So klein, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind, aber hochgefährlich: Winzige Plastikpartikel erobern die Welt und setzen sich in unseren Organen ab. Die gesundheitlichen Gefahren sind noch nicht absehbar, doch schon jetzt warnen Studien eindringlich.

Makro- und Mikrokosmos: Die enorme Vermüllung der Umwelt mit Plastik spiegelt sich vermehrt auch in unserem Körper. | © CreativeLoom / stock.adobe.com
Plastik Fantastik : Seit der erste Kunststoff 1862 auf der Weltausstellung in London vorgestellt wurde, hat das neue Material die Welt völlig verändert – und zwar in jeder Hinsicht und überall, vom ewigen Eis der Polkappen bis zum Grund der Meere, von unserem Gehirn bis auf die Ebene unserer Körperzellen. Es ist billig und unzerbrechlich, dabei robust, leicht und lange haltbar. Wir kriegen einfach nicht genug davon, und trotz bekannter Bedenken, die Auswirkungen auf Umwelt und Ökologie betreffend, steigt die Nachfrage jährlich. 2024 wurden weltweit 400 bis 460 Millionen Tonnen Kunststoff (Polymere) hergestellt, überwiegend aus Petrochemikalien. Ein Drittel davon in Form von Einwegprodukten, die nur sehr kurz in Gebrauch sind. Zwar ließe sich auch altes Material recyceln, doch dessen Anteil an der Gesamtproduktion ist erschreckend gering.
Noch erschreckender: die unmittelbare Wirkung auf die menschliche Gesundheit, die in ihrer Gänze noch unabsehbar ist, doch beim besten Willen nicht ignoriert werden kann. Denn was lange hält, ist lange Müll, und was nicht biologisch abbaubar ist, zersetzt sich unendlich langsam, wenn überhaupt – und zwar in winzig kleine, feste, wasserunlösliche Kunststoffpartikel mit einer Größe von einem Mikrometer bis zu fünf Millimetern, dem sogenannten Mikroplastik.
Was davon kleiner als ein Mikrometer ist, vielleicht auch nur 100 Nanometer (es fehlt eine einheitliche wissenschaftliche Definition), wird als Nanoplastik bezeichnet und ist durch diese geringe Größe sogar wesentlich gefährlicher. Da erhält die Lehre vom Makro- und Mikrokosmos gleich eine neue Bedeutung. So, wie wir unsere Umwelt verschmutzen, verschmutzen wir auch unseren Körper: wie innen, so außen. So, wie die menschliche Haut permanent Tausende von Hautschuppen verliert, sondert Plastikmaterial unablässig winzige Giftbomben ab, ob beim Zersetzen durch Verwitterungsprozesse nach Benutzung oder auch während des Gebrauchs, was als sekundäres Mikroplastik bezeichnet wird: Abrieb von Reifen, Asphalt und Schuhsohlen, Verwehung der Beläge von Sport- und Spielplätzen, kleine Faserteile beim Waschen von synthetischen Textilien ... Primäres Mikroplastik hingegen ist nicht von Anfang an ein Abfallprodukt, sondern wird in dieser Größe hergestellt, beispielsweise für Kosmetik- oder Reinigungsprodukte.
Aufgrund ihrer Winzigkeit können Mikro- und Nanoplastikpartikel – kurz MNPs – biologische Barrieren überwinden und mit Leichtigkeit in unseren Organismus gelangen: durch Nahrung, Einatmen und sogar unter bestimmten Bedingungen durch Aufnahme über die Haut. Es wird geschätzt, dass wir pro Woche ca. fünf Gramm Mikroplastik zu uns nehmen – das entspricht einer Kreditkarte. Wie schnell es ausgeschieden werden kann, ist nicht bekannt.
Laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) gelangen jährlich 1,8 bis 5 Millionen Tonnen MNPs in die Umwelt und über Flüsse, Abwässer und Abflüsse zwischen 0,8 und 2,5 Millionen Tonnen in die Ozeane. Die am häufigsten vorkommenden Arten sind dabei Polystyrol (PS), Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), die in Verpackungen und Einweggebrauchsartikeln, aber auch in Textilien und Mehrwegprodukten verwendet werden. Plastik ist längst Teil der Nahrungskette und findet sich auch im Körper von Insekten und Fischen, Vögeln und frei lebenden Säugetieren. Eine Studie von Anfang 2025 hat durchschnittlich sieben Gramm MNPs, vor allem Polyethylene, im erwachsenen menschlichen Gehirn gefunden. Zum Vergleich: So viel wiegt ein Esslöffel aus Plastik. Die Plastikkonzentration war bei Menschen mit Demenz am höchsten und ist in den Jahren zwischen 2016 und 2024 deutlich angestiegen.
In den anderen Teilen des Körpers wie Nieren, Darm, Lunge, Leber und Blut wurden ebenfalls MNPs nachgewiesen, wenn auch in geringerer Konzentration. Unser kostbarstes Organ, das Gehirn, ist dabei am stärksten gefährdet. Säuglinge, die MNPs mit der Muttermilch aufnehmen, sind besonders davon betroffen, weil diese Partikel unsere Blut- Hirn-Schranke überwinden. Auf zellulärer Ebene können MNPs toxisch wirken und Membranschäden, oxidativen Stress und Immunreaktionen verursachen. Sie können sogar Mitochondrien und Zellkerne beeinträchtigen, bis hin zur Apoptose, dem programmierten Zelltod.
Obwohl diese Wirkung auf unseren Organismus bekannt ist, gilt sie noch nicht als durch ausreichend Studien wissenschaftlich belegt. Deshalb kann beispielsweise das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung die Problematik kleinreden, wenn es von einer reinen Korrelation (einer zufälligen Verbindung) ausgeht und eine Kausalität (einen ursächlichen Zusammenhang) als nicht belegt abweist. Es gibt aktuell tatsächlich keine offizielle Risikobewertung dafür, auf welchen Wegen und in welchem Umfang der Mensch den MNPs ausgesetzt ist und ab welcher Menge diese Belastung seine Gesundheit schädigt. Diese fehlenden Referenzwerte stellen eine hochkomplexe, aber sehr notwendige Herausforderung für die Wissenschaft dar.
Was das Ganze erschwert: MNPs umfassen viele verschiedene Partikelarten, die aus unterschiedlichen Polymertypen bestehen und unterschiedliche Inhaltsund Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Weichmacher etc. aufweisen. Zudem sind die Methoden, kleinste Nanopartikel zu identifizieren, noch stark eingeschränkt. Doch auch wenn die MNPs zu verschieden und zu klein sind, um darüber aktuell ausführliche wissenschaftliche Erkenntnisse vorzulegen, ist eines sicher: Durch den Zerfall von all jenem Kunststoff, der bereits produziert wurde, nicht zu vergessen den permanenten Nachschub, wird dessen Vorkommen in Feinstaub, Wasser und Lebensmitteln – und damit in unseren Körpern – ständig steigen.

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