Wie überlebt man auf einem verseuchten Planeten?

Ist es noch möglich, in vollster Gesundheit 90 Jahre alt zu werden? Die kollabierenden Krankenstatistiken sagen: kaum. Die Erde ist zu vergiftet, die Lebensmittel ohne Nährstoffe, die Körper kränker, als wir fühlen. Um den Ernst der Lage zu erkennen, müssen wir hinschauen. Denn dann sind wir auch offen für den wunderbaren Ausweg

Das vom US-Senat veröffentlichte Dokument Nr. 264 hat beinahe apokalyptische Untertöne: „Es ist eine alarmierende Tatsache, daß die derzeit auf Millionen von Hektar angebauten Lebensmittel (Früchte, Gemüse und Getreide) nicht mehr länger bestimmte Mineralien beinhalten und uns danach hungern lassen. Kein Mensch kann heutzutage so viel Früchte und Gemüse essen, um alle Mineralien zu bekommen, die er für eine perfekte Gesundheit braucht. Der Magen ist einfach nicht groß genug. Die Wahrheit ist, daß unsere Nahrungsmittel sehr stark in Wertigkeit variieren, und einige sind es nicht wert, als Lebensmittel gegessen zu werden.“1

Das Dokument Nr. 264 stammt aus dem Jahre 1936! Seither ist die Situation nicht besser geworden: 1951 noch versorgten zwei Pfirsiche eine erwachsene Frau mit ihrem täglichen Bedarf an Vitamin A. Heute müßte sie dafür 53 Pfirsiche essen.

Seit den Tagen, in welchen Dokument 264 formuliert wurde, sind mehr als 75'000 synthetische Chemikalien erfunden worden, welche unsere Leben und Leiber vergiften. Vor 1930 gab es nur deren zwei. Heute gibt es vor ihnen kein Entrinnen – nicht einmal am Nord- und Südpol. Eisbären beispielsweise haben enorme Mengen von Umweltgiften im Leib, darunter Polychlorierte Biphenyle (PCB) und diverse Pestizide. Die Substanzen stehen im Verdacht, das Immunsystem zu schädigen, Krebs auszulösen oder die Fortpflanzung zu stören. Bereits 1,5 Prozent aller Eisbären sind aufgrund all der Gifte Zwitter – eine Rate, die weit über dem natürlichen Auftreten der Zweigeschlechtlichkeit liegt.

Die Kadaver von Pottwalen überschreiten die zulässigen Schadstoffwerte für Klärschlamm, und Eskimobabys in Kanada saugen bis zu 20mal mehr PCB im Tag ein, als die Weltgesundheitsorganisation WHO für tolerierbar hält. Als Folge davon bleiben die Kinder kleiner als ihre Altersgenossen, entwickeln sich geistig langsamer und erkranken häufiger. Auch im Fettgewebe der Pinguine der Antarktis finden sich Pestizide. Die Winde tragen die Gifte rund um den Erdball. Zudem haben Forscher gegen 300'000 Tonnen zum Teil hochgiftigen Müll in jenem ursprünglich so reinen Erdteil hinterlassen.

Volle Fahrt Richtung Eisberg

Der Zustand des Raumschiffs Erde ist weit bedrohlicher als die meisten Menschen ahnen. So sind die Hälfte der Feuchtgebiete im vergangenen Jahrhundert verlorengegangen; 55 Prozent der Korallenriffe durch menschliche Aktivitäten gefährdet; 20 Prozent der Trockengebiete drohen zu Wüsten zu verdorren, die Meere sind weiträumig praktisch leergefischt und der Grundwasserspiegel sinkt fast überall.

Lebensmittel

Der schöne Schein täuscht: Das lecker aussehende Gemüse von heute hat nur noch einen Bruchteil der Vitalstoffe von früher.

Und doch entscheiden die Mächtigen dieser Welt weiterhin, als ob sie eine Ersatzwelt in der Westentasche hätten. Schließlich liefert uns der Planet immer noch genügend Nahrung, um die Mehrheit zu ernähren. Doch da die Menschen schon mehr als die Hälfte des verfügbaren Süßwassers des Planeten nutzen und zwei Drittel aller Agrarflächen erschreckend beschädigt sind, fragt sich schon, wie man die Menschheit auch in Zukunft satt bekommen soll.

Wobei das Sattwerden noch nicht bedeutet, daß man auch ernährt ist. Wir stopfen uns zwar die Bäuche mit immer mehr Kalorien voll, sind aber doch niemals satt im Sinn von mit Nährstoffen genährt. Betrachten wir einige der am häufigsten gegessenen Früchte und Gemüse, zeigt sich nur schon seit 1985 ein dramatischer Verlust an Vitalstoffen, und damals enthielten die Pflanzen ganz bestimmt nicht mehr hundert Prozent ihrer Inhaltsstoffe!2  

Art Inhaltsstoff Differenz 1985/2002
BrokkoliKalziumminus 73 %
 Folsäureminus 62 %
 Magnesiumminus 55 %
KartoffelnKalziumminus 78 %
 Magnesiumminus 48 %
KarottenKalziumminus 24 %
 Magnesiumminus 75 %
SpinatMagnesiumminus 76 %
 Vitamin Cminus 65 %
ÄpfelVitamin Cminus 60 %
BananenFolsäureminus 79 %
 Vitamin B 6minus 95 %
ErdbeerenKalziumminus 43 %
 Vitamin Cminus 87

Ein Mangel an Magnesium äußert sich beim Menschen u.a. in Muskelkrämpfen. Eisenmangel bedeutet Blutarmut; fehlt Kobalt in der Nahrung, kann der Körper kein Vitamin B 12 produzieren. Ohne Zink ist das Immunsystem schwach. All dies fehlt heute den Böden – und damit auch den Pflanzen. Dafür enthalten die heutigen Früchte mehr Wasser und weniger Fasern, denn Wasser wiegt schwerer, und das bringt mehr Geld pro Frucht an der Kasse ein.

Der Mensch benötigt je nach Quelle und Experte zwischen 42 und 78 Makro- und Mikromineralstoffe täglich. Der Boden, der mit Klärschlamm, saurem Regen, Kunstdünger und Pestiziden traktiert wird, ist jedoch so übersäuert, daß er diese Mineralien nicht mehr enthält. Es gibt Böden in den USA, die einen pH-Wert von gerade mal 1,5 aufweisen. Sie sind damit saurer als Essig! Auch in unseren Ländern wurden schon Werte von 3,5 gemessen. Normal wäre ein pH-Wert von 7.

Die Landbau- und Ernährungsspezialistin Barbara Simonsohn schreibt, daß es in einer Schaufel gesundem Mutterboden mehr Lebewesen gibt, als Menschen auf der Erde. Und die Biomasse lebender Organismen in der Erde übertrifft das Gewicht an Großvieheinheiten, die auf diesem Boden Nahrung finden – wenn der Boden gesund ist! Denn die Gesundheit jeder Lebensform hängt von der Gesundheit jener Lebensform ab, die sie ernährt. Kranke Böden bedeuten kranke Pflanzen bedeuten kranke Menschen.

Heute, da alles immer schneller, intensiver und ertragreicher sein muß, ist man vom Rotationsprinzip mit den Ruhephasen der Böden abgekommen. Heute wird auch der Boden gedopt. Her mit dem Stickstoff, dem Phosphor, Kalium und Kalk! Her mit dem Kunstdünger, der Turboerfolg verspricht! Simonsohn zieht Parallelen zwischen Bodenmüdigkeit und der ‚vegetativen Dystonie’ und dem ‚Burn-out-Syndrom’ beim Menschen. Zieht Parallelen zwischen den Ödemen, an welchen viele ältere Menschen und fast alle Schwangeren leiden, und dem aufgedunsenen, nährwertlosen Treibhausgemüse – ganz im Sinne von „der Mensch ist, was er ißt“.

Sie zitiert einen nicht genannten Mediziner, der sagte, daß heutzutage die Menschen nicht länger leben, sondern nur länger sterben. In der Tat stirbt kaum mehr einer an Altersschwäche, dafür aber an anderen Krankheiten, die ihn über Jahre dahinsiechen lassen.

Begast, besprüht, vergiftet

Sieh dich vor, Konsument, denn du weißt nicht, was du kaufst! Knackfrische Äpfel, die schmecken wie gerade gepflückt, sind vielleicht schon ein halbes Jahr alt, doch das „Smartfresh“-Gas hat dafür gesorgt, daß sie die langen Monate zwischen Baum und Verkaufsregal im künstlichen Tiefschlaf verbrachten. Wie alt dürfen Orangen maximal sein, um in der EU noch verkauft werden zu dürfen? Ein halbes Jahr? Ein Jahr? Zwei Jahre? Irrtum. Fünf Jahre! Wie gut, daß Orangen nicht wie Wein mit Jahrgangsetiketten versehen sind.

Quellenangaben

  • 1 Dr. Steve Nugent: Die fehlenden Nährstoffe
  • 2 Die Basiswerte wurden 1985 vom damaligen Pharmakonzern Geigy (Basel) ermittelt; die Werte von 2002 stammen vom Lebensmittellabor Karlsruhe/Sanatorium Oberthal.