Adaptogene: Heilpflanzen mit Power

Wir begeben uns auf Spurensuche mit dem Forscher und Autor Norbert Hartwig, der seit dreißig Jahren untersucht, was die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhält. Er weiht uns ein in die Geheimnisse der Adaptogene – Pflanzen mit besonders heilkräftiger und lebensverlängernder Wirkung.

„Meines Erachtens sollte jeder zu Adaptogenen greifen, dem an seiner Gesundheit gelegen ist und der etwas gegen den Stress tun möchte, den die moderne Zivilisation und die Chemikalien in unserer Umwelt verursachen.“

Roy Upton, Dozent für Pflanzenheilkunde,
Herausgeber des American Herbal Pharmacopoeia and Therapeutic Compendium

Was haben Ginseng, Rosenwurz, Ashwagandha, Schisandra, Heiliger Basilikum, Süßholz, Pilze wie Reishi oder Cordyceps und Naturprodukte wie Mumijo gemeinsam? – Es sind alles sogenannte Adaptogene, potente Heilpflanzen, die dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen und sich an die vielen auf ihn einstürmenden Einflüsse anzupassen, zu „adaptieren“. Das Konzept der Adaptogene wurde 1947 vom russischen Pharmakologen Nicolai Lazarev entwickelt, der versuchte, die Wirkung bestimmter Pflanzen zu definieren. Nach Lazarev ist ein Adaptogen „eine pharmakologische Substanz, die in der Lage ist, in einem Organismus einen Zustand einer erhöhten, unspezifischen Widerstandsfähigkeit hervorzurufen, um Anzeichen von Stress auszugleichen und sich an außergewöhnliche Belastungen anzupassen“. Dabei können diese Belastungen physikalischer, emotionaler oder umweltbedingter Natur sein.

Elixir für unsere Gesundheit: Adaptogene sind oft unscheinbar, aber von immenser Kraft.

Elixir für unsere Gesundheit: Adaptogene sind oft unscheinbar, aber von immenser Kraft.

Das Wissen über Adaptogene hat seinen Ursprung im alten Indien und in China. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Begriff „Adaptogen“ schon seit Tausenden von Jahren als „überlegene Tonika“ oder „Qi-Tonika“ bekannt. In der ayurvedischen Heilkunst spricht man von einem „Rasayana“, was so viel wie „Lebenselixier“ oder „Verjüngungsmittel“ bedeutet. Diese regulieren verschiedene Körperfunktionen, erhöhen die Energie und fördern die Gesundheit im Allgemeinen, ohne dabei spezifische Krankheiten zu behandeln.

Nach bisheriger wissenschaftlicher Erkenntnis beruht die eindrückliche Wirkung der Adaptogene auf ihrem positiven Einfluss auf die sogenannte Stressachse des Körpers (Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinden-Achse). Bei Stress reagiert der Körper mit der Ausschüttung des Hormons Cortisol, was den Körper auf längere Sicht aus dem Gleichgewicht bringt. Aufgrund der harmonisierenden Wirkung von Adaptogenen werden die Körperreaktionen reguliert, Schäden durch Stress minimiert und das Hormonsystem positiv beeinflusst. Adaptogene Heilpflanzen sind zudem basisch und wirken somit regulierend auf den Säure-Basen-Haushalt ein. Als hochwirksame Antioxidantien schützen sie die Zellen auch gegen oxidativen Stress, das heißt vor Schäden durch freie Radikale, und beeinflussen die körpereigene Energieproduktion. Einige Adaptogene steigern nachweislich die Wirkungsweise von Adenosintriphosphat (ATP), der wichtigsten Energiequelle der Zellen, und regen die Mitochondrien – die Zellkraftwerke – dazu an, Energie zu produzieren.

Doch adaptogene Heilpflanzen unterstützen nicht nur auf der physischen Ebene, sondern haben auch psychisch und spirituell eine wohltuende Wirkung, wie ayurvedische und chinesische Heiler wissen. Asiatischer Ginseng, Heiliges Basilikum, Süßholz und Reishi beispielsweise hellen die Stimmung auf und haben eine anxiolytische (gegen Angst wirkende), antidepressive und nervenstärkende Wirkung.

Was macht ein Adaptogen zum Adaptogen?

„Wenn man sich die Liste der Adaptogene anschaut, fällt auf, dass viele Wurzelkräuter dabei sind. Und diese haben eine unglaubliche antivirale, antimikrobielle, antifungizide und antiparasitäre Kraft“, erklärt der Forscher, Entwickler und Autor Norbert Hartwig, der auch vereidigter Sachverständiger für Nahrungsergänzungsprodukte und Naturheilmittel ist. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für die ursächlichen Zusammenhänge in der Natur. Als Diplom-Ingenieur und Physiker arbeitete er früher bei der Hamburger Behörde für Inneres im Bereich Forensik, wo es um die analytische Spurenauswertung geht. Dort kam es darauf an, mithilfe modernster Analysegeräte zum eigentlichen Kern vorzudringen und so ursächliche Zusammenhänge zu belegen. Durch seinen Beruf kam er auch mit vielen Pionieren aus verschiedenen Fachgebieten zusammen.

Denn obwohl es dazu noch keinen Studiengang an Universitäten gibt, sammeln viele Wissenschaftler weltweit Erfahrungswerte, wie ein vitales, erfülltes und langes Leben gelingen kann. Dieses Wissen hat Norbert Hartwig gebündelt und macht es heute umsetzbar mithilfe seiner Präventionskonzepte, die er seit Kurzem auch auf einem eigenen YouTube-Kanal vorstellt.1 Außerdem entwickelt er seit vielen Jahren effektive Gesundheitsprodukte auf der Basis überlieferter Rezepturen und neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, unter anderem für die Firma St. Helia (viele ihrer Produkte führen wir auch in unserem Shop).

Auf die Frage, woher denn die Heilkraft in den Wurzelkräutern kommt, antwortet Hartwig: „Das ist ganz eindeutig aus dem Naturverständnis heraus zu erkennen. Eine Wurzel muss sich in einem Milieu behaupten, in dem das Leben pur wirkt, wo aber in erster Linie abbauende Mikroorganismen tätig sind und auch Parasiten, Würmer und alles mögliche Getier. Das Leben sprudelt dort nur so, aber es ist eben abbauendes Leben. Das heißt also, dass diese Wurzelkräuter eine unglaubliche Kraft und biologische Intelligenz aufbauen müssen, um sich in diesem Milieu zu behaupten. Bestimmte Wurzeln haben eine solche Kraft entwickelt, dass Viren, Bakterien, Parasiten und so weiter erst gar nicht andocken können. Diese Kraft sieht man zum Beispiel, wenn man Adaptogene wie Ginseng oder Süßholz betrachtet. Man kann sie anschneiden und liegen lassen – da bildet sich überhaupt kein Schimmel oder Bakterienbefall! Das ist also ein Beweis für diese Kraft.“

Die Wurzeln bauen ihre Kraft über viele Jahre hinweg auf. In den Wurzeln speichern die Pflanzen konzentrierte Energie und Nährstoffe, und diese reifen Wurzeln sind das Endergebnis von Jahren des Wachstums und der Anpassung. So dauert das Wachstum und die Reifung von Ginseng je nach Art sieben bis zwölf Jahre. Doch nicht nur die Pflanze braucht die nötige Zeit, sondern auch der Boden. Nach einer Ernte sollte er bis zu acht Jahren ruhen können, damit er wieder Kraft gewinnt. In dieser Zeit bereiten die sogenannten Pionierpflanzen den Boden vor. Zusammen mit den Mikroorganismen sorgen sie dafür, dass der Boden wieder lebendig wird.

„Eines der ganz wesentlichen Adaptogene aus dem Wurzelbereich ist Süßholz, es wird total unterschätzt. Es hat nicht nur starke antivirale und antibakterielle Eigenschaften, sondern – und das geht darüber hinaus – es ist auch wirksam gegen Angreifer in der heutigen Zeit wie etwa gegen das Eppstein-Barr-Virus, welches heute ein Großteil der Menschheit in sich trägt“, erzählt Norbert Hartwig und ergänzt, dass das Eppstein-Barr-Virus, genauso wie die Toxoplasmose, die Eigenschaft hat, das Immunsystem umprogrammieren zu können. Das heißt, es kann das Milieu im Körper für abbauende Prozesse öffnen. „Das schaffen diese Viren aber nur, wenn sie eine Kooperation eingehen mit Staphylokokken und Streptokokken. Und gerade auch diese Bakterien hält die Süßholzwurzel in Schach. Andererseits stärkt Süßholz die Nebennieren, die über vierzig Hormone produzieren und die in der heutigen Zeit bei den meisten Menschen durch den täglichen Stress besonders angegriffen sind. Süßholzwurzel hat also einen dreifachen Effekt: Sie ist adaptogen, stärkt die wichtigsten Hormondrüsen und wirkt einer möglichen Umprogrammierung des Immunsystems durch die Eppstein-Barr-Viren entgegen.“

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen schlummert das Eppstein-Barr-Virus heute in über neunzig Prozent der Menschheit! Dazu muss man wissen, dass grundsätzlich jede und jeder von uns Viren im Körper trägt. Wir können mit vielen Viren, Pilzen, Bakterien und in manchen Fällen sogar mit Krebszellen ohne Probleme zusammenleben. Die Voraussetzungen dafür sind ein starkes Immunsystem, eine gesunde Ernährung, eine gesunde Verdauung und Darmflora sowie eine positive Einstellung. Dann brauchen wir vor diesen potenziellen Angreifern keine Angst zu haben. Doch damit unser Immunsystem in der heutigen Zeit gut gewappnet ist, lohnt es sich unter Umständen, auf die Hilfe aus dem Pflanzenreich zurückzugreifen.