Auf den Spuren von Maria Magdalena

Lange als liederliche Frau gebrandmarkt, feiert Maria Magdalena eine Art Renaissance zu Beginn dieses weiblichen Zeitalters. Endlich wagt man, die Gattin Jesu’ als das zu sehen, was sie war: Eine vortreffliche, treue und hingebungsvolle Jüngerin.

Man schrieb das Jahr 1896, als ein Deutscher namens Carl Reinhardt in Kairo eine unansehnliche, alte Kladde kaufte und sie nach Berlin brachte, wo sie seit damals in der Ägyptischen Abteilung der Staatlichen Museen aufbewahrt wird. Sie war im selben Jahr bei Akhmim in Ägypten ausgegraben worden und enthielt mehrere unvollständige, apokryphe 1 Texte: ein Apokryphon von einem Johannes, einen namens „Sophia von Jesus Christus“, und einen „Apostelbrief von Petrus“. Am aufsehenerregendsten waren jedoch einige unvollständige, halb zerfledderte Seiten, die unterzeichnet waren mit „Evangelium nach Maria“. Aufsehenerregend darum, weil es das erste und bislang einzig aufgefundene Evangelium ist, das eine Frau verfaßt hatte, und zweitens, weil es sich bei dieser „Maria“, las man den Text, eigentlich nur um Maria Magdalena handeln konnte.

Vermutlich war der Text ursprünglich in griechisch verfaßt worden, und nicht von ihr selbst, denn er wird ungefähr auf das Jahr 125 n. Chr. datiert – also 40 bis 50 Jahre nach der Entstehung des Johannes-Evangeliums.

Der Inhalt mußte also, wenn er echt war, während fast einem Jahrhundert mündlich überliefert worden sein – was in jenen Zeiten, da nur sehr wenige Menschen schreiben konnten und es sich auch aus Gründen der Sicherheit nicht empfahl, gewisse Dinge niederzuschreiben, nichts Ungewöhnliches war.

So richtig erwachte das Interesse an diesen Texten aber erst nach dem aufsehenerregenden Fund apokrypher (also verbotener) Evangelien in einem Tongefäß in der Wüste bei Nag Hammadi, Oberägypten, im Jahre 1945. Nun begann man, die in Berlin befindliche koptische Version des Maria-Evangeliums endlich zu übersetzen.

Der Text des Maria-Evangeliums

Die Seiten 1 bis 6 fehlen. Das „Evangelium der Maria“ beginnt mit folgender Frage auf Seite 7:

„Was ist die Materie? Wird sie ewig währen?“ Der Erlöser antwortete: „Alles Geborene, alles Geschaffene, alle Elemente der Natur sind miteinander verwoben und verbunden. Alles Zusammengesetzte wird sich auflösen; alles geht zu seinen Wurzeln zurück; die Materie wird zu den Ursprüngen der Materie zurückkehren. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
Petrus sprach zu ihm: „Da du uns die Elemente und die Ereignisse der Welt deutest, so sage uns: Was ist die Sünde der Welt?“

Der Erlöser sprach: „Es gibt keine Sünde. Ihr seid es, die der Sünde Bestand verleiht, wenn ihr den Gewohnheiten eurer ehebrecherisch veranlagten Natur folgt; da ist die Sünde. Deshalb ist die Güte in eurer Mitte erschienen; sie hat sich mit den Elementen eurer Natur verbunden, um sie wieder mit ihren Wurzeln zu vereinen.“
Weiter fuhr er fort und sprach: „Deshalb leidet ihr und deshalb werdet ihr sterben, das ist die Folge eurer Taten; ihr tut, was euch entfernt… Wer es fassen kann, der fasse es!“

Hier ist also keine Rede von einer „Erbsünde“, welcher der Mensch ohnehin nicht entrinnen kann. Nur der Mensch ist es, der sich dem Sündigen hingibt in seiner „ehebrecherisch veranlagten Natur“. Die damaligen Menschen waren noch sehr unbarmherziger Natur und würden aus heutiger Sicht geradezu monströs gefühlskalt erscheinen. Jesus war es, welcher die bis dahin kaum gelebte Nächstenliebe auf die Erde brachte, und er dürfte sich darauf beziehen, als er sagt: „Deshalb ist die Güte in eurer Mitte erschienen; sie hat sich mit den Elementen eurer Natur verbunden, um sie wieder mit ihren Wurzeln zu vereinen.“ Die Güte wurzelt in der dreifältigen Flamme des Herzens (siehe Sonderdruck), und zwar in der Flamme der Liebe – die auch „der Christus“ geheißen wird. Indem Jesus diese Flamme in den Menschen aufs neue erweckte, verband er sie mit „ihren Wurzeln“ – ihrer unsterblichen, göttlichen Gegenwart. „Ihr tut, was euch entfernt…“ bezieht sich ebenfalls darauf: Durch die Unmoral, die „Sünde“ sinkt der Mensch in seiner Schwingung immer tiefer und wird so immer schwerer erreichbar für das Göttliche in ihm – er entfernt sich also auf diese Weise von Gott.

Auf Seite 8 des Maria-Evangeliums lesen wir:
„Das Haften an der Materie erzeugt eine Leidenschaft gegen die Natur. So entsteht im ganzen Leib Verwirrung; deshalb sage ich euch: Seid in Harmonie! Wenn ihr verwirrt seid, laßt euch von den Bildern eurer wahren Natur leiten. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
Als der Selige dies gesagt hatte, segnete er sie alle und sprach: „Friede sei mit euch – möge mein Friede in euch erweckt und vollendet werden! Seid wachsam, damit niemand euch in die Irre führe, mit Worten wie: ‚Seht hier, seht da.’ Denn in eurem Innern wohnt der Menschensohn; folget ihm nach: Wer ihn sucht, der wird ihn finden. Erhebt euch! Verkündet das Evangelium vom Reich Gottes!“

Sich von den Bildern der eigenen wahren Natur leiten lassen – das bezieht sich auf die Inspiration durch unsere eigene göttliche Gegenwart, die oft in Bildern zu uns spricht. (Siehe Image-Streaming: Filme in der Sprache Gottes). „Wer Ohren hat zu hören, der höre…“ – auf die feine, leise Stimme im Innern, die man nur hört, wenn die Ohren nicht von äußerem Lärm zugedröhnt sind. Der „Menschensohn“ ist der Christus, welcher Jesus als Erster nach Zeitaltern wieder für die Menschheit manifestierte – was es ihr ermöglichen sollte, es ihm gleichzutun. Das „Reich Gottes“ ist kein geographischer Ort und auch nicht „der Himmel“, sondern der Zustand der Glückseligkeit, in welchem sich ein Mensch befindet, der das Christusbewußtsein in sich erreicht hat.

Der Herr liebte sie innig

Am Ende des Maria-Evangeliums tritt die Eifersucht zutage, welche die Jünger Maria Magdalena gegenüber hegten. Jean Yves Leloup bemerkt dazu: „In aller Kürze und Einfachheit könnten wir mit dem Johannes-Evangelium sagen, daß ‚der Erlöser sie geliebt hatte’ (Joh. 11,5), so wie er alle, die ihm folgten, lieb hatte: ihre Schwester Martha, ihren Bruder Lazarus und die anderen Männer und Frauen, einschließlich Judas.

Jeschua liebte keineswegs Johannes oder Petrus „mehr“ als Judas, sondern er liebte sie auf andere Weise. Er liebte sie alle, mit einer allumfassenden, bedingungslosen Liebe, aber er liebte auch jeden Einzelnen auf einzigartige und besondere Weise. Diesen ‚besonderen’ Aspekt seiner Beziehung zur Mirjam von Magdala betont zum Beispiel das Philippus-Evangelium, in dem Mirjam als Gefährtin Jeschuas auftritt (griechisch koinonos – was eher ‚Partnerin’ oder ‚Gemahlin’ als Gefährtin heißt, die Red.).“

In diesem Philippus-Evangelium heißt es: „Der Herr liebte Maria mehr als alle Jünger, und er küßte sie oft auf den Mund. Als die anderen Jünger sahen, wie er Maria liebte, sprachen sie zu ihm: ‚Warum liebst du sie mehr als uns alle?’ Der Heiland antwortete und sprach: ‚Wie könnte es sein, daß ich euch nicht ebenso liebe wie sie?’“

Diese Stelle gibt eigentlich den ganzen Aufschluß über das Paar Jesus und Maria Magdalena: In einem geistigen Sinne liebte er sie nicht anders als die anderen Jünger auch, doch kam seine Liebe als ihr Gemahl hinzu, welche sich auch in körperlicher Zärtlichkeit ausdrückte und daher diese Liebe sicht- und greifbarer machte als seine Liebe zu den übrigen Begleitern. Ebenfalls bei Philippus finden wir die folgende Aussage:

„Drei wandelten immer mit dem Herrn: Maria, seine Mutter, und die Schwester von dieser, und Mirjam von Magdala, die man seine Gefährtin nennt, denn Mirjam ist seine Schwester, seine Mutter und seine Gefährtin.“ (Phil. 59,6-II). Wie schon erwähnt, lautet die akkuratere Übersetzung jedoch statt „Gefährtin“ „Partnerin“ oder auch „Gemahlin“. Und ist es nicht die Natur einer guten Ehe, daß die Partner einander Bruder/Schwester, Vater/Mutter und Gefährte sind? In keiner anderen als der Liebesbeziehung bzw. Ehe nimmt ein Mensch für den anderen so viele Rollen ein.

Auch das Thomas-Evangelium präsentiert Maria Magdalena erstens als eine von Jesu’ Jüngern, und zweitens als jene, zu der er die engste Beziehung hat und die er am meisten liebt. In Vers 61 beobachtet Salome, eine weitere Frau im Gefolge Jesu’, daß Jesus auf ihr Sofa oder in ihr Bett steigt und von ihrem Tisch ißt, und wie sie zu Jesus sagt: „Ich bin deine Jüngerin.“ In allen Thomas-Büchern wird Maria Magdalena als eine Jüngerin präsentiert, und zwar – wie schon erwähnt – als jene, die der Große Herr am meisten liebte.
Obwohl es hier noch etwas anzumerken gibt: Ein anderer Jünger war gemeint, wenn vom „Geliebten“ die Rede ist. Gemäß einem apokryphen Buch aus der Nag Hammahdi-Bibliothek2 soll Jakobus der Gerechte, der Bruder von Jesus, welcher später der erste Bischof von Jerusalem war, mit dem „Geliebten“ gemeint sein. Dies stimmt nicht, denn Jakobus gehörte nicht zu Jesu’ Jüngerschar. Er trat dessen Nachfolge erst an, als Jesus nach der Kreuzigung Palästina verlassen hatte. Vielmehr war es Johannes, welcher später das gleichnamige Evangelium verfaßte und auf Patmos seine apokalyptische „Offenbarung“ erlebte. Johannes war es denn auch, der zusammen mit der Mutter Jesu, der Frau des Cleophas und Maria Magdalena am Kreuz ausharrte, während die anderen Jünger das Weite gesucht hatten.

Wer die apokryphen Texte studiert, kommt zur Erkenntnis, daß Maria Magdalena in der Tat den übrigen Jüngern (vielleicht mit Ausnahme von Johannes) geistig und auch charakterlich weit überlegen war. Daß diese ihrer Aufgabe nicht immer gewachsen waren, drückt ein Vers des Thomas-Evangeliums aus, wo Maria Magdalena zum ersten Mal in Erscheinung tritt. Sie fragt Jesus über den Charakter der Jünger: „Wie sind deine Jünger?“ Und Jesus antwortet ihr: „Sie sind wie kleine Kinder, die sich auf einem Feld niedergelassen haben, das ihnen nicht gehört.“

In der Pistis Sophia sagt Jesus einmal: “Maria Magdalena und Johannes der Unschuldige werden über all meinen Jüngern stehen.“ (Pis. Soph. 2,96). In derselben Schrift ist es Maria Magdalena, die ganze 39 von insgesamt 64 Fragen an Jesus stellt! Im Dialog des Erlösers ist sie einer von drei Jüngern – neben Matthäus und Judas – welche von Jesus spezielle Unterweisung erhalten. Sie befragt ihn über die Bedeutung von Leid und Freude, und sie fragt ihre Brüder, wo und wie sie all die Dinge, die der Meister sie gelehrt hat, zu befolgen gedenken.

Marvin Meyer schreibt in seinem Buch The Gospels of Mary, „Zudem hatte Maria Magdalene eine Rolle als Deuterin. Sie kennt die Schrift und die Aussagen Jesu, und sie diskutiert deren Bedeutung. In der Pistis Sophia zitiert sie Jesaiah und die Psalme, und sie erinnert sich dessen, was Jesus sagte und was Paul geschrieben hat (17, 18, 60, 113). Sie zitiert ebenfalls Aussagen Jesu im Dialog des Erlösers Der Autor fügt hinzu, daß sie dies tat als „eine Frau, die alles verstand“. Maria Magdalenas Erkenntnisse werden hoch geschätzt, und in der Pistis Sophia wird sie wiederholt vom Meister gelobt. Sie stellt die richtigen Fragen auf die angebrachte und richtige Weise, und ihr Herz, so wird gesagt, sei mehr auf den Himmel eingestimmt als die ihrer Brüder. (…) Sowohl in der Pistis Sophia wie auch im Evangelium der Maria teilt sie ihre Erkenntnisse und lehrt die Jünger. Dafür wird sie gelobt, aber auch attackiert, und in einigen Evangelien ist es Petrus, der sich feindselig zeigt. 3

Die apokryphen Texte zeigen also, daß Maria Magdalena eine herausragende Stellung unter den Jüngern innehatte. So ist sie eine der Hauptsprecher in diversen Texten aus dem 1. und 2. Jahrhundert, wo Dialoge zwischen Jesus und seinen Jüngern nach der „Auferstehung“ wiedergegeben werden. Schließlich war sie auch die erste, die den wieder auferstandenen Herrn am Ostermorgen sah und die die frohe Kunde verbreiten durfte.

Und was kam danach?

Nach der „Auffahrt“ Jesu in den „Himmel“ verschwindet Maria Magdalena genauso wie die meisten Jünger im Dunkel der Geschichte. Nun gibt es nur noch Mutmaßungen über ihr Leben und ihren Verbleib. „Die Bibel schweigt darüber, doch im Mittelmeerraum, von Ephesus bis nach Ägypten, wird davon erzählt, daß Maria Magdalena mit ihrem Kind oder ihren Kindern aus Jerusalem entkam und anschließend das Leben einer Evangelistin führte“, schreibt Dan Burstein in Die Wahrheit über den Da Vinci-Code. Susan Haskins, Verfasserin von Mary Magdalen, Myth and Metaphor (dt. Die Jüngerin. Maria Magdalena und die Unterdrückung der Frau in der Kirche) geht weiteren Legenden nach, denen zufolge Maria aus Jerusalem floh und in alle möglichen Richtungen aufgebrochen sein könnte: nach Ephesus, wo es seit langem einen Kult um die griechische Göttin Diana gab und wohin sich auch die Mutter von Jesus begeben haben soll; in die ägyptische Wüste, wo sie dreißig Jahre als Einsiedlerin gehaust habe, und sogar nach Northumbria in England, wo ihre Gestalt wie Josef von Arimathea und der Heilige Gral mit den Legenden um Avalon und König Artus verschmolz. Im mittelalterlichen Frankreich blühten Legenden, die alle davon erzählten, daß Maria Magdalena übers Meer gekommen und in Südfrankreich gelandet sei.

Maria Magdalena & Jesus

Das Kirchenfenster der Kilmore Kirche in Dervaig zeigt Maria Magdalena und Jesus als vertrautes Paar - ist Maria vielleicht schwanger?

Letztere Theorie hat zwar seit Dan Browns Da Vinci Code (dt: Sakrileg) viel Aufsehen erregt, entspricht aber dennoch nicht der Wahrheit. Dan Burstein bemerkt: „Wenn Sie meinen, daß Baigent, Leigh und Lincoln, die Autoren von Der Heilige Gral und seine Erben – oder, was das betrifft, auch Dan Brown zu sorglos mit der historischen Realität umgingen, dann sollten Sie einmal lesen, was unternehmungslustige Äbte, Bischöfe und Adlige zur Zeit der Kreuzzüge alles taten: Sie erfanden irgendwelche Reliquien, die mit Maria Magdalena zu tun haben sollten – ein, zwei Strähnen ihres Haars, ein paar ihrer Tränen. (…)“ – alles, um die Pilger anzulocken und die Kassen klingeln zu lassen. In Frankreich gibt es mehr als einen Ort, der von sich behauptet, die sterblichen Überreste Maria Magdalenas zu bergen. Unter anderem auch das malerische nordburgundische Städtchen Vézelay, das nun so gar nicht im Wirkungsgebiet Maria Magdalenas lag, selbst wenn sie tatsächlich an der südfranzösischen Küste gelandet wäre. Also mußte ein „heiliger Diebstahl“ her, der ihre Gebeine nach Vézelay schaffte. Wer die Gebeine gern sehen wollte, hatte die Rechnung ohne die Kirche gemacht: Als nämlich Geoffrey (der Abt von Vézelay) im späten 12. Jahrhundert mutig beschloß, ihre (angeblichen) Gebeine aus der kleinen Krypta herauszuholen und in einem kostbaren Reliquiar zu verwahren, da sei die Kirche plötzlich in schwärzeste Finsternis getaucht worden, die Helfer seien geflohen und alle, die blieben, hätten gelitten. Daraufhin habe man beschlossen, jede Absicht, das heilige Grab zu öffnen, fahren zu lassen, da ein solcher Akt eindeutig den Zorn des Himmels heraufbeschwören würde. Zweifelten gewisse Pilger künftighin daran, vor dem Grab Maria Magdalenas zu stehen, redeten sich die Mönche hinaus, indem sie ihnen sagten, sie müßten einfach ihren Glauben stärken.

Was hätte die Kirche auch ohne ihre „Wunder“ und „Erscheinungen“ gemacht! Auch darüber, wie Maria Magdalena nach Frankreich kam, gibt es widersprüchliche Versionen. Einmal ist es sie selbst, dann wieder nur ihr Leichnam, der erst im 9. Jh. die französischen Gestade erreicht. Einmal hat sie in der Provence gepredigt und gleich noch den heidnischen Fürsten von Marseille bekehrt, ein anderes Mal (als man sich auf die Unschicklichkeit eines weiblichen Apostels und Missionars besann) lebte sie in provenzalischer Abgeschiedenheit. Eine Legende versteigt sich sogar dazu, daß sie sich ausschließlich im weitverzweigten südfranzösischen Höhlensystem versteckt habe! In wieder einer anderen Legende kam sie mit Lazarus nach Aix en Provence; Lazarus wird der erste Bischof von Marseille und sie tötet mutig den bösen Drachen von Tarascon...

Leserbriefe zum Artikel

Endlich wurde von Ihnen das, was mir im Zusammenhang mit Maria Magdalena, respektive vieler Spekulationen über sie, auf dem Herzen brannte, zur Sprache gebracht: Die „Erben des Herrn“ sind eine rein geistige Familie, die absolut nichts mit dynastischen Blutsbanden zu tun hat. Dennoch ist Maria Magdalena ein Mikrokosmos – wie viele andere Mikrokosmen jener Zeit vor 2000 Jahren – der sich unter neuem Gewand immer wieder inkarniert! Durch die neuen kosmischen Strahlungen wird heute vieles ans Licht gebracht im Menschen, was bisher im Untergrund, im Verborgenen wirkte. So auch der weibliche Aspekt des Christentums: „Sophia – Logos“ – die gnostische Befreiungslehre aus dem „Christus-Atom“, der Flamme oder „Rose“ des Herzens… Hier handelt es sich nicht um eine Philosophie, sondern um eine konkret erfahrbare Realität für all jene, die den Bewußtwerdungsweg nach innen auch wirklich gehen. Ich brauche Sie nicht auf die Bücher der Gnosis oder der Rosenkreuzer zu verweisen – vermutlich kennen Sie einige – aber eines, von mir nun herausgegeben, „Pistis Sophia – Bücher des Erlösers“ und von Konrad Dietzfelbringer kommentiert, möchte ich Ihnen zusenden, mit der Bitte, es zu lesen und in Ihr Bücher-Programm aufzunehmen. Darin wird u.a. auch die wahre Stellung Maria Magdalenas eindeutig erkennbar. Der kommende „weibliche“ Äon muß freilich auf dem Fundament von Seele und Geist in jedem der beiden Geschlechter basieren. Das heißt – der 3. Pol, die Christuskraft, ist für beide Geschlechter die Spitze des Dreiecks. Nur so ist wahres Leben möglich.

C.S., Teinach-Zavelstein, Deutschland

Quellenangaben

  • 1 Am Konzil von Nizäa im Jahre 325 legte der byzantinische Kaiser Konstantin fest, welche Texte künftig zum Standard des nun zur Staatsreligion erhobenen Christentums gehören durften, und welche verboten wurden. Bischöfe, die nicht damit einverstanden waren, wurden verbannt, und die verbotenen Schriften künftig mit Gewaltanwendung unterdrückt.
  • 2 Das Geheime Buch und dieErste und Zweite Apokalypse des Jakobus, vermutlich d.Ä.
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