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Olaf Jansens Vater glaubte, dass die nordischen Götter Odin und Thor nicht bloß eine Legende waren, sondern tatsächlich existierten, in einem Land, das weit jenseits des Nordwindes lag. "Es gibt viele alte Legenden, mein Sohn, die sagen, dass hoch oben im Norden ein Land liegt, das viel schöner ist als alles, was je ein Sterblicher erblickt hat. Dies Land, erzählten uns die Mythen, ist von den Auserwählten bewohnt."
"Meine jugendliche Vorstellungskraft wurde vom Eifer und der religiösen Inbrunst meines Vaters angefeuert, und ich schrie: ‚Warum nicht in dieses schöne Land segeln? Der Himmel ist klar, der Wind günstig, und vor uns liegt offene See.’ Mein Vater schaute mich an, und freudige Überraschung spiegelte sich auf seinen Zügen: ‚Mein Sohn, bist du willens, mit mir auf Entdeckungsfahrt zu gehen – weiter zu segeln als jemals ein Mensch gegangen ist?’ Natürlich, sofort! ‚Sehr gut’, antwortete er. ‚Möge der Gott Odin uns beschützen.’"
Die Sonne stand tief am Horizont, da es noch früher Sommer war. Gute vier Monate würden ihnen bleiben, bevor die Arktis wieder in die ewige Nacht des Winters versank. Nach sechsunddreißig Stunden war Franz Josef Land außer Sicht, und sie gerieten in etwas, was wie eine starke Strömung in nord-nordöstlicher Richtung aussah. Weit im Osten und Westen hatte es Eisberge, doch ihr kleines Boot schlängelte sich geschickt durch die engsten Kanäle.
"Am dritten Tag gelangten wir zu einer Insel, die in offener See lag. Mein Vater beschloss zu landen und das Eiland zu erkunden. Die Insel war frei von Wald, doch fanden wir große Mengen Treibholz an ihrem nördlichen Ufer angeschwemmt. Einige der Baumstrünke waren vierzig Fuß lang (ca. l4 Meter) und maßen zwei Fuß (ca. 70 cm) im Durchmesser. Nach einem Tag hissten wir wieder die Segel und nahmen Kurs nach Norden auf."
Etwas war eigenartig: Statt arktisch kalt war es hier im hohen Norden, wo noch kein Mensch hingelangt war, wärmer und angenehmer als in Hammerfest an der nord-norwegischen Küste. Vater und Sohn aßen zum ersten Mal seit etwa dreißig Stunden. "Nachdem wir die Mahlzeit von Herzen genossen hatten, sagte ich meinem Vater, dass ich wohl etwas schlafen würde, denn ich begann mich sehr schläfrig zu fühlen. ‚Sehr gut’, antwortete er, ‚ich werde weiter Ausschau halten.’ Ich habe keine Ahnung, wie lange ich geschlafen hatte; alles was ich weiß, ist, dass ich sehr unsanft von einer äußerst heftigen Erschütterung unserer Schaluppe aufgeweckt wurde.
Zu meiner Überraschung fand ich Vater tief schlafend. Ich schrie ihn an, so laut ich konnte, er sprang augenblicklich auf die Füße, und hätte er nicht sogleich das Seil gepackt, wir wären ohne Zweifel in die siedenden Wellen gestürzt."
Ein heftiger Schneesturm tobte, und der Wind kam direkt von achteraus und trieb das Fischerboot zu einer halsbrecherischen Geschwindigkeit an. Unverzüglich holten sie die Segel ein. Das Boot schlingerte unkontrolliert durch eine Schlucht aus Eisbergen, nur in nördlicher Richtung lag ein offener Kanal. Doch würde dies so bleiben? Genau vor ihnen hatte sich ein dunstiger Nebel ausgebreitet, schwarz wie eine ägyptische Nacht über der Wasserlinie, und weiß mit Dampfwolken in der Höhe – soweit man sie erblicken konnte, denn diese Wand aus Nebel zerfloss im heftig tobenden Schneesturm. "Bedeckte sie einen tückischen Eisberg oder ein anderes Hindernis, an dem unser Boot zerschellen würde? Oder war es bloß das Phänomen eines arktischen Nebels? Wir sahen keine Möglichkeit, es zu entscheiden."
Wie durch ein Wunder entgingen sie dem Untergang. Das kleine Schiff schaukelte und taumelte hin und her, als ob eine unterirdische Faust in einen tückischen, verschlingenden Strudel reißen wollte. Fast der gesamte Proviant der Jansens wurde über Bord gespült, und hätten sie sich nicht selber an die Schiffsmasten festgebunden, sie wären in die tobende See gespuckt worden.
"Über dem ohrenbetäubenden Tumult der stürmischen See hörte ich die Stimme meines Vaters: ‚Sei mutig, mein Sohn’, schrie er, ‚Odin ist der Gott der Gewässer, der Gefährte der Tapferen, und er ist mit uns. Fürchte dich nicht!’ Mir schien, als gäbe es keinen Ausweg mehr, einem fürchterlichen Tod zu entrinnen. Das kleine Boot füllte sich immer mehr mit Wasser, der Schnee fiel so stark, dass er einen ganz blind machte, und die Wellen leckten mit schäumenden Zungen über die Reling. Es war nur eine Frage der Zeit, wann wir an einem Eisberg zerschellen würden, denn die gewaltigen Wellen hoben uns turmhoch aus dem Wasser empor und peitschten uns im nächsten Augenblick tief in den Schlund der See – gerade, als ob wir bloß eine kleine Muschel wären. Wir sahen uns eingesperrt in riesige, wankende Wände aus tobenden Wellen."
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