Das Sonnenvitamin D3

Das Sonnenvitamin D3

Vitamin D kann vom Körper selbst gebildet werden, allerdings ist dazu genügend Sonnenlicht erforderlich. Gerade in der kalten Jahreszeit sollte man daher darauf achten, ausreichend mit dem „Sonnenvitamin“ versorgt zu sein! Denn ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben.

Heutzutage leidet fast jeder Mensch an einem drastischen Vitamin D-Mangel. Er ist der häufigste pathologische Laborwert in Deutschland, ein sogenanntes Massenphänomen. Die Symptome für ein Vitamin D-Defizit können sehr vielseitig sein: allgemeine Müdigkeit, Depressionen, häufige Infekte, Knochen- und Rückenschmerzen, Schlafprobleme, nachlassende Leistungsfähigkeit, schlechtes Hautbild und Osteoporose können auf eine Unterversorgung hindeuten, um nur einige der zahlreichen Symptome zu nennen.

In Deutschland ist im Sommer ein Vitamin D-Spiegel von 24 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml) zu verzeichnen. Im Winter liegt dieser sogar bei nur 8 bis 12 ng/ml. Zum Vergleich: Werte unter 20 ng/ml werden bereits von vegetativen Beschwerden wie Müdigkeit, unruhigem Schlaf, Muskelzucken und Schwunglosigkeit begleitet. Man kann also schon alleine anhand dieser Zahlen erklären, weshalb ein Großteil der Bevölkerung an den eben genannten (chronischen) Beschwerden leidet. Und warum es in den sonnenarmen Monaten immer wieder zu den bekannten Winterleiden wie Depressionen, Grippewellen und Erkältungen etc. kommt. In der Altersgruppe ab 60 Jahren ist ein Vitamin D-Mangel besonders häufig. Grund dafür ist nicht, dass ältere Menschen seltener an die Sonne gehen – ihr Körper produziert jedoch bis zu viermal weniger hauteigenes Vitamin D als jüngere Menschen.

Vitamin D-Präparate empfehlen sich für alle, die vorwiegend drinnen oder in Nachtschichten arbeiten oder ihre Haut mit Sonnencreme vor UVB-Strahlung schützen sowie ältere Personen.

Eigentlich gar kein Vitamin!

Vitamin D ist gar kein Vitamin, sondern ein vitaminähnliches Secosteroidhormon, das auf fast alle Körperzellen einwirkt. So ist Vitamin D3 die aktive hormonelle Form von Vitamin D (Vitamin D1 und Vitamin D2 werden allgemein als minderwertige, synthetische und schwächere Versionen betrachtet). Die Hauptaufgabe des Vitamin D ist die Aufnahme und Versorgung des Körpers mit Kalzium.

Ohne genügend Vitamin D kann der Körper das Kalzium nicht richtig aufnehmen und vor allem nicht richtig einsetzen. Hat man also einen Mangel an Vitamin D, sind die Aufnahme und die Verwertung von Kalzium gestört und damit auch alle damit zusammenhängenden Abläufe im Körper. Dies führt unter anderem zu Beschwerden in folgenden Bereichen: Muskulatur (Muskelmüdigkeit und -Schwund), Adynamie (Schwäche, Antriebslosigkeit), Nervensystem (Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Depressionen), Orthostase (Blutdruck) und Skelettschäden (Osteoporose). Da Vitamin D ebenfalls maßgeblich am Knochenaufbau von Kindern beteiligt ist, benötigen gerade auch Babys, Kinder und Schwangere ausreichende Mengen des Sonnenvitamins für Wachstum und Entwicklung.

„Dickes“ Winterschlaf-Syndrom

Umgangssprachlich kann man viele dieser Mangelbeschwerden auch unter dem Begriff „Winterschlaf-Syndrom“ zusammenfassen. Der an Vitamin D-Mangel leidende Körper schraubt nämlich alle innere Aktivität auf ein Minimum herunter und funktioniert sozusagen im Spar-Modus. Auch die Nerven-, Muskel- und Immunaktivität wird heruntergefahren.

Ähnlich den Tieren im Winterschlaf, baut sich auch der Körper eine Fettschicht auf, sobald der Vitamin D-Gehalt im Blut nach unten geht und eine kritische Untergrenze unterschreitet (etwa bei 20 ng/ml). Nicht zuletzt deshalb fällt es vielen Menschen schwer, Gewicht zu verlieren. Tatsächlich haben etliche mit Vitamin D behandelte Patienten von großem Gewichtsverlust berichtet, ohne ihre Essgewohnheiten bewusst verändert zu haben. Viele können aber auch einfach nicht mehr gleich viel essen, da sich das Sättigungsgefühl früher einstellt.

Vitamin D ist außerdem ein wahrer Segen fürs Immunsystem, da es die Produktion von Abwehrkörpern fördert. Viele Tests haben bewiesen, dass Vitamin D eines der besten Mittel ist, um Ihren Körper vor Grippeviren und Bakterien zu schützen.

Wichtiges Dreiergespann

Die drei wichtigsten Enzyme zur Aktivierung, Lagerung und zum Transport von Vitamin D im Körper sind magnesiumabhängig. Daher ist auf genügend Magnesium zu achten. Auch ist dringend auf eine ausreichende Vitamin K2-Versorgung zu achten, um unerwünschte Kalziumablagerungen zu verhindern.

Wer sich näher mit Vitamin D3 befasst, kommt am Vitamin K2 nicht vorbei. Denn Vitamin D3 fördert die Aufnahme von Kalzium. Vitamin K2 hingegen regelt, wie und wo das aufgenommene Kalzium eingelagert wird. Vitamin K2 aktiviert nämlich zwei Proteine im Körper die bewirken, dass sich das Kalzium einerseits in der Hartsubstanz von Knochen und Zahnen einlagert (Osteocalcin) und andererseits verhindern, dass sich Kalzium an den falschen Stellen ablagert und dadurch die Blutgefässe verkalken würde (MGP). Unabhängig von der Höhe der Vitamin D-Dosierung benötigt man also auch Vitamin K2! Die empfohlene Tagesdosierung für Vitamin K2 liegt übrigens bei 100 µg. Völlig unabhängig von der aufgenommenen Menge an Vitamin D3.

Genauso wichtig ist Magnesium: Magnesium ist an allen Umwandlungsschritten beteiligt, die nötig sind, um das Vitamin D3 aus Lebensmitteln oder der Synthese mit Hilfe der Sonne in seine wirksame Form zu verwandeln. Des Weiteren benötigen die Vitamin D-Transportmoleküle ebenfalls Magnesium. Hohe Vitamin D-Dosierungen verbrauchen daher entsprechend viel Magnesium. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Ein Magnesiummangel kann dazu führen, dass der Vitamin D-Gehalt trotz höherer Dosierung nicht angehoben werden kann.

Weitere Informationen zum Vitamin D finden Sie in den nachfolgenden Artikeln.



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