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■ Die Albigenser hatten nicht ganz unrecht mit ihrer These. Alles, was wir denken, fühlen, tun und sagen, hinterlässt lichtvolle oder dunkle Spuren sowohl im Äther, der uns umgibt, wie auch in unseren eigenen feinstofflichen Körpern, welche unsere Aura, also unser persönliches Energiefeld bilden. Die Art dieser Energie beeinflusst dann wiederum unser tägliches Handeln: Ist sie vorwiegend lichtvoll, fällt es uns leichter, uns höher zu entwickeln zu immer liebevolleren, gütigeren und weiseren Geschöpfen. Ist sie jedoch angefüllt mit dunklen Energien der Wut, des Zorns, der Ränke und der Selbstsucht, neigen wir zu einem miesen, eigennützigen, betrügerischen und emotional und sinnlich unkontrollierten Verhalten.
Da es das Feinstoffliche ist, das sich den Körper baut, wirken diese Energien bis ins Fleisch hinein. Daher ist es sehr wichtig, „sich immer strebend zu bemühen“ und sich zu läutern durch selbstlose Taten, durch Dienen, durch Gebet und dadurch, dass man darauf achtet, womit man sich physisch und geistig ernährt. Eine reine, natürliche Ernährung und Filme, Musik und Bücher, die einen aufbauenden Inhalt haben, helfen uns, unsere Gefühlsnatur (und damit auch unser Denken) höher zu entwickeln. In unser nächstes Leben nehmen wir auch das mit, was wir in unseren feinstofflichen Körpern haben; und von etwa 21 Jahren an wirkt diese Energie wieder voll auf den jungen Menschen ein, während sie sich während der Jugendzeit erst schrittweise entfaltet.
Hinweise auf ein Wissen um die Reinkarnation finden sich ebenfalls – wenn auch gut versteckt – in der altgermanischen Edda (9. bis 12. Jh.) und der Gralslegende. Dort spricht Hagen über Brünnhilde die fluchähnlichen Worte:
„Erfüllen mög‘ sich ihr finstres Geschick!
Verleide ihr keiner den langen Weg,
Und erwehrt sei ihr ewig die Wiedergeburt!“
WILL NOT BE SHOWN IN THE FINAL DESIGN
An anderen Stellen der Edda werden sogar konkrete Angaben gemacht, wer wiedergeboren wurde: „Von Helge und Schwabe wird gesagt, dass sie wiedergeboren wurden, und da hieß er Helge Hundingstöter, und sie Siegrun, Hagens Tochter.“1
Renaissance und Giordano Bruno
Mit dem Beginn des mechanistisch-materiellen Weltbildes, in dem sich zum ersten Mal ein tiefer Graben zwischen der Naturwissenschaft und der Philosophie auftat (der bis heute nicht wieder geschlossen worden ist), wird das Wissen um die Existenz einer immateriellen Seele und der Reinkarnation in die Glaubensecke verbannt und als „unwissenschaftlich“ verworfen. Dennoch gab es auch in den Jahrhunderten der Wissenschaftlichkeit Versuche, die Seelenwanderung mit wissenschaftlichen Mitteln zu beweisen.
Kaum jemand weiß heute, dass Giordano Bruno (1548–1600), der wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde – weil er die alleinige Gottessohnschaft Jesu verneinte und an ein unendliches Universum ohne Anfang und Ende mit anderen bewohnten Welten glaubte –, Zeugnisse seines Glaubens an die Wiederverkörperung hinterlassen hat.
Am Tag seiner Abschiedsrede an der Universität zu Wittenberg, am 8. März 1588, schrieb er unter der Überschrift „Salomon und Pythagoras“ den Spruch aus dem Prediger Salomonis nieder (aus dem Lateinischen übersetzt):
„Was ist das, was jetzt ist? Es ist dasselbe, was früher war.
Was ist das, was früher war? Es ist dasselbe, was jetzt ist.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne“
(Kohelet 1,9).
Schon einmal hatte er denselben Spruch in seinem Hauptwerk „Über die Ursache“ neben die Worte gestellt, in denen Ovid den Pythagoras das Geheimnis der Seelenwanderung aussprechen lässt: „Nimmer vergeht die Seele, vielmehr die frühere Wohnung tauscht sie mit neuem Sitz und lebt und wirket in diesem. Alles wechselt, doch nichts geht unter.“
Als Bruno schließlich wegen seiner „ketzerischen Anschauungen“ vors Inquisitionsgericht gestellt wird, bekennt er sich erneut zum Gedanken der Seelenwanderung. Davon zeugen die Inquisitionsakten. Im zweiten Verhör vom 2. Juli 1592 im Gefängnis des Inquisitionsgerichts in Venedig stellte man ihm die Frage: „Glauben Sie, dass die Seelen unsterblich sind und nicht von einem Körper in einen anderen übergehen, wie uns berichtet wird, dass Sie behauptet haben?“
Die Antwort Giordano Brunos lautete, dass er zwar die katholische Meinung teile, nach der die Seele nicht von einem Körper in den anderen übergehe, sondern entweder in das Paradies oder die Hölle gelange; relativierte diese Aussage aber sogleich wieder mit den Worten: „Aber andererseits habe ich philosophisch die Lehre behandelt und auch verteidigt, dass, da die Seele ohne den Körper bestehen und in einem Körper existieren kann, sie in derselben Weise, wie sie in einem Körper sein kann, auch in einem anderen Körper sein und von einem Körper in einen anderen Körper übergehen kann, was, wenn es nicht wahr ist, doch wenigstens wahrscheinlich ist nach der Meinung des Pythagoras.“
Für dieses Bekenntnis zur Reinkarnationslehre wurde Giordano Bruno sieben Jahre lang in einem römischen Kerker gefangen gehalten und gefoltert und dort schließlich am 17. Februar 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ausrotten konnte die Kirche den Gedanken der Seelenwanderung trotzdem nicht – immer wieder blühte er kurz auf im Schaffen der europäischen Geistesgrößen – beispielsweise in den Notizbüchern von Leonardo da Vinci, die belegen, dass das Universalgenie von der Präexistenz der Seele überzeugt war und sich immer wieder mit dem Reinkarnationsgedanken beschäftigt hat. Auf besonders fruchtbaren Boden fielen seine Gedanken bei Leibniz und Goethe, worauf wir noch kommen werden.
Der Schweizer Arzt und Naturphilosoph Paracelsus (1493–1541) unterschied in seinen Werken zwischen einem vergänglichen physischen und einem ewigen spirituellen Körper des Menschen. Er schloss nicht aus, dass dieser spirituelle Körper auch verschiedene Verkörperungen annehmen könne: „Die Ursache aller Dinge ist der Geist. Er bringt einen Körper hervor, durch den er seine Wunder vollführt. Ist der Körper zerstört, schafft sich der Geist einen neuen Körper, der ähnliche oder höhere Eigenschaften hat.“
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Lied von Helge Schwertwartsohn; übertragen von Rudolf Gorsleben
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