Der Verlorene Kontinent Lemuria

Lange, bevor Atlatnis aus den Fluten stieg, lebte die Menschheit auf Lemuria. Es war eine goldene Zeit im 'Garten Eden'. Doch dann kam der 'Fall', und riesenhafte Geschöpfe streiften durch gigantische Farnwälder, Schutz suchend vor den vielen Ausbrüchen der Elemente - bis eines Tages ihre Welt versank und kaum eine physische Spur hinterließ.

Wenn wir die weit verstreuten Inseln des Pazifischen Ozeans etwas genauer unter die Lupe nehmen, fallen uns einige Seltsamkeiten auf. Wie kommt es beispielsweise, daß die Bewohner jener Inseln allesamt von derselben Rasse abstammen und eine praktisch identische Sprache sprechen – wenn Tausende von Kilometern Wasserwüste sie trennen und während Jahrhunderten ihr einziges Transportmittel der Einbaum war? Und warum kennen die Bewohner von Malakka dieselben Legenden wie die Menschen der Fidschiinseln und jene der weit abgeschiedenen Osterinsel im Ostpazifik?

Himmlischer Gruß am Dusky Sound, Neuseeland. So mochte einst das alte Lemurien ausgesehen haben, von dem Neuseeland ein Teil war.

Himmlischer Gruß am Dusky Sound, Neuseeland. So mochte einst das alte Lemurien ausgesehen haben, von dem Neuseeland ein Teil war.

Betrachten wir, welcher Art die Legenden dieser Völker sind, erhalten wir auch schon die Antwort auf unsere Fragen. Man erzählt sich nämlich in Nord wie Süd, in Ost und West des Stillen Ozeans, daß einst ein großes Land existierte, das vor langer Zeit im Meer versunken sei. Die höchsten Berggipfel dieses einstigen Kontinents ragen noch heute aus dem Wasser und bilden die vielen kleinen Inseln, auf die sich die Menschen in der größten Stunde der Not retteten, während ihre Heimat Lemuria im Meer versank.

Im alten Indien kannte man die Geschichte. Ein französischer Forscher namens Jacolliot stieß dort im 19. Jahrhundert auf eine alte Sage, wonach vormehreren hunderttausend Jahren im Pazifik und im Indischen Ozean ein riesiger Kontinent existiert haben soll, der durch das Aufbrechen geologischer Schichten zerstört wurde. Seine noch immer existierenden Überreste seien Madagaskar, Ceylon (heute: Sri Lanka), Sumatra, Java, Borneo und die pazifischen Inseln (auch Australien und Neuseeland gehörten zu jenem untergegangenen Land.) Ähnliches erzählen die Eingeborenen der Osterinsel ihren Kindern. Einst sei ihr Land viel, viel größer gewesen, doch Uoke habe es wegen der Sünden seiner Bewohner im Meer versenkt.

Nicht nur Legenden, auch die Erde selbst bezeugt, daß es im Gebiet des Pazifiks einst Festland gegeben haben muß. 1946 behaupteten die Mitglieder der Expedition Byrd, Überreste von Atlantis mitten im Pazifik entdeckt zu haben. Westlich von Südamerika hatten die Männer eine Unterwasserplattform gefunden, die ganz offensichtlich von Menschenhand stammte. Da unter Nicht-Spezialisten Atlantis bekannter ist als Lemuria (das auch Mu genannt wird), von dem die Mitglieder der Byrd-Expedition offensichtlich noch nie gehört hatten, glaubten sie, es handle sich um Überreste von Atlantis – die Tatsache aber bleibt bestehen, daß sie im ehemaligen Gebiet Lemuriens Baustrukturen fanden, die nicht natürlich entstanden sein konnten.

Einige Jahre später, um 1965/66, machte der Leiter des ozeanographischen Programmes der Duke-Universität in den USA, Robert J. Menzie, in Begleitung anderer Fachleute an Bord der Anton Brunn Geländeaufnahmen entlang der peruanischen Küste. 80 Kilometer westlich von Callao, über dem 2000 Meter tiefen Milne- Edwards-Graben, entstand eine ganze Serie von Unterwasseraufnahmen, die die Überreste einer sehr alten versunkenen Stadt zeigen. Auf den Photos sind ganz deutlich mit Hieroglyphen bedeckte Steinstatuen auf dem schlammigen Meeresgrund zu erkennen. Zeitungsberichte führten auch aus, daß das Sonargerät das Vorhandensein von Hügeln anzeigte, die man als weitere Ruinen identifizierte. Doch nicht nur im Meer finden sich Überreste des versunkenen Kontinents. Am 8. November 1938 meldete beispielsweise ein New Yorker Nachrichtenblatt, daß die Brüder Fahrestack während einer zweijährigen Expedition auf der Insel Vanua Levu (Fidschi) einen 40 Tonnen schweren Monolithen gefunden hätten, in den unbekannte Schriftzeichen eingraviert waren. Für das ‘archäologische Rätsel’ hatte man keine Erklärung.

Die berühmtesten und rätselhaftesten Zeugen einer unbekannten, uralten Kultur sind jedoch zweifelsohne die gigantischen Statuen der Osterinsel. „Wir können uns kaum vorstellen, wie diese Insulaner, die über keinerlei mechanische Hilfsmittel verfügten, solch erstaunliche Skulpturen aufrichten und ihnen dann große zylindrische Steine auf den Kopf setzen konnten“, notierte Kapitän Cook, nachdem er im März 1774 auf dem abgeschiedenen Eiland gelandet war. Insgesamt gibt es über 250 der riesigen, rätselhaften Köpfe, die über die Insel verstreut sind oder noch im alten erloschenen Vulkankrater liegen, wo sie gefertigt wurden. Die Insulaner unternahmen in den letzten Jahren Anstrengungen, einige der gefallenen Steinriesen wieder aufzurichten. Ihre modernen Kräne ‘schaffen’ jedoch nur die kleineren Statuen; die mittleren und großen gehen über ihre Kräfte. „Einige Statuen sind nur wenige Meter hoch, andere ragen bis zu 20 Meter empor“, stellte der Osterinselexperte Fritz Felbermayer fest. Wie also konnte ein prähistorisches Volk sie in Reih und Glied manierlich aufstellen? Es sind dieselben Fragen, die sich uns stellen, wenn wir Monumente wie Stonehenge oder die zahllosen, säuberlich aufgereihten Menhire von Carnac bestaunen.

„Die Liste der archäologischen Beweise für die einstige Existenz eines Kontinents im Pazifik ist unendlich lang. Es ist darüber hinaus so gut wie sicher, daß das bis jetzt Entdeckte nichts ist im Vergleich zu dem, was in der Erde und im Meer noch auf die Archäologen wartet. Wie könnten wir also an der historischen Realität von Mu zweifeln, an dieser Urheimat der Menschheit, der Wiege einer phantastischen, weltweiten Zivilisation, deren Erben wir alle in gewisser Hinsicht sind?“ fragt Jean Prachan in seinem Buch Das Geheimnis der Osterinsel.

Kataklysmen gehören zur Erde

Wie schon im Artikel über Atlantis erwähnt, gehört die sagenhafte Erinnerung an verheerende Sintfluten zum Erbe der ganzen Menschheit. Richard Hennig zählte die weltweiten Flutlegenden für sein Buch Wo lag das Paradies?: „Asien weist 13 selbständige Flutsagen auf, Europavier, Afrika fünf, Australien und die Inselwelt der Südsee neun, Amerika insgesamt gar 37, davon Nordamerika 16, Mittelamerika sieben, Südamerika 14.“ In einigen Mythologien, vor allem in Irland, versinnbildlicht die Sintflut den Übergang von der Vorgeschichte zur Geschichte, da alle vorher lebenden Rassen vernichtet worden seien. „In Wirklichkeit wurden aber nicht alle Rassen vernichtet, sondern nur jene, die die Oster-Insulaner die ‘Ur-Rasse’ nennen, also die Einwohner von Mu, die das plötzliche Ansteigen des Wassers offenbar heftiger zu spüren bekamen. Ihr Kontinent ging unter“, schreibt Jean Prachan und fügt an: „Aber wann und wie hat dieses Ereignis stattgefunden?“

Bei den Antworten irren die Wissenschaftler noch gewaltig. Kühn geben sie das 7. Oder 8. Jahrtausend vor Christus an – dabei lag zu diesem Zeitpunkt schon das atlantische Poseidonis über tausend Jahre unter den Wassern. Zwischen seinem Untergang und jenem von Mu liegen aber noch einmal um die 1,5 Millionen Jahre! Zum ‘Wie’ publizierte eine amerikanische Zeitung, der New York American, am 20. Oktober 1912 einen aufsehenerregenden Bericht. Dr. Paul Schliemann, der Enkel des berühmten Entdeckers von Troja, reiste seit vielen Jahren auf der Suche nach versunkenen Welten um die Erde. In einem buddhistischen Tempel im damals noch verschlossenen Lhasa, Tibet, fand er eine chaldäische Handschrift mit folgendem Wortlaut:

„Als der Stern von Baal genau dort herabfiel, wo es heute nur noch das Wasser und den Himmel gibt, erzitterten die sieben Städte und schwankten mit ihren goldenen Türmen und gläsernen Tempeln. Dann loderten Feuerstrahlen aus den Palästen. Das Flehen der Sterbenden und das Geschrei der Menge erfüllte die Luft. Die mit ihren Reichtümern beladenen Männer und die Frauen, die ihre kostbarsten Kleider trugen, flehten: ‘Mu, rette uns!’ Und Mu antwortete: ‘Ihr alle werdet mit euren Sklaven, eurem Schmutz und euren Schätzen sterben. Aus eurer Asche werden neue Völker entstehen... Aber wenn diese Völker vergessen, daß sie über den materiellen Dingen stehen müssen, nicht nur, um durch sie erhöht zu werden, sondern auch, um nicht von diesen beherrscht zu werden, erwartet sie das gleiche Schicksal...’.“

Der brasilianische Linguist Vaz de Melo behauptete 1973, die auf den Osterinseln gefundenen, hieroglyphenbedeckten Rongo-rongo-Tafeln entziffert zu haben. Er sprach unter anderem von Menschen, die in Panik vergeblich zu flüchten versuchten, als ein riesiger Feuerball auf die äußerste Spitze des ‘Archipels’ niedersauste, auf dem die Vorfahren der Oster-Insulaner wohnten.

Wir gewöhnen uns besser an die vielleicht beunruhigende Tatsache, daß es für das Wesen Erde etwas Natürliches ist, Landmassen versinken und wieder aufsteigen zu lassen, und daß es in der Erdgeschichte auch mehrere Kataklysmen und Polsprünge gegeben hat. Wie es der ‘Mahatma’ oder Meister Kuthumi (in alter Schreibweise: Koot Hoomi oder K.H.) 1882 an A. P. Sinnett formulierte: „Ihre Geologen sind zweifellos sehr gelehrt; aber warum wollen sie nicht auf den Gedanken kommen, daß unter den Kontinenten, die von ihnen erforscht und ergründet worden sind und in deren Inneren sie das ‘Eozän’ gefunden und ihm seine Geheimnisse abgerungen haben, tief verborgen in den unergründlichen oder ,richtiger, unergründeten Betten der Ozeane noch andere, weit ältere Kontinente existieren können, deren Ablagerungen noch nie geologisch erforscht worden sind, und daß diese ihre gegenwärtigen Theorien eines Tages vollkommen umstoßen können und so die Einfachheit und Erhabenheit der Wahrheit veranschaulichen, die mit induktiver ‘Verallgemeinerung’ verbunden ist, im Gegensatz zu ihren bloßer Einbildung entsprungenen Mutmaßungen? Warum nicht zugeben – keiner von ihnen hat allerdings noch je daran gedacht – daß unsere gegenwärtigen Kontinente ebenso wie ‘Lemurien’ und ‘Atlantis’ schon mehrere Male versunken waren und Zeit hatten, wieder zu erscheinen und neue Arten der Menschheit und der Zivilisation zu tragen? Und daß bei der ersten großen geologischen Erhebung anläßlich des nächsten Kataklysmus, in der Reihe der periodischen Kataklysmen, die vom Beginn bis zum Ende jeder Runde stattfinden, unsere bereits zersetzten Kontinente versinken werden und die Lemurias und Atlantisse wieder aufsteigen werden?“ So bildete sich, dem Mahatma zufolge, unser ‘neues’ Amerika während der Zeit, da das alte Atlantis versank und schrittweise weggespült wurde. Die nächsten Länder, die infolge von Feuer (Unterwasservulkane)und Wasser Zerstörung finden werden, seien die Britischen Inseln, „Frankreich und andere Länder werden folgen.“ Das mag sich aber durchaus noch einige tausend oder zehntausend Jahre hinziehen; es ist also nicht notwendig, Britannien schon heute zu evakuieren. Eines sehr fernen Tages werden diese Länder auch wieder erscheinen. In den Worten Kuthumis: „Wenn sie wieder erscheinen, wird die letzte, siebente Unterrasse der sechsten Wurzelrasse (siehe entsprechender Artikel auf Seite 43) der gegenwärtigen Menschheit auf ‘Lemurien’ und ‘Atlantis’ blühen, die beide wieder aufgetaucht sein werden(ihr Wiederauftauchen folgt unmittelbar auf das Verschwinden der gegenwärtigen Inseln und Kontinente), und es werden dann sehr wenige Meere und große Wasser auf unserem Globus zu finden sein, da Wasser und Land periodisch erscheinen und verschwinden und miteinander abwechseln.“ Blavatsky gibt in der von Adepten inspirierten Geheimlehre an, die Erde sei seit dem Auftreten der ersten Rasse viermal kataklysmisch erschüttert worden.

Auch die allerältesten Sanskrit- und Tamilwerke sind voll von Bezugnahmen auf versunkene Kontinente. Und die Puranen verkünden, daß es einst auch einen alten Kontinent in der heutigen Nordpolregion gegeben habe, der sich von Spitzbergen bis zum Ärmelkanal erstreckte, und in dem die Magnolien blühten.