich seine 'Reise zum Mittelpunkt der Erde'. Edgar Allan Poe verfaßte 1838 in Amerika in Gedenken an den 'Fanatiker' Symmes die Kurzgeschichte 'Die Flaschenpost' und den Roman 'Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket'. Beide schildern verhängnisvolle Reisen, die damit enden, dass die Schiffe am Südpol durch einen Strudel ins Erdinnere gerissen werden. In England verfaßt Edward Bulwer-Lytton 1873 den Roman 'Das Geschlecht der Zukunft'. Er beschreibt ein Paradies im Erdinnern, wo die riesenhaften 'Vril-ya' leben.

Woher floß ihnen die Inspiration zu? Hatten sie vielleicht in den Schriften des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler gelesen, der schon im 18. Jahrhundert den hohlen Planeten postuliert hatte, mit einer Sonne im Zentrum, "die einer hochstehenden innerirdischen Menschheit Wärme und Licht spendet"?

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Was geschieht am 83. Breitengrad?

Im 19. Jahrhundert also versuchen die tollkühnsten Männer, die Pole zu erobern. 1827 stößt der Engländer Parry bis auf 82°47', nördlicher Breite vor. 1881 erreicht sein Landsmann Marckham 83°20'.

Am 83. Breitengrad scheiterten einige Polfahrer, Salomon-August Andree (1854-1897), ein schwedischer Ingenieur, musste mit seinem Freiballon am 11. Juli 1897 beim 83. Breitengrad landen. Sir Georges Nares schaffte es 1875 per Schiff bis zum 82. Breitengrad. Barnard und Lockwood erreichten 83°24' nördlicher Breite. Zuvor schon hatten Marmaduke (1612), Phipps (1773), Scoresby (1806) beim 81. oder 82. Breitengrad umkehren müssen.

Fritjof Nansen (1861-1930) kam auf die Idee, sein Schiff in Packeis einschließen zu lassen, um so – wie er hoffte – den Nordpol zu erreichen. Sie machten allerdings die Entdeckung, dass das Packeis gen Süden trieb. Dasselbe erfuhr auch Papanine, ein russischer Gelehrter, dessen wissenschaftliche Station bis hinunter zur Küste Grönlands getrieben wurde.

Fritjof Nansen hatte auf seiner Suche nach dem Pol immerhin den 86. Breitengrad erreicht. Seine Aufzeichnungen halten eine äußerst merkwürdige Begebenheit fest: "Um die Mittagszeit sahen wir die Sonne, oder ein Bild von ihr. Wir hatten nicht erwartet, sie an jener Position zu sehen." Zuerst fürchtete Nansen, sich verirrt zu haben. "Doch erleichtert erkannte ich, dass es nicht die Sonne sein konnte. Es war nur eine schwach rot glimmende Scheibe, flach und durchzogen von vier gleichmäßigen schwarzen Streifen."

Er war bei weitem nicht der einzige Polarforscher, der unerwarteten und unerklärlichen Phänomenen begegnete. lsaac-Israel Hayes (1832-1881), ein Amerikaner, reiste 1869 nach Grönland und erforschte dort die im Nordwesten gelegenen Länder von Ellesmere und Grinnel. In sein Tagebuch notierte er: "78°17', nördlicher Breite (Nordgrönland). Ich habe einen gelben Schmetterling gesehen und – wer würde das glauben – einen Moskito. Außerdem zehn Motten, drei Spinnen, zwei Bienen und zwei Fliegen." All diese Insekten tauchen erst viele hundert Kilometer weiter südlich wieder auf.

Der amerikanische Journalist Charles F. Hall lebte von 1860 bis 1862 unter den Eskimos. Bei seinem Versuch, den Nordpol zu erreichen, kam er ums Leben. Er hatte über den Hohen Norden geschrieben: "Es ist viel wärmer, als erwartet und hat weder Schnee noch Eis. Das Land ist voller Leben: Robben, Wild, Gänse, Enten, Bisame, Hasen, Wölfe, Füchse, Bären, Rebhühner, Lemminge und vieles mehr."

Manche Arktisforscher entdeckten Bären, die im Winter nordwärts (!) zogen in ein Gebiet, wo es eigentlich keine Nahrung für sie geben kann. Noch nördlich des 80. Breitengrades sah man Füchse Richtung Pol laufen, ganz offensichtlich gut genährt. Vögel wie der Alk oder die Ross-Möwe fliegen im Winter nordwärts. Die Schafsvögel Australiens 'flüchten' in der kalten Jahreszeit Richtung Südpol. Bis heute hat niemand ihren Zielort entdecken können. Sie verschwinden scheinbar einfach. Oder die Heringe: Niemand weiß, wo sie eigentlich laichen.

1902 berichteten die Teilnehmer der 'Discovery'-Expedition, dass sie um die zweitausend Kaiserpinguine am Südpol gesehen hätten, und zwar auf Kap Crozier. Am 20. Juli 1911, wo die Antarktis in der Erstarrung des Hochwinters lag, sahen Wilson, Bowers und Cherry denselben Platz wieder, doch statt zweitausend hatte es nur mehr etwa einhundert Kaiserpinguine. Wo waren sie? Nicht aufzufinden. Niemand konnte bislang nachweisen, wohin sie sich verzogen hatten.

Farbiger Schnee und Treibholz im ewigen Eis

Ein weiteres Phänomen, das die Polfahrer in Erstaunen versetzte: Auf einmal war der Schnee schwarz, rot, rosa, grün oder gelb gefärbt. Natürlich sammelte man Schneeproben ein. Und siehe da: Den schwarzen Schnee hatte Vulkanasche gefärbt. Der rote, grüne, rosa und gelbe Schnee hatte seine Färbung von Millionen von Blütenpollen. Blütenpollen am Nordpol? Da verwunderte es fast gar nicht mehr, dass sie von Pflanzen stammen, die keiner kennt. Woher bitte, stammten all die entwurzelten Bäume, die Commander Robert McClure (1807-1873) auf Banks Land antraf? McClure war der erste, der die Nordwest-Passage in ihrer ganzen Länge durchquert hatte. Und da, wo schon längst nichts mehr wächst, wo nur Schnee und Eis blühen, kommt ihm Treibholz entgegen. Die entwurzelten Bäume, stellt er fest, waren offensichtlich von Gletschern noch weiter im Norden herabgetragen worden. Bäume noch weiter im Norden? Fritjof Nansen begegnete sogar noch auf dem 86. Grad, also nur vier Breitengrade vom angeblichen Nordpol entfernt, Treibholz, das gen Süden zog. Schneit es Bäume am Nordpol?

Wohl kaum. Apropos Schnee: Wer kann sagen, woher die Eisberge kommen? Das Meer kann sie nicht geboren haben, denn es ist salzig, und die Eisberge bestehen ohne Ausnahme aus Süßwasser. Der Regen? "Wie sollen nicht einmal fünf Zentimeter Niederschlag pro Jahr solche Eisriesen bilden, wie wir sie in der Antarktis finden?" fragte Polarforscher Bernacchi, der unter Egebert Borchgrevink 1898 bis 1900 den Südpol erforschte. Eine vernünftige Antwort steht bis heute noch aus.

Immerhin sah er einen Eisberg von 80 Kilometern Breite und 650 Kilometern (!) Länge. Ein Eisberg, der von Hannover nach München reicht und von nicht einmal fünf Zentimetern Niederschlag jährlich gebildet wird?

Geht man davon aus, dass es einen Nordpol gibt und dieser, wie allgemein behauptet wird, von ewigem Eis bedeckt ist, dann müssen unzählige Nordfahrer ab dem 80. Breitengrad von Halluzinationen befallen worden sein – oder sie waren bei Sinnen, doch dann spricht alles wider die Theorie der zugefrorenen Polkappe.

Selbst das Wetter. Alle, die im Hohen Norden leben wissen und bezeugen, dass es während des Winters in der Arktis sehr viel Nebel gibt. Wäre sie vollständig vom Eis bedeckt, hätte es gar nicht genug Feuchtigkeit in der Luft, um Nebel zu bilden. Der Amerikaner Dr. E. K. Kane, der den Humboldt-Gletscher entdeckte und von 1833 bis 1855 das Nordpolgebiet erforschte, schrieb vor 150 Jahren: "Einige Umstände scheinen darauf hinzudeuten, dass es ein offenes Nordmeer gibt, und die häufigen Dunste und Nebel, die wir während des Winters gesehen haben, bestätigen dies." Greely, ein Meteorologe, der 1868 eine zweijährige Expedition ins Grant Land leitete, berichtete von einem das ganze Jahr über eisfreien Wasser. Und Nansen, der vermutlich weiter nördlich fuhr als irgendein anderer Forscher, sah immer weniger Eis, je nördlicher er kam. In seinem Buch bekennt er, wie sonderbar es war, in der dunklen Nacht auf einem 'rollenden Meer' zu segeln, das noch kein Schiff zuvor befahren hatte, unbekanntem Land entgegen: "Vor uns liegt immer der gleiche dunkle Himmel, der offene See bedeutet. Zuhause in Norwegen würden sie kaum denken, dass wir in offenem Wasser geradewegs auf den Pol zu segeln. Ich selbst hätte es nicht geglaubt, wenn mir das irgendjemand vor zwei Wochen vorausgesagt hätte. Und doch – es ist wahr. Ist dies auch kein Traum?"

Wenn es ein Traum war, dann ein äußerst zäher. Drei Wochen später, es war bereits Ende September, war das Polarmeer noch immer nicht zugefroren. Nansen: "Soweit man im Krähennest mit dem Feldstecher sehen kann, erstreckt sich überall offenes Wasser."

Charles F. Hall, der Journalist, glaubte ebenfalls an eine offene See in der Nähe des Pols. "Vom Providence Berg aus konnte man im Norden dunklen Nebel sehen, der Wasser anzeigte", schreibt er in seinem Bericht.

Fritjof Nansen hatte am 3. August 1894 in sein Tagebuch notiert: "Wir haben heute Fuchsspuren gesichtet. Das Klima ist überraschend mild – zum Schlafen beinahe zu warm." Und das weiter nördlich, als je ein Mensch gekommen war. "Wir fühlten uns wie zuhause."

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