Innere Haltung: Ein Baum ohne Wurzeln ist dem Tod geweiht!

Die Welt scheint von Tag zu Tag ein bedrohlicherer Ort zu werden. Hier gehen wir der Frage nach, ob und wie das mit unserer Lebensweise zu tun haben könnte. Und was es braucht, um in gefährlichen Zeiten innerlich und äußerlich in Frieden, Sicherheit und Freude leben zu können.

Das Unbehagen geht um, und bei manchem Menschen ist es schon in Angst umgeschlagen: Wohin steuert die Welt? Treibt das Boot der Menschheit unaufhaltbar auf den Katarakt zu, dessen Dröhnen man schon unheilvoll vernimmt? Und das, nachdem wir Europäer alles unternommen haben, um zu verhindern, dass jemals wieder solch höllische Ereignisse wie die beiden Weltkriege über uns hereinbrechen können?! Und nun der Alptraum eines Dschihad, der Europa in Brand setzen könnte, es seiner Sicherheit, seiner Kultur, seines Wohllebens berauben…? Das, was wir in Medien und Internet erfahren, bietet auch keinen Trost: Stichwort Köln Hauptbahnhof, Silvester 2015. Oder die Meldung, dass der ehemalige libysche Staatschef Gaddafi im Februar 2011, als Libyen schon im Bürgerkrieg versank, den damaligen Sondergesandten des Nahost-Quartetts1 Tony Blair gewarnt habe, es sei das Ziel der Dschihadisten, das Mittelmeer unter ihre Kontrolle zu bringen und daraufhin Europa anzugreifen. Europa hätte keine Ahnung, was sich da zusammenbraue: „Die Mittelmeerregion, Europa und die ganze Welt werden Schaden nehmen.“2 Gaddafi lud Reporter ein, nach Libyen zu kommen und sich selber ein Bild der Vorgänge zu machen. Von alledem erfuhr die Öffentlichkeit Europas jedoch nichts. Jetzt strömen Hunderttausende Muslime unkontrolliert und ungehindert als Flüchtlinge nach Europa hinein – und es scheint fraglicher denn je, ob „wir das schaffen“ werden oder ob zumindest einige von ihnen den „Heiligen Krieg“ mitten in unsere Länder hineintragen – wie in der Nacht des 13. November 2015 nach Paris, wo sie Menschen abschlachteten zur angeblichen Ehre Allahs.

Vielen Menschen erscheint die Welt heute düster und gefährlich und die Zahl der Depressiven wächst. Dabei wäre es ganz einfach, den grauen Schleier wegzuziehen.

Vielen Menschen erscheint die Welt heute düster und gefährlich und die Zahl der Depressiven wächst. Dabei wäre es ganz einfach, den grauen Schleier wegzuziehen.

Wie konnte das geschehen – dass man meint, das Mittelalter klopfe im Gewand von Religionskriegern an unsere Türen, unerwartet, unheimlich, unberechenbar und in mörderischer Entschlossenheit? Haben wir das verdient? Wo wir doch alle immer toleranter, mitfühlender, spendenfreudiger wurden in den vergangenen Jahrzehnten? Wie kann es sein, dass wir, die aufgeklärten Europäer, die wir uns endlich aus den Fängen von Kirche und Religion befreit haben, uns mit Gotteskriegern konfrontiert sehen, die unsere Freiheit mit Schwert, Bomben und sexuellen Übergriffen versklaven wollen? Und was können wir tun, um nicht ein bedauernswertes Opfer eines Zufalls zu sein, der uns zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sein ließ?

Bange Fragen, die meist nur mit gut gemeinter, aber auch hilfloser Rhetorik abgespeist werden. Dem Fanatismus mit Toleranz und Liberalität beikommen zu wollen, kann nicht funktionieren. Man kann gegen das Schwert nicht mit einem Federball kämpfen. Was also tun? Zurückschlagen? Zu einer gezwungen restriktiven, unfreiwillig unfreien Gesellschaft werden, um uns der steten Bedrohung zu entledigen? Wir schlagen vor, etwas tiefer zu graben. Das braucht Mut, denn es bedeutet, uns selbst vorurteilslos zu betrachten und die Frage zu wagen: Könnte es auch etwas mit uns und unserem heutigen Lebensstil zu tun haben? – Was natürlich nicht heißt, dass der Fanatismus und die Brutalität, die uns bedrohen, damit in irgendeiner Form sanktioniert würden. Doch muss die Frage erlaubt sein: Kann es sein, dass das eine Extrem durch ein anderes provoziert wird – ein Extrem vielleicht, das uns gar nicht bewusst ist, weil es so normal geworden ist?

In Europa hat sich seit dem letzten Weltkrieg eine große Veränderung vollzogen: Die Menschen wenden sich von der Kirche ab. Im Jahr 2033, so die offiziellen Prognosen, werde nur noch eine Minderheit den Kirchen angehören, und schon heute fühlt sich die Mehrheit jener, die noch Kirchensteuern bezahlen, nicht im Wortsinn als Gläubige. Man macht es halt, um einmal ein christliches Begräbnis zu erhalten – doch zur Kirche geht man höchstens noch an Weihnachten, Karfreitag oder Ostern – wenn überhaupt. Während viele Menschen ihre eigene Spiritualität leben – „ich spüre, dass es da etwas Höheres, Größeres gibt“ –, existiert doch auch eine beträchtliche Masse, die sich ganz vom Geistigen und Numinosen verabschiedet hat – frei nach dem Motto: Wie kann es einen Gott geben, wenn die Welt so ist, wie sie ist? Wie könnte ein Gott all den Terror und all die Kriege und Naturkatastrophen zulassen?

Man darf es ihnen nicht verübeln. Schließlich ist es das jahrhundertealte Versäumnis der Kirche, dass sie nicht in der Lage ist, uns Gott in einer Weise zu vermitteln, die näher an der Wahrheit ist und nicht in ach so vielem jeglicher Logik und dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Einer, der seit Jahrzehnten mit natur- und geisteswissenschaftlichen Mitteln die Erforschung der Göttlichkeit betreibt, ist der Russe Sergej N. Lazarev, den wir in der ZeitenSchrift schon mehrmals zu Wort kommen ließen. Als er mit seiner Forschungsarbeit begann, hatte er Krebs im Endstadium und noch ein halbes Jahr zu leben. Aufgrund seiner Erkenntnisse lebt er noch immer – seit nunmehr fünfunddreißig Jahren. Im Zentrum seines Systems, so ist bei Wikipedia zu lesen, stehen die Erkenntnisse, dass der Mensch aus Geist, Seele und Körper besteht und den Gesetzen der Reinkarnation und des Karma unterworfen ist. Und weiter: „Alle Erkrankungen, Schicksalsschläge und persönlichen Probleme sind nach Lazarev auf eine falsche Prioritätssetzung und übermäßige Bindung an irdische Werte (Vergnügen, sozialer Status, familiäres Glück etc.) zurückzuführen, stellen also das Ergebnis eines durch fehlerhaftes Verhalten angesammelten negativen Karmas dar. Der Weg zur Bereinigung des Karma und damit zum persönlichen Glück liegt nach Lazarev in der Weiterentwicklung der Seele, welche u.a. mittels eines korrekten Weltbildes und durch die ständige Justierung der eigenen Gefühls- und Gedankenwelt zu erreichen sei. Im Mittelpunkt von Lazarevs Lehre steht hierbei das Konzept der Priorität der Liebe; erst die Kultivierung dieses Gefühls gegenüber Gott, sich selbst und der Umwelt führe zur Bereinigung des persönlichen Karma.“ So weit Wikipedia.

Das Faszinierende an seiner Forschung liegt mit darin, dass er durch die Messung energetischer Felder die Quintessenz der großen Religionen als naturwissenschaftliche Tatsachen nachweist. Nach seinen Erkenntnissen ist eine Gesellschaft, die ihre Verbindung zur Quelle, zum Göttlichen also, verloren hat, unweigerlich dem Untergang geweiht. Und das aus keinerlei frömmlerischen, sondern rein energetischen Gründen – genauso wie ein Baum, dessen Wurzeln absterben, nicht mehr lange stolz auf seine üppige Krone wird sein können.

Auf ein einfaches Fazit reduziert fand Lazarev also in jahrelanger, mühevoller, weil meist selbst erlebter und erlittener Forschungsarbeit heraus, dass es der vorrangige Daseinszweck des Menschen ist, Gott in all seinen Erscheinungsformen – all dem, was uns umgibt, also Menschen, Fauna, Flora, Elemente sowie auch vom Menschen Erschaffenes und sich selbst (!) zu lieben, dabei aber niemals irgendeine Form von Abhängigkeit oder gar Fanatismus zu entwickeln. Lazarev sagt es drastisch: „Wir alle träumen davon, unsere Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Dabei haben wir vergessen, dass man in erster Linie die Liebe mehren und sich um die Seele kümmern muss. Die Liebe ist der Fahrer des Autos, und die Fähigkeiten sind der Motor. Bei einem leistungsstarken Motor und unerfahrenem Fahrer sind die Überlebenschancen gleich Null.“

Ob Sie auf die richtige Weise leben, können Sie leicht daran erkennen, ob Sie das Leben als leicht und freudig und glücklich empfinden, sich in Kontakt mit Ihrer eigenen, inneren Göttlichkeit fühlen, dabei aber in keiner Weise von irgendetwas abhängig sind. Lazarev bemerkt dazu: „Wenn du die Welt falsch behandelst und dich falsch benimmst, hast du das Gefühl, als ob du in den Boden gedrückt wirst. Du spürst die Schwere sowohl in der Seele als auch im Körper. Die Erdanziehungskraft wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele aus. Umgekehrt fühlst du dich bei der richtigen Welteinstellung so, als ob du fliegen könntest – der Körper und die Seele werden leicht, die Abhängigkeit von der Erdanziehungskraft schwindet.“

Wie wir wissen, nimmt nicht nur die Ungläubigkeit, sondern auch die Depressivität der westlichen Gesellschaften stetig zu, wie die Erhebungen der WHO deutlich machen:

  • Ungefähr 25% der Bevölkerung erleben in einem Jahr Depressions- oder Angstzustände.
  • Neuropsychiatrische Störungen machen 19,5% der Krankheitslast in der Europäischen Region aus und innerhalb der Europäischen Union (EU) sogar 26%.
  • Diese Störungen stehen für 40% der mit Behinderungen verbrachten Lebensjahre und unter ihnen sind Depressionen die wichtigste Ursache.
  • Bis zu 50% längere Fehlzeiten treten aufgrund von Depressionen bzw. Angstzuständen auf.
  • Über 50% der schweren Depressionen werden nicht behandelt.
  • Die durch Stimmungsstörungen und Angstzustände in der EU verursachten Kosten werden mit 170 Milliarden Euro pro Jahr veranschlagt.

Leserstimmen zum Artikel

Liebe Ursula Seiler!

Ich grüße Sie recht herzlich aus Wien! Der Grund meines Schreibens ist jener, dass ich das Vergnügen hatte, die ZeitenSchrift-Ausgabe 85 lesen zu können! Die ZeitenSchrift wahr mir bis dato unbekannt - fand aber diese Ausgabe sehr interessant und ansprechend!

Besonders möchte ich jedoch Ihren Artikel Innere Haltung: Ein Baum ohne Wurzeln ist dem Tod geweiht! hervorheben - dieser Artikel hat mir wahrhaft aus der Seele gesprochen, wunderschön formuliert und inhaltlich äußerst kompetent niedergeschrieben - zeigt mir, dass Sie sich den geistigen Wahrheiten hinter den materiellen Scheinwahrheiten geöffnet haben und sich der geistigen Welt aufgeschlossen fühlen! Zumal bin ich auch sehr dankbar darüber, (auch das 1. Mal) von Sergej Lazarev lesen zu dürfen!

Als sehr anständig finde ich den Artikel über Präsident Putin - dafür möchte ich auch Benjamin Seiler gratulieren! Alles in allem eine sehr gelungene und ansprechende Ausgabe, habe daraufhin gleich mehrere frühere Ausgaben bestellt!

Ihnen, liebe Frau Seiler und allen Mitwirkenden wünsche ich für die Zukunft all zeit viel Gesundheit, Kraft und Mut als auch viel Licht, wie mein Schweizer Freund Rudolf Passian immer zu sagen pflegte!

Mit herzlichen Grüßen!

C. Pirschinger

Quellenangaben

  • 1 Das Nahost-Quartett ist eine Gruppe von Staaten und Organisationen, die den Friedensprozess im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern vermitteln. Das Quartett besteht aus den USA, Russland, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen.
  • 2 Quelle: die britische Zeitung The Telegraph vom 13.1.2016