Die Gene haben doch nicht das letzte Wort

Ein mongoloides Kind überwindet seine genetisch bedingte Behinderung, weil ihm dabei geholfen wurde, seine seelischen Konflikte zu lösen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse könnten unser Verständnis von den Genen grundlegend verändern.

Anna ist heute sechs Jahre alt, ein aufgewecktes, liebenswertes und fröhliches Geschöpf, das mit Gleichaltrigen spielen und reden kann. Das war nicht immer so. Anna leidet nämlich unter dem sogenannten Down-Syndrom, besser bekannt als Mongolismus. Diese genetisch bedingte Krankheit führt zu einer geistigen Entwicklungsstörung sowie mehr oder weniger schweren körperlichen Behinderungen, wie etwa den typisch mongoloiden Gesichtszügen, der Kurzköpfigkeit, dem offenen Mund und dem Schielen der Augen.

Die Behörden stuften die geistig zurückgebliebene Anna als schwer behindert mit über 60 Prozent Körperschäden ein (u. a. Teillähmung der Beine).

Nichts ließen die Eltern unversucht. Alle offiziell anerkannten Fördermaßnahmen wurden ergriffen und scheiterten. Da wollte sich Annas Mutter, eine Ärztin, schließlich in das scheinbar Unausweichliche fügen, denn gerade sie glaubte ganz genau zu wissen, daß beim Mongolismus ein irreparabler Genschaden vorliege: Beim 21. Chromosomenpaar, welches das Geschlecht eines Menschen bestimmt, haben sich Bruchstücke eines dritten Chromosoms angeheftet (= Trisomie),die das Down-Syndrom auslösen. Allerdings zeigt allein schon die Bezeichnung ‚Syndrom', daß die Mediziner diese Krankheit noch nicht vollständig entschlüsselt haben. Ursächliche Therapien sind bisher laut Lehrbüchern nicht möglich.

Da griffen Annas Eltern nach dem letzten Strohhalm und kontaktierten Dr. med. Ryke Geerd Hamer, den Begründer der Neuen Medizin. Das war im Herbst 1998. Anna zählte damals viereinhalb Jahre. Ihre geistige Entwicklung hingegen war auf dem Stand eines gut einjährigen Kindes stecken geblieben. In seiner über 40jährigen Tätigkeit hatte Dr. Hamer selbst lange in der Kinderneurologie und Kinderpsychiatrie gearbeitet und war dabei auch häufig mit dem Mongolismus konfrontiert worden. Er sagte den verzweifelten Eltern, daß er im Rahmen der Neuen Medizin sehr viele behinderte Kinder gesehen habe, "die, wenn man das Problem, das heißt den richtigen Schlüssel herausfindet, wieder vollkommen gesund werden könnten und geworden sind." Man muß laut Hamer also herausfinden, welcher psychische Streß die Erkrankung ausgelöst haben könnte.

Die behinderte Anna zeigte ein auffälliges Verhalten: Wann immer laute Geräusche auf sie eindrangen, hielt sie sich die Ohren zu, als ob sie schmerzen würden. Bereits das Schreien einer Katze löste bei Anna diese Abwehrreaktion aus. Viel schlimmer reagierte sie indes auf den Lärm der Kreis- und Kettensägen, die während Annas ersten Lebensmonaten täglich liefen, weil rund um ihr Elternhaus über hundert Bäume gefällt wurden. Außerdem ist ihr Vater Orgelbauer und benutzt in der im Wohnhaus integrierten Werkstatt häufig die Kreissäge. Später wurden Dr. Hamer Computer- Tomogramme von Annas Gehirn vorgelegt, der darin auch wirklich einen Hörkonflikt herauslesen konnte. Dieser war allerdings durch einen noch schwach aktiven, älteren Hörkonflikt ausgelöst worden.

Da erinnerte sich Annas Mutter, daß sie während der ganzen Schwangerschaft in einem Gebäude arbeitete, das renoviert und deshalb von morgens bis abends durch das ohrenbetäubende Hämmern von Preßluftbohrern erschüttert wurde. "Der Lärm ging einem durch Mark und Bein",erzählt Annas Mutter heute. "Man hatte nur den einen Wunsch gehabt: Davonzulaufen."

Diesem Krach war das werdende Kind ebenfalls ausgesetzt und vieles deutet darauf hin, daß dies die Ursache für Annas Behinderung war. Hamer maßt sich nicht an, Mongolismus heilen zu können, dennoch machte er ihren Eltern Mut. Annas Mutter: "In der ihm eigenen Art bemerkte er: Manche Leute haben eben Flöhe und Läuse. Wenn wir Anna schon nicht die Läuse nehmen können, dann zumindest die Flöhe."

Stille als Arznei

Vielleicht ließen sich die Auswirkungen des Mongolismus abschwächen, wenn Anna geholfen wurde, ihre psychischen Hörkonflikte zu heilen. Dazu war es aber notwendig, das Mädchen vom Kreischen der Motorsägen und jedem anderen Lätm vollständig abzuschirmen. Keine leicht zu bewerkstelligende Bedingung für Annas Vater, der Orgelbauer ist und viel mit Motorsägen arbeitet.

Die Mühen der Eltern wurden indes reich belohnt. Im ersten halben Jahr vollzog Anna Entwicklungssprünge, die kaum zu glauben sind. So wuchs sie in diesem Zeitraum um volle zehn Zentimeter, was für ein Down-Syndrom-Kind eigentlich als unmöglich gilt. Ihr Gesicht verlor mehr und mehr die typisch mongoloiden Züge und ein leichtes Augenschielen kann heute nur noch bemerkt werden, wenn Anna sehr müde ist.

Springen und Laufen kann das sechsjährige Mädchen ebenso gut wie ihre Spielgefährten im Kindergarten. Keine Spur mehr von der teilweisen Lähmung der Beine. Auch in der Feinmotorik – etwa beim Einfädeln einer Nadel – entspricht Anna ihren Altersgenossen. Obwohl sie die Sprache noch nicht gleich beherrscht wie die anderen Kinder, wird Anna inzwischen von allen Leuten verstanden. „Jeden Tag lernt sie neue Wörter dazu und kann sie sinnvoll zu immer längeren Sätzen aneinanderreihen“, freut sich ihre Mutter.