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Flüchtiges Sparpotential
In Deutschland rechnet das Bundesumweltministerium vor, die Energiesparlampen würden 22 Milliarden Kilowattstunden Strom einsparen, was einem Kohlendioxidausstoß von 1,8 Millionen Mittelklassewagen entspreche, da man ein bis zwei kleinere Kohlekraftwerke stillegen könnte. Das klingt phänomenal gut. Selbst wenn man weiß, dass die offizielle Treibhausgas-Theorie und die damit einhergehende CO2-Hysterie längst nicht über jeden Zweifel erhaben sind.1
Trotz solch vollmundiger Versprechen wird die Stromersparnis in der Begründung für das EU-Glühlampenverbot nur noch mit vier Prozent beziffert. Michael Kaufmann, Vizedirektor des schweizerischen Bundesamtes für Energie, erklärte am 25. November 2008 in einem Interview, der Ersatz aller Glühbirnen durch Sparlampen „bringt ein bis zwei Prozent“ und gab zu, dass dies „eigentlich wenig“ sei.
Rechnet man nach, purzeln die Zahlen weiter wie die Preise im Ausverkauf. So kann man in der Öko-Test-Ausgabe vom Oktober 2008 nachlesen, dass die Stromeinsparung und lange Lebensdauer von Sparlampen deutlich geringer sind als von der Industrie angegeben. „Die Energiesparlampen verbrauchen niemals 80 Prozent weniger als herkömmliche Lichtquellen“, erklärte Gabriele Achstetter von Öko-Test in der Süddeutschen Zeitung. „Es gibt sogar ein Modell, das bei gleicher Helligkeit mehr Strom benötigt als die herkömmliche Glühbirne.“
Selbst wenn die Sparlampen theoretisch ungefähr ein Prozent am Stromgesamtverbrauch einsparen könnten, wird es in der Praxis wohl anders aussehen: Im Gegensatz zu Glühlampen nehmen es einem Sparlampen nämlich übel, wenn man sie häufig ein- und ausschaltet. Ihre Lebensdauer verkürzt sich massiv. Was tut man also? Wo man das (Glüh-)Licht früher beim Verlassen eines Raumes kurz ausschaltete, lässt man das (Spar-)Licht nun einfach brennen. Sparlampen verleiten zu einer verschwenderischen Beleuchtung ohne schlechtes Gewissen. Stromsparen? Nicht länger nötig.
Der herkömmlichen Glühlampe wirft man vor, dass sie die meiste Energie nicht als Licht, sondern als Wärme verpufft – was stimmt. Diese Energie ist jedoch nicht in jedem Fall verloren (wie man uns suggeriert). Wann brauchen wir nämlich am meisten Kunstlicht? Genau, im Winterhalbjahr. Dann heizen wir auch. Und so kommt die Wärme der Glühlampe gelegen, weil sie bei einer korrekten Raumheizungsregulierung hilft, Heizkosten zu sparen.
WILL NOT BE SHOWN IN THE FINAL DESIGN
Bezieht man solche Überlegungen ins Zahlenjonglieren mit ein, bleibt von der großspurig angepriesenen achtzigprozentigen Stromeinsparung (bezogen auf Glühlampen) gerade mal ein Prozent des realen Stromverbrauchs übrig. Großzügig gerechnet.
Prof. Ottmar Edenhofer, Co-Vorsitzender des Weltklimarats, kritisiert denn auch: „Das Verbot ist blinder Aktionismus und zeugt von einer Regulierungswut, die der Klimapolitik kaum hilft.“ Und der Klimaökonom Holger Löschel vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) doppelt nach: „Ökologisch ist das Glühlampenverbot vollkommen wirkungslos.“
Nicht „grün“, aber Sondermüll
Zum anderen sind Sparlampen nach ihrem Ableben Sondermüll. Wer sie, wie zuvor die Glühlampen, einfach in den Abfalleimer wirft, vergiftet die Atmosphäre mit Quecksilber – was leider die Regel ist. Neun von zehn Sparlampen landen in Deutschland nach wie vor im Hausmüll, statt ordentlich entsorgt zu werden. Sie zerbrochen bei der Sammelstelle abzugeben, ist übrigens genauso schlecht.
Während die EU quecksilberhaltige Energiesparlampen als umweltfreundlich anpreist, verbietet sie gleichzeitig ab April 2009 den Verkauf von quecksilberhaltigen Thermometern. Um die Natur zu schonen…
Verbrauchte Glühlampen hingegen vergiften die Umwelt nicht. Sie müssen auch nicht über weite Strecken transportiert werden (was Energie kostet), um ein aufwendiges Recycling zu durchlaufen (was ebenfalls Energie verbraucht).
Elektrosmog – und wie!
Als allein der Glühfaden aus Wolfram in Wohnhäusern sein warmes Licht verbreitete, war die Welt der Elektrizitätsversorgung noch in Ordnung. Heute bringen moderne Energiesparlampen die Fachleute ins Schwitzen. Fluoreszenzleuchten wie die Sparlampen weisen nämlich eingebaute elektronische Vorschaltgeräte auf, die das Stromnetz mit ihren Rückwirkungen belasten. Im Extremfall können Leitungsdrähte überlastet, Transformatoren überhitzt werden. In älteren Haus-Elektroinstallationen fließen dank solcher Entladungslampen Fehlströme, welche nicht nur die Datenübertragung (Kabelfernsehen, Netzwerke) stören, sondern auch zu einer stärkeren Korrosion führen.
Zudem verursachen Leuchtstofflampen enorm viel Elektrosmog. Die Zahl jener Menschen, welche in der Nähe von Sparlampen mit Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlimmerem zu kämpfen haben, wird immer größer. Das ist nicht verwunderlich: Wie die Glühbirne erzeugt die Sparlampe niederfrequente 50 Hertz-Felder (eine Folge des Wechselstroms), jedoch in einem viel stärkeren Ausmaß als die Glühbirne. Das im Lampensockel integrierte elektronische Vorschaltgerät wandelt diese Netzstromfrequenz außerdem in eine von bis zu 40‘000 Hertz um, die ihrerseits zusätzlich mit einer Frequenz von 100 Hertz gepulst wird – ganz ähnlich der Strahlung eines DECT-Schnurlos-Telefons. „Jede Sparlampe ist eigentlich ein kleiner Radiosender, der einen aggressiv modulierten, oberwellenreichen 100Hz-Ton in die Runde sendet“, warnt die Verbraucherschutzorganisation Bürgerwelle Schweiz. „Mit einem billigen Langwellenradio („Weltempfänger“) kann man selber die Probe machen.“
Die Sparlampenstrahlung gleicht der elektromagnetischen Strahlung eines Computerbildschirms, ist aber viel stärker. Die für Bildschirme geltenden TCO-Richtlinien können Sparlampen bei weitem nicht einhalten, was Konsumentenmagazine schon mehrfach belegt haben. Das Fazit einer 2007 im Schweizer Konsumentenmagazin K-Tipp publizierten unabhängigen Messung lautete denn auch: „Eine einzige Sparlampe am Büroarbeitsplatz macht den Effekt eines strahlungsarmen Bildschirms zunichte.“ Alle getesteten Sparlampen überschritten die TCO-Grenzwerte um das Zehn- bis Vierzigfache.
Getürkt oder nur blöd?
Eine Studie, welche 2004 von den beiden Schweizer Bundesämtern für Energie und Gesundheit in Auftrag gegeben wurde, kam damals noch zu dem Schluss, dass „Sparlampen bezüglich elektromagnetischer Strahlung kaum schlechter als Glühlampen und vergleichbar mit anderen Geräten des Alltags sind“ und die strengen TCO-Richtwerte meist einhalten würden. Wie ist das möglich? Ganz einfach: Statt der vorgeschriebenen tellerförmigen TCO-Messsonde verwendete man eine Stabantenne von einem Meter Länge. Jeder Messtechniker weiß jedoch, dass Stabantennen völlig ungeeignet sind, um punktförmige elektromagnetische Felder zu messen. So konnte diese Studie denn auch mit hundertfach tieferen Messwerten aufwarten!
Soll man die Schuld daran bei der Inkompetenz der beteiligten Fachleute suchen – oder doch wohl eher bei den Geldgebern? Finanziert wurde diese Studie vor allem von Mobilfunkbetreibern und dem Nokia-Konzern, sowie den Leuchtmittelherstellern Osram und Philips.
Noch heute wird die Studie in vielen Ländern von Behörden zitiert, um die angebliche Unbedenklichkeit von Sparlampen zu unterstreichen. Hinzu kommt, dass nicht nur die elektromagnetische Strahlung von Energiesparleuchten schädlich ist, sondern vor allem auch ihr Licht.
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Einen großen Report zum Klimawandel finden Sie in unserer ZeitenSchrift Nr. 57, ab Seite 6.
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