Mann-Frau-Balance: Ideal vollkommener Ausgeglichenheit

Krieg, Wettstreit und Feilschen dominieren eine von Männern geschaffene Zivilisation, die kurz vor dem Zusammenbruch steht. Nur eine absolute Gleichberechtigung der Frau kann Heilung bringen. Die Erkenntnisse des großen Philosophen Walter Russell.

Die Hauptursache für den Fall der menschlichen Rasse liegt in der Unterdrückung der Frau. Wo sie am stärksten unterdrückt wurde, war der Fortschritt am geringsten. Wo vollständige Unterdrückung ausgeübt wurde, sind Nationen für Zeitalter stillgestanden. Das Maß für den Fortschritt jeder Nation ist das Maß ihrer Anerkennung der mentalen wie der physischen Kameradschaft von Mann und Frau.

Daß sich der Mann der Frau überlegen glaubte, war die direkte Ursache für die zahllosen Kriege und Verbrechen der ganzen Geschichte.

Der Mann dringt in die Materie ein (▼), die Frau erhebt sich aus der Materie hin zum Geist (▲). Sie verkörpern dynamische Gegenbewegungen, die sich gegenseitig bedingen.

Unsere Zivilisation ist gefährlich aus dem Gleichgewicht, da sie völlig vom Mann bestimmt wird. Jeder ihrer Aspekte manifestiert die Mann-Natur. Dies ist der Grund dafür, daß unsere Welt erneut am Rande des Kollapses ins völlige Chaos steht.

Die einzige Hoffnung, unsere Welt zu retten, liegt im Ausgleich der geistigen Liebesnatur der Frauen mit der aggressiven physischen Kraft der Männer, um die Vater-Liebe und die Mutter-Liebe-Qualitäten in der Führung der internationalen Weltfamilie gleichermaßen wirksam werden zu lassen.

Die einzigen glücklichen, friedlichen, fortschrittlichen und vereinten Familien auf Erden sind jene, in welchen Väter und Mütter gleichwertige Partner sind und sowohl die Erziehung der Kinder wie auch das Führen des Haushalts gleichmäßig von Vater und Mutter geteilt wird.

Die auflösende Kraft der Uneinigkeit schleicht sich in jedes Heim, wo sich die Vater-Mutter-Liebe in einem Ungleichgewicht befindet. Das Unheil in jedem solchen Haushalt entspricht dem Maß der Unausgeglichenheit oder Ungleichheit der väterlichen und mütterlichen Führung. Dieses Gesetz gilt ebenso für die große Welten-Familie, welche einfach die Summe aller individuellen Familien dieser Erde ist. Jede einzelne Institution unserer sozialen Ordnung ist männlich dominiert. Die Männer stehen der Religion vor, dem Erziehungswesen, der Regierung, der Wirtschaft, der Kunst und der Wissenschaft. Männer dominieren die Berufswelt, und Frauen, welche in sie eintreten, müssen sich der männlichen Kontrolle beugen.

Die Welt von heute ist eine Männerwelt, und ihre Natur ist eine Mann-Natur. Die männliche Natur bringt sich vor allem durch physische Stärke zum Ausdruck. Ihr Wahlspruch ist das ‚Recht des Stärkeren‘ (Macht über Recht/Might over Right). Deshalb ist unsere Zivilisation auf dem physischen Kraftprinzip des ‚Der Stärkere bezwingt den Schwächeren‘ erbaut worden. Eine soziale Weltordnung, die allein auf dem physischen Ausdruck der Frau-Natur basierte, wäre indes genauso unausgeglichen im emotionalen Bereich.

Die wahre Frau-Natur hat in den langen Zeitaltern ihrer Unterdrückung niemals eine Gelegenheit bekommen, sich frei zu entfalten. Das Leiden der Frauen an ihrer demütigenden und entwürdigenden Rolle in der Gesellschaft hat viel weiblichen Groll geschaffen und Qualitäten hervorgebracht, die in keiner Weise zur wahren Frau-Natur gehören. Ihre lange Frustration hat Eifersucht erzeugt, Mißtrauen, die Neigung zu Klatsch – besonders über andere Frauen – und viele andere Eigenschaften, die man als ‚Gehässigkeiten‘ abtut. Aus diesem Grunde findet man selten eine Frau, die eine andere Frau lobt. Nur eine wirkliche große Frau ist heutzutage dazu fähig.

Leserstimmen zum Artikel

Mit Interesse las ich in Ihrer letzten Ausgabe die Artikel über die Weiblichkeit. Bemerkenswert ist der Absatz in „Ideal vollkommener Ausgeglichenheit“, Seite 59: „Es liegt in der Macht der Frauen dieser Welt, das größte Wunder aller Zeiten zu vollbringen". Auf geht's!

C. E., E-San Carlos/Ibiza